Kochen für Angeber, Teil Eins: Der Tajine

Der Tajine ist eine sehr tolle Kochform, gerade auch für Leute, die Probleme mit der Zubereitung aufwendiger Speisen haben. Die Zubereizung ähnelt etwas einem Römertopf, aber visuell (und auch geschmacklich) lassen sich mit einem Taijine andere Dimensionen erreichen 😉

Mit etwas Glück kann man den „Topf“ in einem afrikanischen Geschäft, auf einem Flohnmarkt oder ähnlichem finden. Auch in asiatischen Geschäften und Deko-Läden habe ich schon welche stehen sehn, wobei in letzteren die meisten nicht mal wussten was sie da verkaufen (Obstschale). Herkunft liegt im nordafrikanischem Raum, wer an der Geschichte des Tajine interessiert ist möge aber eine Suchmaschine seiner Wahl bemühen. Nutzen kann man dieses schöne Gerät übrigens in so gut wie jeder Ofenform, auch offenes Feuer/Kohle/Grill ist kein Problem, im Gegenteil: Im Sommer zubereitete Speisen auf dem Grill rocken den Tajine *g*.

Um dem ganzen noch ein BIld zu verpassen, hier mein „kleiner“ Tajin, der noch in den hier vorhandenen 0815-Ofen reinpasst:

Ein einfaches Rezept zu Beginn

Nun an die eigentliche Arbeit, was wir brauchen ist folgendes:

  • ein Tajine (vor dem allerersten Kochen brauchen die meisten Tajine ein Wasserbad o.ä. – lasst euch das am besten beim Verkauf erklären)
  • 20-30min Zeit zum Zubereiten der Zutaten
  • Ofen, Grill, Kamin, Lagerfeuer – Hitze halt 😉
  • 2-3 Messer, Schneideplatte, Kochlöffel aus Holz (für die OpenAir-Kochenden, der Rest sucht halt das was er braucht in seiner Küche)
  • eine mittlere und eine große Schüssel
  • mind. 1 Bier (oder eine alkoholfreie Alternative)

Nun zu dem eigentlichen, den Zutaten. Da man einen Tajine-Gericht relativ vielfältig zubereiten kann, wähle ich zu Anfang etwas einfacheres, Variationen und Eigenkreationen verträgt ein Tajine aber immer.

Für 3-4 Personen/Portionen benötigen wir folgendes:

  • 2-3 mittelgroße Zwiebeln
  • pro Person 1-2 Knoblauchzehen (kann geringer dosiert werden bei sensiblen Kollegen, Chef usw)
  • ca. 750gr Hackfleisch (am besten Halb-Halb, wer mehr investieren will nimmt Lamm oder Büffelhack)
  • pro Person 3-4 große Kartoffeln (oder entsprechend Anzahl kleinere Kartoffeln)
  • frische Petersilie (die sogenannte „türkische“ ist sehr lecker)
  • Gewürze je nach Verfügbarkeit: Kreuzkümmel, Salz, schwarzer Pfeffer, Cayennepfeffer, Zimt, Madras Curry, Koriander
  • Ein kleiner Bund Möhren
  • 1 Limette
  • ein paar kleine Tomaten
  • Paprika (ich nehm gern gelbe, aber auch rote sind ok, grüne eignen sich weniger, aber wer es mag…)
  • etwas Sesamöl (Olivenöl tut es auch)

Und das muss alles hier rein:

Aber natürlich nicht aufeinmal.

Fangen wir mit dem unangenehmsten für die Meisten an, wir weinen. Weil wir die Zweibeln und den Knofi kleinschneiden. Zwiebeln vierteln und in Scheiben schneiden. Knoblauch in kleine Scheibchen schneiden, die später noch beim Essen rausgepickt werden können (Soll ja leider immernoch Leute geben die gegen Knoblauch im Essen was haben). Zusammen mit etwas Sesamöl geben wir das ganze nun in die kleinere Schüssel. Eine gute Prise Salz und schwarzer Pfeffer kommt dazu. Wer es hat füge noch Curry-Pulver und Cayennepfeffer hinzu (auch jeweils eine gute Prise). Zum Schluss noch einen guten Schuss Öl drauf und einmal durchmischen. Dann stellen wir das erstmal zur Seite und trocknen uns die Augen.

Ab zur Seemanschule Stufe 1: Kartoffeln Schälen. Wer Biokartoffeln hat oder einen robusten Magen kann die Schale auch dran lassen. Bei der Gartenproduktion erst recht. Die Kartoffeln achteln und diese Stücke nochmals halbieren. Das ganze muss nicht gleichmässig sein, Ziel sind einfach kleine Kartoffelstücke zu haben. Das kommt in die große Schale. Nun schneiden wir die Möhren in Scheiben und fügen sie den Kartoffeln hinzu. Ebenso halbieren wir die Tomaten (große Tomaten können auch geviertelt werden) und schneiden die Paprika in Streifen. Beides auch noch in die Schüssel zu den Kartoffeln.

Das ganze hat natürlich etwas gedauert. Also trinken wir uns erstmal ein Schluck Bier (oder alkoholfreies Alternativgetränk), denken an dieser Stelle daran die Hitzequelle vorzubereiten (Ofen ca. 180, Umluft weniger, natürliche Feuerquellen s.u.) und nehmen uns nun das Fleisch vor. Das kommt zu den Zwiebeln und dem Knofi in die mittlere Schüssel. Aber bitte nicht als Block aus der Packung, sondern schon etwas auseinandergerissen. diese ganze Masse nun mit den Fingern (notfalls mit dem Kochlöffel) durchmengen, ruhig noch etwas Sesamöl dazufügen wenn es zu klebrig wird.

Nun geben wir ca. die Hälfte der Kartoffel-Möhren-Tomaten-Paprika Menge in den Tajine, ungefähr soviel das der Boden zur Hälfte bedeckt ist. (Bei meinem Tajine wäre das der innere Kreis). es muss nicht eben sein, nur der Rand darf noch nicht belegt sein. Auf diese Menge fügen wir nun unser Hackfleisch auf, am besten nimmt man dazu einen kleinen Löffel und füllt immer etwas drauf, es sollte vermieden werden eine abdeckende Masse zu bekommen. Nun füllen wir den Tajine mit dem restlichen Gemüse auf. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, nur sollten wir hier nicht so sehr am Rand stapeln (Vergleich mein Tajine: da wo das Muster aufhört sollte nichts mehr liegen).

Wenn wir nun beide Schüsseln entleert haben, streuen wir nochmals Pfeffer über die gesamte Füllung, diesmal auch Koriander, Kreuzkümmel, ein wenig Zimt und legen die frische Petersilie oben drauf. Wer Büffelfleisch genommen hat fügt am besten noch etwas Sesamöl über die ganze Menge, wer Lamm genommen hat nimmt nicht nur eine Limette, sondern ruhig zwei oder drei. Die Limette halbieren, über dem Inhalt austräufeln, dann nicht wegwerfen sondern mit einer Reibe/Messer die Schale abreiben und auf dem Essen verteilen (Den Satz mit Eigenanbau, Öko-Limetten und Abwaschen spare ich mir halb).

Nun den Deckel auf den Tajine setzen und das ganze in den Ofen, auf den Grill, Übers Feuer bringen. Im Ofen kann man nach ca. 45 Minuten den Tajine rausholen und nachsehen ob das Essen fertig ist, bei Grill und ofenem Feuer kann man in die Mulde im Deckel Wasser füllen, das dann anfängt zu kochen, wenn das Essen fertig ist (ein wirklich tolles Gerät, so ein Tajine ;-)).

Vorsicht beim öffnen, sehr sehr heisser Dampf kommt einem entgegen. Zulange im Ofen lassen kann man den Tajine eigentlich kaum, da keine Flüssigkeit verlohren geht kann auch nichts anbrennen. Wenn es fertig ist brauch man auch nicht umfüllen (im Gegenteil, das wäre ungeschickt), da der Tajine noch eine ganze Weile die Hitze speichert. Dennoch kann man den oberen Teil des Deckels fast ohne Schutz anfassen (mir macht die geringe Hitze nix, anderen sollte ein doppeltes Küchentuch genügen, aber der Sicherheit zu liebe: Nehmt Handschuhe!).

Auf dem Tisch sollte dann ein kleiner Korkuntersetzer o.ä. stehen, auf das man den kompletten Tajine stellen kann. Die untere Hälfte blos nicht ohne Handschuhe anfassen, sonst hat man Krebsklauen. Für den Deckel ein Küchentuch hinlegen, der kann nämlich wieder auf die untere Hälfte gestellt werden wenn sich jeder was auf seinen Teller gefüllt hat.

Mit guten Freunden kann man natürlich auch direkt aus dem Tajine essen. Als Beilage brauch man ein leckeres Brot, ob nun ein Bauguette, Fladenbrot oder Chapati/Papadam/Nam.

Guten Hunger!

4 thoughts on “Kochen für Angeber, Teil Eins: Der Tajine

  1. Souk du Maroc says:

    Sorry, hab’s leider mit dem Link versemmelt, daher noch mal…
    ——————
    Hallo,
    sehr witzige Erklärung zur Tajine, hat uns gut gefallen! So bringt man dieses äußerst praktische Gerät sicher auch einem neuen Publikum näher. In unserem Shop gibt es übrigens verschiedeneTajine und Gewürze.

    Könnte ja vielleicht hilfreich sein.

    Antonio
    Souk du Maroc

  2. Hey, wenn ihr schon Werbung macht dann schenkt mir doch zu Weihnachten ein Exemplar, mein letzter Tajine ist mir leider zerbrochen und hier oben im Norden find ich nicht so viel brauchbaren Ersatz 😉

  3. Danny7 says:

    Die im Foto angezeigte Tajine ist eine Servier-Tajine. Au gar keinen Fall in sowas kochen.
    Und … Hackfleisch … in Tajine?? da kannst Du gleich zu Mc Donalds oder Burger King ….
    Verusch doch mal mit einem Stück Lammfleisch mit Knochen…

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