my *nix is so much bigger than yours…

Ok, es ist nur ein Rant, aber die Diskussionen und Beiträge die sich daraus ergeben zeigen IMHO ein Problem, dem sich Opensource, Linux, *bsd und derweiteren auch manchmal stellen muss:

Der 08/15-PC Bediener will einfach nur eins (und das machen mal locker 80% der Nutzer aus):

  1. Kiste anstellen
  2. Programm wählen
  3. Dinge damit tun

Den Meisten ist es dabei auch noch egal womit sie das machen. Es muss jemand da sein der Fragen beantworten kann, am besten jemand der einen an der Hand nimmt und Schritt für Schritt begleitet bei demProblemen. Davon gehen die meisten einfach aus, warum auch immer sie so denken (vielleicht weil der Community Gedanke auch oft so verkauft wird: „Dann gehst du einfach in das und das Forum und fragst, die kennen sich da ganz gut aus und helfen gerne).

Gerade bei Opensource-Produkten herrscht da ein gewisser Anspruch der Nutzer an die Entwickler/Betreuer auch bei Problemen da zu sein. Sicherlich ist es anstrengend, manchmal frustrierend und sehr oft auch nervend mit den DAUs konfrontiert zu werden. Ob man diese Nutzer haben will oder nicht ist natürlich eine schwere Entscheidung, doch wenn man seine Idee verbreiten will kann man sich nicht nur die Rosinen rauspicken. Viele der Probleme die  durch Neulingsnutzer an die Community  heran getragen werden sind  trivial, selbstverschuldet oder in irgend einer anderen Art und Weise DAU-lastig. Aber die Probleme können auch helfen. Wenn ein Tool nur von Profis genutzt, getestet und verwendet wird, dann lässt es sich später auch nicht mehr an den 08/15-Nutzer vermitteln. Und ob ein Programm auf 100.000 Systemen oder 1.000.000 Systemen getestet wird kann einen gewaltigen Unterschied machen. Gerade wenn das Programm nicht nur auf perfekt abgestimmten Systemen läuft.

Wenn man in einer Nische bleiben will und andere mit „Linux braucht viel Zeit und den Willen sich einzuarbeiten“ zum Überlegen bringen will, ob sie nicht doch eher bei Windows bleiben macht man meiner Meinung nach einen Fehler. Denn mit diesen „Reinnutzern“ bleiben auch die Interessierten weg, über kurz oder lang. Nicht jeder weiss von Anfang an das er sich tief in die Innereien seines Betriebsystems einarbeiten will.  Die meisten wollen erstmal ein nutzbares System haben, später kommt dann das weitere Interesse an der Technik und dem System dahinter. Daher kommen auch die Leute die dann viel Energie und Zeit in die Communities investieren können.

Ich will auch nicht sagen jeder Nutzer ist ein guter Nutzer, aber ein Abkapseln vor den unliebsamen Kandidaten ist ebensoweing hilfreich.

8 thoughts on “my *nix is so much bigger than yours…

  1. Ich bin auch nicht so sehr am abkapseln interessiert wie daran, den Leuten zu erzählen, wie es ist:

    Es gibt Probleme, es ist vieles anders, es ist nicht immer ganz einfach. Es ist es (meiner Meinung nach) sehr wohl wert, aber Leute sollten gezwungen werden, ernsthaft darüber nachzudenken und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Leute die einfach nur 3 Beryl Videos von youtube hinterher laufen, werden nicht helfen und auch nicht glücklich werden. Leute die Schritt für Schritt umsteigen (dual-boot) und sich dabei geweisse Fertigkeiten aneignen, werden viel Spaß haben können und Zufriedenheit erlangen können.

  2. Na toll, da hätte ich mir den Kommentar bei Tante ja sparen können… zu spät gelesen… ups *duck* Okay, Leute, kommentiert mal schön!

    Kommentare bei mir kann man sich nie sparen 😉

  3. Ich weiss nicht ob viele Leute von vornherein dazu bereit sind. Eher kann man jemanden mit bsw. mit Beryl ködern und ihn so dazu bringen sich Schritt für Schritt mit seinem System auseinander zusetzen. Gegen Dual-Boot hab ich gaaaar nix 😀

  4. Ab Abkapseln bin ich überhaupt nicht interessiert, aber ich predige es dennoch desöfteren herunter: versuche nicht everybodies darling zu mimen, sondern mach das was du kannst. Im Klartext: jemand der mit DAUs gut zurecht kommt sollte das tun, da gibts gewiß sehr fähige und geduldige Leute, andere sollten sich nicht verbiegen … kommt eh nichts bei rum. Leute die „alle“ mitschleppen wollen erreichen oft überhaupt gar keinen, lieber beschränke ich mich also auf den nicht-DAU-Teil und erreiche wenigstens dort etwas. Ganz einfache Sache.

    Und zu dem Punkt „viele möchten halt einfach nutzen“ – *meep* das gibt es einfach nicht und das ist der größte nonsense der je auf dem Planeten geäußert wurde. Du mußt überall lernen, permanent und wenn du es nicht machst steht da oft keiner der da profan sagt „RTFM“ oder „DAU“, nein da gibts dann monetäre oder auch gar lethale Folgen. Man sieht also u.U. ist einfach „die Motivation“ höher.

    Dinge die so einfach sind und dennoch jährlich Leben kosten:

    -nicht in der Wanne föhnen
    -kein Balanceakt beim Fensterputzen
    -sich nicht die alkoholische Kanne vor einer Autofahr geben

    usw.

    Einfach wie ein Videorekorder, vielleicht kennt noch jemand die Teile 😉 – viele schafften es nie das Teil zu programmieren für eine Aufnahme oder überhaupt mehr dabei zu nutzen als profanes Record bzw. Play.

    Was ist ein Computer? Eine der komplexesten Maschinen auf dieser schönen Erde und sie wird täglich komplexer. Der Traum vom simplen Einschalten und Nutzen, wird auch auf ewig einer bleiben. Ein Auto ist z.B. lächerlich dagegen, aber bei diesem sieht man die Notwendig zum Lernen ein, gut einige nicht – aber das ist wiederum ein anderes Problem.

    Das was da bei einer der komplexesten Gerätschaften verlangt wird in puncto Einfachheit bzw. das Verlangen nach einer „Händchen-haltenden Community“ ist schlichtweg realitätsfremd und durch, reden wir mal tacheles, durch Faulheit provoziert. Nirgends da draußen kommt man ums Lernen herum, selbst nicht bei den einfachsten Geräten, nirgendswo da draußen kann man tatsächlich Händchen haltende Hilfe erwarten (mag es geben, jedoch als Ausnahme).
    Klartext gesprochen, man sieht die schöne bunte Welt, die mit dem Computer einhergeht, möchte jedoch keine Arbeit investieren und das ist eben schlichtweg unmöglich.

    Einfach mal über ein paar alltägliche Dinge nachdenken, wie „fummel nicht mit dem Schraubenzieher im klemmenden Toaster herum“ (zieh zuvor den Stecker) usw. Alles Lernsache oder halt schmerzhafte „Erfahrung“.

    Um den Bogen wieder zu spannen zu Linux & Co, das Gros der Problem in der Mac Welt (ja auch dort gibt es diese massiv) und in der Windows Welt sind eben vorherrschen ob des Irrglaubens vom simplen Einschalten und Nutzen – ist auch dort massiver nonsense. Eine Drehbank ist auch recht einfach im Prinzip, mal abgesehen vom eigentlichen Geschick, einschalten und nutzen – der Meister wird dem Lehrling etwas husten danach, wenn z.B. zuvor der Schlüssel vom Futter nicht entfernt wurde. Etwas nutzen zu wollen ohne zuvor zu lernen ist schlichtweg Unsinn!

    Das viele aus der „RTFM“ Fraktion selbst zu blöde sind überhaupt etwas zu erklären, ist natürlich auch kein Geheimnis. Das für „das Linux“ im Prinzip gar kein Handbuch existiert und die Vorgehensweise bei dem einen Linux mit dem anderen nicht unbedingt funktionieren muß, ist wohl auch bekannt und sorgt für dieses Dilema – aus diesem Grund rate ich auch keinem zu einem Linux und wenn in einer schwachen Minute zu Debian, sauber und mit einem ausführlichen Handbuch versehen. Ansonsten halt BSD. Aber wie gesagt ich beschäftige mich auch nicht mit reinen DAUs obwohl ich teils recht viel erkläre.

    Aber ehrlich mit der Auffassung die heute usus ist, hätte ich zu ZX81 Zeiten keinen Blumentopf gewonnen. Einfach einschalten und nutzen funktionierte da zwar nach, aber da stand man erst einmal vor einem Cursor. Sprich ohne Wissen, konnte man da erst gar nichts kaputt machen. Heute langt ein Click und das ist weitaus gefährlicher …

  5. Man sollte zumindest eine Balance zwischen „allen“ und den bequemen schaffen. Everbodys Darling wird ebensowenig laufen wie nur auf die angenehmen Nutzer abzuzielen.

    Und ich bleib dabei: Viele wollen einfach nutzen.
    Das ist nicht meine Einstellung, aber das was ich vielfach erlebe. Dort wird der Computer nicht als komplexes Gerät oder als zeit- und arbeitsaufwendiges Werkzeug betrachtet. Vergleiche hinken halt immer, aber das Verhalten von nicht fachlichen PC-Nutzern bedient sich immer an anderen Schemata. Da wird dann ein Vergleich zum Fernseher gezogen, oder zum Mac der Nachbarn oder oder oder…

    Es wäre schön wenn jeder, der sich vor einen PC setzt das in dem Bewusstsein macht das er sich nicht mal eben damit beschäftigen kann, auf verschiedene Dinge (Sicherheit, Aktualität der Software, Auswirkungen der Handlungen) achten würde, aber das ist und bleibt Wunschdenken!

    Ich geb dir vollkommen recht das es unmöglich ist, das Thema Computer ohne anhaltene Arbeit und Aufmerksamkeit anzufassen. Aber:
    Die „Realität“ der Communities, auch der Kollegen von M$ und Co schrabbt mit ihren Wünschen einfach an der „Realität“ der meisten Nutzer vorbei.

    Es mag ja ganz angenehm sein sich gegenseitig die Hände zu schütteln und einvernehmlich zu sagen, das man bei Linux (und auch bei Windows…) mehr wissen muss als den Powerbutton, die Maus und die Verknüpfungen auf die gängigen Programme.

    Doch das interessiert von den Problemfällen keinen. Und solange man diese nicht mit irgend einem Trick dazu bekommt _das_ zu tun das hier gefordert wird, das Mitdenken, das Nachdenken und das Hinterfragen des eigenen Verhalten am PC und sofort, solange wird auch nichts passieren.

    Ich bleib dabei:
    Man muss sich auf den (unbequemen, dauigen) Nutzer einstellen (!= anpassen, bevor das falsch verstanden wird), ihn von mir aus mit Beryl ködern, anfangs etwas unter die Finger greifen und hoffen das er sich dann dem Verhalten annähert das man gerne hätte. Anders rum wird es nie laufen.

    Der PC ist für die meisten eine Black-Box, ein Tool, eine graue Kiste am Tisch die das machen soll was man will. Das diese Einstellung nicht das Optimum bestreite ich nicht. Doch man sollte versuchen mit dieser Einstellung der Leute zu arbeiten, einfach etwas anderes von ihnen zu erwarten läuft nicht. Schritt für Schritt eine Umgewöhnung von der reinen Konsumentenhaltung zu einem interaktivem Umgang mit dem Computer dauert bei nicht IT-nahen Leuten halt etwas länger.

    Und zum Abschluss noch eins der tollen vergleichenden Beispiele mit Hinkefuß:
    Fahrradfahren. Jeder der es kann weiss wie einfach es ist. Das Rad reparieren oder Teile austauschen ist nicht für jeden was, aber fahren kann jeder.

    Nun überlegt aber mal wie ihr Radfahren gelernt habt:
    Hat man euch das Fahrrad und ein Dreirad hingestellt und gesagt „So, das eine kannst du ja fahren, da brauchst du dir auch nicht viel Gedanken machen, damit kannst du nicht umfallen. Das andere musst du dir erstmal genau ansehen, das ist etwas komplizierter. Und hinfallen und dir weh tun kannst du damit auch. Aber wenn du dir das langsam Schritt für Schritt beibringst wird das bestimmt was. Und zur Not hast du ja immer noch dein Dreirad.“

  6. Ist ja auch alles kein Problem, nur braucht auch ebenso wie im Straßenverkehr keiner später zu jammern, wenn es kracht oder wenn man eben auf der Strecke bleibt – die Schule und der weitere Bildungsweg wären da auch noch ein probates Beispiel 🙂

    >Man muss sich auf den (unbequemen, dauigen) Nutzer einstellen

    Warum? Gehst du von der irrigen Annahme aus, das ich eine „Welt-Dominanz“ von Linux oder ähnlichem möchte? Keineswegs, wenn jemand – um bei deinem Beispiel zu bleiben – ein Fahrad mit Stützrädern braucht, soll er halt dabei bleiben. Aber bitte es ist witzlos an jedes Zweirad diese Stützräder zu montieren, eine Harley schaut damit nur allzu lächerlich aus 😀

    >Doch das interessiert von den Problemfällen keinen.

    Du hast eine komplett falsche Sicht meiner Auffassung, mir sind die Problemfälle insofern völlig egal und vernachlässigbar, wenn diese keinerlei Willen zum Lernen aufzeigen.
    Lernwilligen Leuten halte ich gerne die Hand, der Rest schadet sich meiner Meinung nach mehr als er Nutzen durch ein alternatives Betriebssystem erfährt. Den einzigen Schaden der imo durch Windows entsteht, ist die „schleichende Verblödung“, dauerhaft mit Stützrädern fahren und der Gleichgewichtssinn rostet massiv ein. Fahre mal 15-20 Jahre kein Fahrad mehr, man verlernt es zwar nie aber hallo, da kommt eine „Freude“ auf 😉

    http://www.fixmbr.de/ist-windows-muell/

    Seit 11-12 Jahren bin ich nun bei Opensource dabei und propagiere diese Systeme. Allerdings habe ich es aufgegeben den Missionar für alle zu spielen, ich schaue verstärkt auf Leute die a) Windows nutzen, b) techn. fit sind und c) desöfteren Ärger damit haben, der sich z.B. auch mit *BSD lösen läßt. Zum anderen „lebe ich Opensource vor“ bzw. beteilige mich massiv an diversen Projekten. Das Anbieder wie gesagt überlasse ich anderen und mal ehrlich sich verbiegen kommt nie an. Hilfsbereit sein ist das Entgegenkommen auf der einen Seite, Lernbereitschaft vice versa das Entgegenkommen des „DAUs“ – nur so funktioniert das und da brauchts auch kein „Linux im FisherPrice Look“.

  7. [Auf Nutzer einstellen]
    |Warum? Gehst du von der irrigen Annahme aus, das ich |eine “Welt-Dominanz” von Linux oder ähnlichem |möchte?

    Gewiss nicht, hatte ich auch nicht vor so etwas anzudeuten.
    Mir geht es darum an dem Bild einer von Elitismus (Unwort des Jahres Tante ;-)) geprägten Community zu wackeln 😉

    |Keineswegs, wenn jemand – um bei deinem Beispiel zu |bleiben – ein Fahrad mit Stützrädern braucht, soll |er halt dabei bleiben. Aber bitte es ist witzlos an |jedes Zweirad diese Stützräder zu montieren, eine |Harley schaut damit nur allzu lächerlich aus

    Die meisten Harleys hierzulande sehen erstmal aufgrund ihrer zu zivilen Fahrer lächerlich aus, aber back2topic:
    Mir gings darum den Leuten anfangs etwas Hilfe zu geben und das Rad zu führen. Also kein RTFM sondern eine „Wenn ich mal 5min hab schau ich mir das an“ oder beantworte den Thread im Forum-Einstellung.

    |[…]wenn diese keinerlei Willen zum Lernen |aufzeigen.
    |Lernwilligen Leuten halte ich gerne die Hand[..]

    Genau da liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer:
    Wie will man den Lernwillen noch erkennen in dem man gleich abschreckt? Ich erwarte ja nicht das man jedem Problem sofort die Lösung entgegenhält. Aber eine Chance haben die meisten Nutzer verdient zumindest an das Thema herangeführt zu werden.

    |Den einzigen Schaden der imo durch Windows entsteht, |ist die “schleichende Verblödung”[..]
    Absolut falsche Sicht IMHO. Durch die Nutzung von (ungeschütztem und inaktuellem) Windows lohnt es sich für die meisten Spam- und Botznetzbetreiber erst aktiv zu werden. Wenn der Anteil dieser Stützradfahrer also abnimmt, kann man hoffen das auch in dieser Hinsicht ruhiger zu geht. Und nein, einen Lernprozess bei den Gestalten die sich mittels solcher Methoden bereichern wollen setze ich nicht voraus.

    Das du nicht missionierst ist doch Spitze, dogmatische Haltungen bei IT-Themen sind eh so überflüssig wie nichts anderes. Eine Alternative anbieten zu können für Interessierte ist immer gut. Und das man der Hilfsbereitschaft das Entgegenkommen aufwiegt ist das ok, doch vorneweg erstmal nur das Entgegenkommen zu postulieren schränkt den Kreis der Leute die a),b) und c) erfüllen stark an. Irgendwann zu stark. Das war das was ich unter anderem sagen wollte 😉

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