Hurricane 2007: Der Freitag

Der erste wesentliche Festival Tag. Der Morgen, der mich schon um 6h begrüßte, ich weiß bislang immer noch nicht warum ich um diese Unzeit bereits Topfit aus dem Zelt geklettert bin (und nein, es war nicht der Ruf der Natur), nun jedenfalls: Der Morgen, der mich schon um 6h begrüßte zeigte mir einen zwar bedeckten, aber weitesgehend trockenen Himmel. Neben den noch ganz freien Duschen und Wasser-WCs viel mir dann das erste „Feature“ der neuen Organisation auf. Da alle und jeder von Norden kommende über den Bereich von C1 zum Gelände gelotst wurde, war der Boden neben dem Bändchenzelt mehr oder weniger ein halb trockener Schlammsee. Gute 10cm Schlamm (Ich erinnere nochmal an die Litanei: Lass es Wasser sein, Lass es Wasser sein…) brachten mich auf die Idee möglichst schnell die restlichen Dinge aus dem Wagen zum Zeltplatz zu bringen.  Zumal um diese Zeit ein heißer Tee nicht mit Gold aufgewogen werden kann. Gesagt getan. So kam ich relativ zügig mit fast allem am Zeltplatz an und habe dabei noch einen trockeneren, näher an der Strasse und näher am Zeltplatz liegenden Parkplatz ergriffen. Und das ganze noch nicht mal vor 8h.  Zeit für das erste Frühstück. Also den Grill und Gaskocher anwerfen, Tee und Steaks sind doch fast ein Feinschmeckermenu.

Nach und nach kam auch in das restliche Camp so etwas wie Leben, passend dazu setzte der Nieselregen ein, der uns nun mehr oder minder das Wochenende nicht dauerhaft verlassen würde.  Nach diesen ersten Stärkungen, Erkundungen der näheren Umgebung, der Feststellung das „AbiturientInnen“ einfach manchmal non-verbale Kommunikation bevorzugen sollten und der Verstärkung diverser Vorurteile über Anhänger mancher Bands ging es dann auch endlich mal zum Festival Gelände. Der Einlass verlief halbwegs flüssig, die Kontrollen waren dankbar oberflächlich (jaja, wenn nächstes Jahr bei den Foo Fighters jemand einen kleinen Finger verliert weil ein besoffener Oberstufler seine Becks(glas)flasche in die Menge geworfen hat bin ich wieder der Böse…) .

Das Gelände glänzte gleich durch die Abwesenheit der kleinen Bühne, aber darauf war man ja noch vorbereitet. Dieses Ballermannpartyzelt mit der Wumtata-Musik hingegen war nicht eingeplant. Bei „muss ich nicht unbedingt aus der ersten Reihe sehen, kann ich mir aber anhören Bands“ konnte man also den hinteren Teil des Geländes vergessen, da war „Stimmungsmusik“ dominant. Naja, so schlecht war die Musik nicht auf Dauer, aber was diese Extrembeschallung in der akustischen Nähe von Bühnen verlohren hat versteh ich immer noch nicht, auch gegen abend erlebte ich dort den kleinen „Cocktailstand gegen Frau Manson“ Versuch, der aber wohl relativ schnell beendet wurde.

Musik war ja auch das erste Thema das einen begegnete, dreisterweise wurde mein Kommentar „Mädchen-Rock-Band“ zu McQueen  von der Gruppe anders gedeutet als er gedacht war, naja nach dem sie spielten wurde das ja relativiert 😉 Jedenfalls war das eine gute Einstimmung auf das Wochenende. Getrübt wurde das ganze nur von der relativ langen Wartezeit im Merch-Zelt :-/.  Der Rest des Geländes wurde dann natürlich auch erkundet.

Da ist der Boden noch halbwegs passierbar, aber das sollte sich noch ändern. Leider…

Die zweite Bühne hatte einen guten Platz gefunden. Das hier platzierte Bierzelt (Ein frisch gezapftes kaltes Weissbier auf dem Festival ist schon irgendwie geil…) war eine gute Idee. Immerhin gab es hier keine Musik die von der Bühne ablenkte. Ein paar weitere Fressstände, noch ein Merch-Zelt ergänzten das Bild. Kommen wir zum Manko des Jahres: Das Werbezelt mit Musik, der Coke-Merchandising-Bühnen-Getränkestand. Ein viel zu kleiner Eingang, auf den ersten Blick viel zu wenig Platz vor der Bühne und eine riesen Theke. Na super. da hätte man mal lieber die iTunes-Ecke weggelassen und einen weiteren Eingang oder mehr Platz vor der Bühne geschaffen. Damit war klar das es nicht einfach wird eine Band da drinnen zu sehen, wenn man sich nicht ne Stunde vorher in das Zelt begibt oder wie ein besoffener Berserker randaliert um rein zukommen.

Da es so langsam Zeit wurde für  Serienmusik ging es wieder zur grossen Bühne, wo Snow Patrol eine respektable Vorstellung gaben. Auf jedenfall eine sehr gute Liveband. Wer die Möglichkeit hat sie sich mal anzuhören und zu sehen sollte sie ruhig wahrnehmen.

Der nun einsetzende Regen schien die Menge nicht wirklich zu stören, zudem es bei der eher chilligen Musik auch noch friedlich war. Und immerhin war ich nicht der einzige der sich auf Chasing Cars und Open Your Eyes gefreut hat. Klar ist es nicht fein eine Band auf diese Lieder zu reduzieren aber manchmal darf man sich eine Konsumentenhaltung erlauben 😉

Der folgende Auftritt der Fantastischen Vier war geprägt von nervigen Turbodeppen. Schuldigung Turbojugend, ihr magt ja alle ganz tolle Leute sein, aber die Deppen  an diesem Freitag haben mir erstmal gereicht den Kuttenträgern die Intelligenz abzusprechen. Und wenn Long Dong Dingsbums aus Hintersfeldehausen heute seine gegeelte  Gestalt in den 25€ C&A Anzug quetscht, seine Pornosonnenbrille zuhause lässt und den Bückstück-Bankangestellten mimt, sollte man seinem Chef vielleicht mal Videoaufnahmen vorspielen wie diese Gestalt stockbesoffen kleine Mädchen zur Seite boxt damit er 20cm weiter vorne stehen kann. Da so ein verhalten bei weitem kein Einzelfall  war in der Gegend um den zweiten Wellenbrecher hab ich mir nur die Hälfte der Fantas gegönnt. Ich habe und werde sie noch öfter sehen. Frisch gestärkt und passender dem Wetter gekleidet ging es dann zu den Beastie Boys. Neben einer etwas größeren Entfernung sorgte der bessere Platz für einen guten Eindruck. Sehr routiniert spielten sie ihr Programm ab. Sind ja auch schon ein paar Jahre dabei. Das Fotografieren habe ich ab diesen Punkt reduziert, aber bildliche Eindrücke finden sich ja massenweise im Netz.

Hier noch der Beweis das das Wetter nicht nur scheisse war.   Immerhin war es ab den Beastie Boys weitesgehend trocken.  Und meine „muss ich nochmal live sehen“ Liste ist um einen Eintrag reduziert worden.

Fehlt ja nur noch der Top Act des Abends. Queens of the Stone Age.

Keine Bilder. Nicht viele Worte. Es war einfach perfekt. Super Sound (wer was von zu leise sagt war zu weit hinten ;-)), spitzen Auftritt und gute Zugaben haben den Abend einen krönenden Abschluss verpasst. Der Rückweg war gut dazu geeignet meinen Mudwalk zu perfektionieren.

Mudwalk, der:

Eine Fortbewegungsweise auf schlammigen, verdreckten und feuchtem Untergrund.  Der Läufer überschreitet die betroffene Fläche mit weiten, schnellen Schritten. Dabei wird möglichst auf der Fußspitze gesprungen, und durch ruckartiges bewegen ein tiefes Einsinken verhindert. Zur Verbesserung der Stabilität werden mit den Armen rudernde Bewegungen ausgeführt. Zur Warnung umherstehender Matschsäulen (Alle Lebewesen die sich langsamer bewegen) kann ein irres Kichern oder Lachen hinzugefügt werden. Der Mudwalk sollte nach Überquerung der Fläche noch für einige Schritte bei beibehalten werden. Dies dient sowohl der Reinigung der Schuhe als auch der Erhöhung der Distanz zu Matschsäulen die hinter dem Läufer standen.

5 thoughts on “Hurricane 2007: Der Freitag

  1. Ach, die Ballermann-Musik, die hatte ich ja ganz vergessen 🙂 . Da waren die ruhigen Bierzelte (auch das gibt es) doch angenehmer… sitzen, oh yeah, das tut manchmal eben auch gut.

  2. Vergessen hab ich zwei Dinge:

    Den Betrunkenen der sich um kurz nach Sieben in die Schlammfläche neben der Bändselausgabe gelegt hat. Und das Bild hier:
    [img]http://www.it-guerilla.de/wp-images/unwetter.jpg[img]

  3. Das Hurricane war echt genial! Am Freitag konnte aber keine Bands – von denen ich leider nur wenig mitbekommen habe – mit der nächtlichen Trommelaction auf der Straße vor C2 mithalten. 😀

Comments are closed.