Was sind schon Freaks, was sind schon Models…

Tjar, gesehen hab ich es. Die deutsche Version von die Schöne und das Biest das Model und der Freak.

Überraschungen gab es keine. Flach blieb die Sendung über den gesamten Zeitraum. Grob zusammen gefasst lief das ganze ja so:

2 „Schönheiten“ (Ja, sowas ist immer noch Geschmackssache) werden gezeigt, „ihr“ exklusiver Loft, dann dürfen sie die „Freaks“ auf Video bewundern. Natürlich sind sie schockiert. Die Fragen wie „Das sowas überhaupt noch unterstützt wird!“ oder „Sowas darf frei rumlaufen“ stellen sie liebenswürdiger Weise aber nicht. Zumindest noch in dieser Folge. Oberflächliche Bemerkungen über das Aussehen der Kandidaten werden abgelassen. Dann werden die „Freaks“ noch dem Zuschauer vorgeführt vorgestellt: Nicht massen taugliche Hobbies („Hey Alda hast du dieses komische Ding gesehen? Ditschudu?), eh mit genug Vorurteilen versehene Klischees (Informatiker Physiker, lange Haare und Mangas, wow!) präsentiert und dann geht es schon in die vollen. Hier ein wenig Tanzen in Kostümen die „echte“ Männer wohl nur mit der Kneifzange anfassen würden. Wohlgemerkt die Sorte „echte“ Männer die auch noch weit andere Probleme hat außer unterdrückter Homophobie…

So schleppte sich das ganze dann über „Highlights“ wie eine Selbstreflexion mittels einer Plakatwand (das einzige, was halbwegs Sinn machte: Wie sehen mich andere. Leider aber auch von zusammengestellten Kommentaren der Passanten zerstört.), der Entdeckung des Deorollers und der Erfahrung des liegen lernen.

Die grosse Überraschung am Ende: Nach einem Umstylen (weniger freundliche Zeitgenossen würden auch Angleichen oder Assimilieren sagen) gibt es ein Date bzw. ein Doppeldate äh eine Probe-WG. Und alles wird gut.

Ende vom Märchen.

Nun mal ehrlich? Glauben wir das?

Märchen gehen immer gut aus, alle sind glücklich und so weiter halt. Doch hilft diese Darstellung von nicht angepassten Menschen in irgend einer Weise?
„Ey du bist doch nen Freak!“ – „Schau dir den Freak an…“
Natürlich will der Sender Quote, natürlich wird er die Quote mit dem gekauften Konzept bekommen. Hierzulande Überall gibt es immer wieder genug Menschen die sich nur dann gut fühlen wenn sie sich anderen gegenüber erhoben fühlen können. Ein wenig Erniedrigung im flimmernden Wunderkasten sehen und schon ist das eigene Elend vergessen.

ich schrieb nicht angepasst. Dabei ist das totaler Müll. Nicht normal, nicht alltäglich… Alles irgendwie mit einem negativen Schatten versehen. Nicht so langweilig, nicht 0815 oder erfrischend könnte man doch auch schreiben. Mir wär es lieber der einzige andere Fahrgast im sonst leerem Abteil des letzten Zuges wäre ein „Freak“ der Didgeridoo spielt, als ein trendiger Schönling der seinen letzten Koksrausch nicht ganz überwunden hat. Und bei den Models : vielleicht unterhalte ich mich auch mal eher mit jemanden, der mehr Themen auf Lager hat als die aktuelle Kollektion von bauch und hirnfrei oder die neuesten Eyeliner…

Vielleicht sollte man als halbwegs mit Verstand gesegneter Mensch, ich weiss davon gibt seid dem Jahre 1 n. polyphoner Klingelton immer weniger, mal überlegen was man so als Freak bezeichnet. Nur weil man etwas nicht direkt verstehen kann oder will, einem Verhaltensweisen oder Angewohnheiten anderer fremd vorkommen, gibt es einem nicht immer den Freibrief dies zu verurteilen.
Für die bodenständigeren kann man auch folgendes Zitat anbringen: Wat der Buer net kennt, das fret hey net!

Für mehr Freaks und weniger Gleichgeschaltete in der Gesellschaft…

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