Nerviges Marketing und seine neuesten Tricks….

Bäh, ich könnte kotzen.

Mag sein das ich nun noch ein paar „Unschuldige“ mitabwatsche, aber das ist mir im Moment auch egal:

„Früher“, so vor einigen Monaten gab es ab und an eine Mail an Studentenverteiler/Fachschaften/Konferenzverteiler in der der Schreiber/die Schreiberin um Hilfe bei einem studentischem Projekt, der Diplom/Magister/Examensarbeit bat. Meist geht es dann um das beantworten eines kleinen Fragebogens, ca. 5min Zeitaufwand und natürlich anonym. Ich hab selber Bekannten bei der Erstellung, Betrieb und Auswertung solcher Fragebögen geholfen. Diese Fragebögen lagen zu 90% auf dem Webspace der Uni des jeweiligen, oder auf der eigenen Homepage. Es war deutlich zu erkennen was das Ziel der Umfrage war, oft wurde von den Studies noch ein wenig zum Sinn der Arbeit geschrieben, mit eMail-Kontakt. Die Beteiligung war dann auch meist so, das eine solide Datenbasis vorhanden war, auf der in der Arbeit eingegangen werden konnte.

Inzwischen kommen solche Mails fast im Wochentakt bei mir an. ES NERVT! Es handelt sich weniger um Studenten, sondern stecken hinter diesen angeblichen Hilferufen gezielte Aktionen von Marketing und PR Agenturen, die mal eben nebenbei eine schnelle Bewertung einer Situation, eines Produktes oder eine allgemeine Erhebung haben wollen. Bei diesen Umfragen gibt es dann oft noch etwas zu gewinnen, das Layout der Umfrage ist sehr neutral, es gibt keine weiteren Informationen zur Arbeit, keine Kontaktmöglichkeit. Bei den richtig Dummen Dreisten liegt die Umfrage auf dem gleichem Server wie die Homepage der Agentur. Oder man mietet sich einfach eine Umfrage bei einer entsprechenden Agentur.

Warum mich das nervt? Nun, wenn $Firma wissen will, was Kunden von ihr halten, soll sie eine Umfrage öffentlich starten. Und dann nicht nur 2-3 Handys springen lassen, sondern mal das zehnfache an Preisen rausrücken, ist immer noch deutlich günstiger, als eines der klassischen Institute mit der Umfrage zu beauftragen. Zumal sich bei dieser offenen Form die Unternehmen dann auch an die jeweiligen Datenschutzbestimmungen halten müssen, und nicht nur „Die Daten sind sicher!“ lachend über die Datensätze herfallen.

Es nervt auch gewaltig, weil jede Studentin und jeder Student, die in ihrer Abschlussarbeit wirklich eine Erhebung eingeplant haben, durch diese Aktionen benachteiligt werden.

Bei 1-2 Mails im Monat ist man gewillt, 5 Minuten zu opfern und die Fragen zu beantworten. Bei 1-2 Mails pro Tag stellt man seinen Spamfilter um. Zumal die zukünftigen Absolventen dieses Schwanzmessen von Gewinnen, Prämien und Verlosungen irgendwann mitmachen müssen, um überhaupt jemanden zu finden, der ihre Umfrage beantworten will.

Also liebes Marketing und liebe PR: Lasst doch einfach diesen Scheiss, wenn man ohne großen Aufwand eh rausfinden kann, das ihr hinter den angeblichen Studenten steckt.

Ach, und was hinter folgendem steckt, würde ich auch noch gerne wissen:

Wir sind Studenten aus $$$$$$ und haben eine neue Internetseite konstruiert. Diese Seite soll eine riesige kostenfreie Internetbibliothek werden , aus vereinten Skripten sämtlicher Universitäten und Fachhochschulen (aller Fachbereiche und Fächer). Nun brauchen wir eure HILFE�.. wenn ihr uns unterstützen möchtet schickt uns eure Skripte (als PDF, Word-Datei ) zu. Zudem ist es auch für eure Universität eine gute Werbung �wenn ihr gute und viele Skripte auf unserer Internetseite präsentiert. Wir versuche schnellst möglichst die Seite online zu setzen .

Mit freundlichen Grußen aus M.

M., A., T. , S.

Ging auch an mehrere Studentenvertretungen, von einer Web.de Adresse, ohne Hinweis auf die URL oder weitere Informationen. Ob es für die Universität eine so gute Werbung ist alle Skripte die hier intern genutzt werden zu veröffentlichen? Wenn man so ansatzweise an Urheberrecht und Copyrights denkt, öhm: Nein!

3 thoughts on “Nerviges Marketing und seine neuesten Tricks….

  1. Worums geht? Säckeweise Scripte sammeln, diese zum Download anbieten. Entweder Seite voller Werbung oder per Micropayment (pay-by-sms wie’s schon bei Rezepten und Hausaufgaben üblich ist).

    Du willst Leute, die für Content zahlen und dabei auch noch die Inhalte selber liefern. Server steht dann in Hinterindien oder so und gut is.

    Erfolg hat sowas vielleicht, da ja die offiziellen Wege an Scripte zu kommen oft hochgeradig lästig sind (und Scripte fremder Unis kriegt man oft auch nich zu packen).

    Oder jemand sucht einfach nen billigen Weg seine Ebook Sammlung aufzubohren 😉

  2. Respekt, darauf wäre ich so schnell nicht gekommen. Aber wie halten die das mit dem Copyright? Oder wird das ganze noch „anonymisiert“ bevor es zum Kauf angeboten wird? Ich seh da einige Angriffspunkte bei so einer Seite, mal sehen ob da noch etwas nachkommt.

  3. Naja, Copyright ist ein Problem, wenn man sich eines draus machen will.

    Ich glaube das Durchsuchen der Dateien auf Autoreninfos wäre verhältnismässig teuer, was Sinn ergäbe, wäre die Inhalte zu extrahieren und in ein eigenes Dokument zu wandeln (z.B. PDF):
    Erstens wirst Du so die evtl. vorhandenen Metainfos und Passwortschütze los, zweitens kannst Du vor jeden Text eine Seite, die auf Dich als „Vertreiber“ oder sowas hinweist und so eine Pseudolegalität generiert („Sie zahlen nur für meinen Aufwand der Datenwiederaufbereitung und die Bandbreite, nicht für die Inhalte.“)

    Nur meine erste Schätzung.

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