Was nicht bei Google steht, exisitiert nicht!

Oder ein paar Gedanken zur Nutzung und Abhängigkeit von Suchmaschinen.

Google ist nützlich, das bestreite ich nicht. Ich nutze es auch (fast) täglich. Doch warum bemerkt man nicht immer die schleichende Gefahr der Abhängigkeit von diesem Werkzeug? Sicherlich, ich nutze auch CustomizeGoogle und kann bei unpassenden Suchergebnissen die anderen Suchmaschinen abfragen, aber eine wirkliche Verbesserung der Lage ist es nicht. Die gleichen Probleme gibt es bei allen grossen Suchmaschinen: Zensur, Manipulation, Unterdrückung von Informationen und subtile Beeinflussung. Natürlich ist dieses Thema schon öfter besprochen worden, die Sache an sich ist nichts neues. Nur wird das Problem von Tag zu Tag komplexer.

Die Youporn Thematik ist nur ein kleiner Einblick in dieser Problematik, hat mich aber wieder daran erinnert was durch Google beeinflusst werden kann. Natürlich ist so eine Pornowebsite nun nicht wirklich von Bedeutung, der XXX Bereich erzeugt zwar den meisten Traffic im Internet, aber auf diesen Aspekt kann ich verzichten. Youporn ist nur ein Beispiel für die Möglichkeiten die ein Suchmaschinenbetreiber hat. So kann ein Thema ohne weiteres totgeschwiegen werden vor der Masse. Man muss nur entsprechend Druck auf die Suchmaschinenbetreiber ausüben und die Zensur läuft. Das müssen nicht unbedingt kleine Pron-Fetzen sein, auch Begriffe wie Xenu hat man versucht zu verheimlichen. Bei diesen recht aktuellen Themen, die auch durch eine aktive Nutzergruppe beobachtet werden ist es nicht immer möglich die Informationen verdeckt zu halten. Wer bei Google nach Youporn sucht, wird die Seite auch irgendwann finden. Wer nach Xenu sucht, wird auch da die entsprechenden Informationen bekommen über den „Glauben“ einer „Gemeinschaft“. Nur was passiert mit weniger gewichtigen Dingen? Wer sagt uns das bestimmte Informationen nicht ganz im Filter landen? Oder entsprechende Seiten entsprechend unterschiedlich bewertet werden? Der Aufruf nach einer staatlichen/europäischen Suchmaschine zeigt wie weit manche die „Gefahr“ bewerten. Oder den Markt und die Einflussmöglichkeiten, je nach Sichtweise.

Verschiedene lokale Variationen der Suchmaschinen sollen das Problem aufteilen: So gibt es je nach Land eine Zensur/Manipulation der Informationen in der Hoffnung, dass die Menge der Einflüsse nicht erkannt wird. Natürlich muss sich ein Unternehmen das sich diesem Markt widmet den rechtlichen Bedingungen stellen. Ansonsten ist es vorbei mit der gewinnträchtigen Arbeit. Der Balanceakt zwischen der Freiheit der Informationen und der Erfüllung der (staatlichen/unternehmerischen) Anforderungen ist bei weitem kein leichter. Zumal durch die Ausbreitung auf weitere Märkte neben den klassischen Internetseiten (Digitalisierung von Informationen, Bereitstellung von Kaufempfehlungen, Kartenmaterial, Bildern, Videos uvm.) weitere Probleme aufdeckt. Wann kann ich wem welche Informationen zukommen lassen? Nach welchen Kriterien bewerte ich die Eignung einer Information. Diese und weitere Fragen werden gerade eben nicht nur unter Effektivitäts- und Plausibilitätsgründen geklärt. Doch wie kann man die Zensur in einem grenzfreien Medium rechtfertigen?

An Google führt kein Weg mehr vorbei, das ist klar. Aber die Art wie Google uns mit Informationen versorgt ist noch lange nicht festgelegt. Zensur ist der Bereich den man noch am ehesten erkennt. Weil bestimmt irgendwo jemand laut genug auf die Zensur hinweisen wird. Manipulation wird schwieriger, da nicht so ohne weiteres nachzuweisen. Entsprechend verhält es sich mit dem Fakt, das durch die unterschiedliche Bewertung (Pagerank, SEO Optimierer und Co) auch eine entsprechende Meinung verstärkt werden kann.

Nunja, das Thema ansich kann ein ganzes Blog, Buch und viel mehr füllen. Ich wollt einfach nur nochmal daran erinnern, dass man bei der Nutzung der Suchmaschine seiner Wahl vielleicht noch ab und an daran denkt, wie die Informationen dort zu einem gelangen.

8 thoughts on “Was nicht bei Google steht, exisitiert nicht!

  1. Pingback: Planet Larry
  2. Bei Zeitungen ist jedem klar, dass die Redaktion die Meinung macht, bei Software scheint das den Leuten nicht klar zu sein.

    Suchmaschinen sind aber leider so trafficintensiv, dass freie Lösungen es wirklich hochgradig schwer haben, die notwendigen Resourcen zu aquirieren.

    Man könnte die Arbeit durch clients machen lassen wie es auch Boinc oder distributed.net machen, da hat man dann aber natürlich immer das Problem gefälschter Clients, die schlechte Ergebnisse liefern. Trotzdem vielleicht nen Versuch wert.

  3. Das Prinzip einer P2P Suchmaschine gefällt mir, mit einem durchdachten Konzept kann man da einiges erreichen. Wichtig wären IMHO zuerst die Sicherheit, Integration in einen Browser wäre dann noch etwas feines.

    So etwas in der Art von del.icio.us, als Bookmark-Manager im Firefox der die getagged Marks gleich anderen Browsern anbietet. Dezentral, nutzerbestimmt, total Trendy Web2.0.

    Mal Holzbrinck fragen ob sie Geld dafür ausgeben 😉

  4. Muhahaha, kleiner grindiger Bastard!

    Aber mal ernsthaft:
    Für solch ein Konzept wie es mir gerade vorschwebt wird man schwerlich einen komerziellen Finanzierer finden. Die Manipulation gestaltet sich denkbar schwer, die Vermarktung mit Werbung oder ähnlichem ist auch denkbar ungünstig. Das ist ne OpenSource „Tot“-Geburt. Ich glaub ich arbeite die Tage mal was aus und stell es hier vor, mal sehn ob es Reaktionen gibt…

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