Google Patent : psychologische Profile von Rollenspielern

Dieser Artikel hat meine Werbeabneigung mal wieder geweckt.

Ich fürchte das könnte sehr stark in die Hose gehen. Sehr stark. Warum? Nun, die Erfahrung aus mehr als 10 Jahren Rollenspiel-, sowohl spielens als auch leitens.

Wenn man sich den durchschnittlichen Rollenspieler und die von ihm gespielte Figur ansieht, haben die meistens eher wenig gemeinsam. Picklige pupertierende Brillenträger werden zu mysteriösen, mit dunklen Geheimnissen bedeckten Halbelfen. Das Mädel das in der Disko nie eine Cola spendiert bekommt wird die zierliche, anziehende (meistens auch mit dunklen Geheimnissen bedeckt) Attentäterin. Der Kerl der am Wochenende nichtmal die Wasserkiste in den 3. Stock schleppen könnte wird ein muskelbepackter Hühne mit dem Charme von Halb-Hollywood. Die jenigen Spieler die „hängen bleiben“ und auch noch jenseits der Teen zeit dem RPG zugewandt sind, probieren verschieden schräge Charaktäre aus. Alle diese Figuren haben aber eins gemeinsam: Sie sind Teil einer Fantasiewelt, sie werden gebaut, konstruiert, geführt. Sie machen das was ihr Spieler ihnen vorgibt, Dinge die er in seinem eigenem Leben nie machen könnte aber auch nie machen wollte. Weil es eben ein Spiel ist. Oder, welche Definition mir besser gefällt: Ein selbsterzählter Spielfilm ohne Kamera. Die Vergleichbarkeit zu Online-RPG ist hier noch gegeben. Ähnlich könnte man versuchen Han Solo einen Leasingvertrag für den neuen Fünfer oder Indiana Jones Informationen über neue Ledermäntel zu verkaufen. Die Aktivitäten im Spiel haben kaum was gemein mit den Aktivitäten im richtigem Leben. Der Spieler der bei WOW einen Clan leitet (gibt es da sowas überhaupt?), den Diplomaten gibt kann der jenige sein, der im richtigem Leben keinen halbwegs zusammenhängenden Satz rausbringt. Was soll sojemand mit einem Handy? Wer viel Zeit auf Erkunden verwendet, könnte sein das es ein Spieler ist der gar nicht so wirklich mit anderen zusammenspielen möchte und für sich allein bleiben will? Ob so jemand starkes Interesse an Reisen hat, nunja.
Und das man an Spieler von (Online)-RPG Pizza, Cola und Kaffee loswerden kann. Hui, das ist ja was ganz neues!

Sicherlich hat Google das ganze mit einer einfachen Berechnung als Patent eingereicht:
Erstmal sichern, dann testen. Wenn der Markt für Online-Spiele ala SL oder WOW weiter in dem Maße wächst wie manche hoffen kann allein durch die Masse der Spieler genug an Klick&Order Treffern raus kommen. Allerdings sollte man mal die Kaufkraft der gewünschten Zielgruppe analysieren. Hier vor Ort ist nicht vor langer Zeit ein „Spielecafe“ gescheitert, in einer 156-tausender Stadt. Problem war wohl auch die mangelnde Kaufbereitschaft der Kunden. Rollenspieler sind knauserig 😉

3 thoughts on “Google Patent : psychologische Profile von Rollenspielern

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  2. Til says:

    Ich denke, deine Analyse trifft nur auf die Rollenspieler voll zu, die sowohl Pen-and-Paper-RPGs als auch MMORPGs spielen, beziehungsweise bei denen, die dem *Rollen*spiel (im Gegensatz zum Powergaming) frönen.

    Einer, dem die charakterliche und spielerische Entwicklung seiner Figur recht egal ist, solange er genügend Gold (oder Erfahrungspunkte, Reputation etc.) bekommt, dürfte meines Erachtens Methoden anwenden, die näher an seiner persönlichen Realität liegen.

    Aber der Gedanke dass mein Shadowrun-Troll mal auf einen Versicherungsvertreter treffen könnte, der hat seinen Reiz! 😉

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