Paapaaaaapaaaaaaaniiik!!! Bankenkrise – Reaktionen. Waffen. Kopfkissenkonten und mehr

Bankenkrise: Geld unters Kopfkissen?

Ich würd ja sagen nein. Es ist schon unterhaltsam wie sehr die Panik bei einigen dezent anfängt aufzusteigen. Insbesondere bei den Kreisen die ihre Anlagen nur in monetärer Form haben. Die eigentlichen Ratschläge in diesem und auch in diesem Beitrag hier beim Don bewerte ich nicht ausführlich.

Aber die Blogosphäre ist wohl in Panik, da werden nun die Kopfkissen mit den Scheinen gestopft, die Münzen im Garten vergraben und auf den Weltuntergang gewartet. Nun, sicherlich ist die aktuelle Bankenkrise erst der Anfang vom Ende eines Umgangs mit „Werten“, der eben auch zu einem Untergang verdammt sein sollte. Doch ein paar Punkte kann ich einfach nicht unkommentiert lassen. Fangen wir mit dem Ruf bzw. dem Wunsch nach Waffen an:

  • ….und dann brauchen/holen/haben wir ja noch Waffen!!!!!!1111elf :

Ok, das sich die Counterstrike-Kiddie Generation auch mal wandelt war ja klar, aber da die Generation Blog nun auch nach Waffen dürstet? Zumal viele der „Free Tibet“ Poster sicherlich auch diese Gedanken haben dürften. Nun, die wenigsten dürften (zum Glück) eine Schusswaffe besitzen, geschweige denn Ahnung vom Umgang mit eben einer solchen haben. Weder bei einer kurzfristigen (Denke mal das ist es was uns erwartet) noch bei einer mittel- oder einer langfristigen Krise wird eine einzelne Waffe viel helfen. (Und nein, solang es nicht eine LKW-Ladung Langwaffen als Handelsware ist auch größere Mengen nicht) Warum? Nun, bis die sogenannte „staatliche“ Ordnung zusammenbricht muss einiges passieren. Im Notfall gibt es durch die verschiedensten Dienste in Deutschland (Polizei in Bund und Ländern, Feuerwehren, THW, Bundeswehr, Schlagmichtod,…) genug Manpower um Massenaufruhen, Panik und ähnliche Situationen wie sie in früheren Jahren passiert sind zu bändigen. Kaum jemand will einen ernsthaften Konflikt oder eine langfristige Krise, kurzfristige Reaktionen werden auf einem „Zähne zusammenbeißen und durch!“ erfolgen, nur weil die importierten Paprika im Supermarkt 10€ kosten bricht der Nachbar einem nicht die Tür auf und durchsucht Kommoden und Schränke.

  • Aber wenn das doch länger dauert ist eine Waffe bestimmt nicht schlecht!

Wenn es zu einer längeren Krise kommt, wäre eine Schusswaffe nicht gerade die optimale Wahl. Gehen wir mal davon aus das sich Hänschen Blogposter aus Panik über den „Bekannten der Schwester vom Nachbar der Arbeitskollegin“ eine Schusswaffe zulegt. Offiziell sind die Wege zur Erlaubnis einer Waffe mehr als Schwer wenn kein „Bedarf“ besteht. Zudem muss für den Panik behafteten Hänschen Blogposter die „Waffe“ direkt her und nicht gewartet werden. Gut, Hänschen weiß nun ungefähr wo das gute und das böse Ende ist und hat vielleicht mal ganz mutig im Wald einen Schuss abgegeben. Ein „paar“ Patronen hat er auch bekommen. Und nun? Wird die Waffe erst mal versteckt. Ist ja illegal und „noch“ ist H. Blogposter ein braver Bürger. Und so unwahrscheinlich wie es ist bricht die Welt auseinander und die Menschen werden innerhalb von Stunden zu primitiven Wesen noch primitiveren Wesen als sie es schon sind. Hänschen Blogleser lacht über meinen Optimismus und führt nun sehr stolz seine Waffe umher. Ungefähr 3 Wochen. Dann hat er jemanden getroffen der auch eine Waffe mit sich führt und genau so nervös ist wie Hänschen. Nur hat der andere ihn vielleicht eher getroffen. Ok, das ist eine fiese Zukunftsaussicht? Hier noch ein paar andere: Die Munition ist alle, woher kommt denn nun Nachschub wenn die Welt doch zusammengebrochen ist? – Die Waffe ist blockiert, was nun? – Der andere hat „das größere“ Exemplar, trifft besser, die anderen sind einfach zu viele. Sind wir mal ehrlich: Schusswaffen werden schon aus gutem Grund nicht jedem in die Hand gelegt. Nun darauf zu hoffen allein durch den Besitz einer Schusswaffe „Sicherheit“ zu erlangen mag psychologisch noch Sinn machen, für den angedachten Weltuntergang den einige in der Bankenkrise sehen, sind sie alleine wenig hilfreich. Neben etwas praktischer Erfahrung sollte ein Basiswissen über die Reparatur und Instandhaltung vorhanden sein, sonst hat man all zu schnell ein Stück wertloses Metall, besonders dann wenn die Waffe aus dem Trenchcoat eines freundlich grinsenden Menschen mit nervösen Augenbewegungen stammt. Bei größeren Schusswaffen, sprich Gewehren sieht die Situation schon etwas anders aus. Unter diesen Bedingungen: Hänschen lebt auf dem Land, hat Erfahrungen in der Jagd, dem Zerlegen von Tieren, die Fähigkeit die Waffe zu warten und zu reparieren und genug Erfahrung als Büchsenmacher um sich ein wenig Munition zu schaffen. Hänschen ist ein Blogger aus der Stadt der nur zu viele Filme gesehen hat? Finger Weg von den Schusswaffen!

  • Hm, naja und was ist mit anderen Waffen?

Zur Selbstverteidigung natürlich. Und zur Verteidigung vom eigenen Hab und Gut. Eine hohe Mauer und ein Festes Tor um den eigenen Besitz können aber auch hilfreich sein, ebenso stabile Türen und Schlösser. Passiver Objektschutz ist ein Thema das bei diesen Krisenträumern nicht existiert. Da wird über die großen Vorräte, die vielen Waffen und Wünsche philosophiert und nebenbei die 5×2 Meter Glasfront im Wohnzimmer vergessen. Wer wirklich soviel Angst um sein Hab und Gut hat sollte an eine passive Sicherung denken und sich nicht (nur) auf aktive Verteidigung verlassen. Irgendwann will man auch mal wieder in Ruhe schlafen, muss vielleicht „Einkaufen“ oder Arbeiten (Ein Thema das ich noch nicht ganz verstanden habe bei den vielen Antworten: Wenn die Banken nun zusammenbrechen, sitzen die dann alle mit ihren kleinen Pistölchen bibbernd im Keller und warten auf den Wechsel? Oder gehen und leben sie doch ihr Leben normal weiter und bekommen ihren Lohn halt wieder in der „Tüte“ statt als Überweisung). Zu anderen Waffen schreibe ich vielleicht getrennt nochmal was, bei geringen bis nicht vorhandenen Erfahrungen helfen die meisten Dinge ungefähr soviel wie ein stabiler Knüppel. Also würde ich den ängstlichen Blogposter Hänschen zu einem solchen raten, ca. 1-1,5m lang, stabil aus Wurzelholz 😉

  • und mein Geld leg ich mir unter das Kopfkissen, anders an etc.

Nun, dieser Punkt dürfte schnell abgehandelt sein. Wer nicht in der Lage ist eine mittelgroße Summe (>=20.000€) in verschiedenen Währungen in gestückelter Form dezent zu beschaffen brauch seine kleinen Ersparnisse auch nicht unbedingt unter die Matratze legen. Vielleicht eher mal überlegen welche Ausgaben noch anstehen und Dinge wie die (notwendige) Reparatur am Auto vorziehen, die eigene Wohnung/Haus winterfest machen. Vielleicht für die Eigenversorgung mit Strom, Wasser oder Wärme sorgen. Im Keller ein wenig Vorrat anlegen (schönes Thema, schreibe ich auch nochmal was gesondert zu), Verbindlichkeiten beseitigen und nicht unbedingt neue Anlagen vornehmen.  Ein kleiner Notgroschen (max. 1000€) in Bargeld kann natürlich nicht schaden wenn die ATMs/Geldautomaten tatsächlich nicht mehr funktionieren, aber da in solchen Situationen die Preise auch steigen und die Abhängigkeiten im bargeldlosen Geschäftsverkehr nicht gering sind kommt man nicht unbedingt weit damit. Die anderen wollen dann auch nicht unbedingt Geld oder Gold sehen sondern etwa das sie gerade im Moment brauchen können. Vielleicht bekommt der Begriff „Markt“ dank so einer (unwahrscheinlichen, wie ich immer wieder betonen muss) Krise eine alte und gleichzeitig neue Bedeutung. Eine denk- und wahrscheinlich auch brauchbare Alternativwährung wären „Kippen und Schnaps“ – Die Abhängigkeiten der meisten Menschen von einer oder beider dieser Drogen ist unwahrscheinlich hoch. Und drei Sack Kartoffeln gegen eine Flasche Doppelkorn füllen den eigenen Magen bestimmt besser als Goldschmuck oder wertloses Papier. Zumal in diesem imaginären Fall der zusammengebrochenen Welt die ein oder andere Gefälligkeit gegen eine Schachtel Kippen zu bekommen sein dürfte. Jeder darf sich in seiner eigenen Phantasie ausmalen was er da drunter versteht. Zollbeamte oder „Grenzwächter“ sind ja schon mal ein Anfang.

Gehen wir mal ein Thema weiter, die Vorratsgeschichte:

  • Und dann hab ich Vorräte/Land zum bebauen/$Wertobjekt im Angebot

Ja, der Ansatz hat schon realistischere Züge. Aber ich mach ihn auch mal „kaputt“ und fang damit hinten an: Was auch immer man momentan als Wertgegenstand sieht – wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das man es in dieser Dystopie ebenfalls noch ein Wertgegenstand ist? Das Beispiel der „Kippen und Schnaps“-Theorie zeigt ja, das man ein Objekt nehmen muss, das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit begehrt wird. Momentane Statussymbole oder Wertgegenstände werden da nur kurz und vielleicht mittelfristig helfen, bei einer langfristigen Krise sollte man sich auf Dinge konzentrieren die immer benötigt werden und auch leicht zu bewegen und handhaben sind. Alkohol, Nikotin, Koffein, Tee, Arznei und andere Drogen beispielsweise.

Land zu bebauen ist ein sehr guter Sicherungsfaktor für langfristige Krisen. Fehlt nur noch die Saat, das Wissen wie etwas zu bearbeiten ist und die geeignete Ausdauer. Landwirtschaft ist harte Arbeit, wer nun in seinem Vorstadtgarten meint die Zukunft als Bauer zu verbringen wird zum einen schnell merken warum viele Felder so groß sind, und zum anderen wird ein Thema wie der Streit um Linda auch interessant. Und was passiert mit einer gentechnisch veränderten Saat, die nur einjährig anbaubar ist? Woher kommt dann neue Saat? Dennoch ist für eine solche Krise die Idee der Selbstversorgung sehr lobenswert, wenn viele Menschen schon heute Investitionen in diese Punkte legen würden (Eigen bzw. Zusatzversorgung im Energiebereich, Eigenanbau von Lebensmitteln soweit möglich, Reduzierung der externen Zuflüsse an Wasser, Strom etc.) könnten sie entspannter sein.

Vorräte sind ein gutes Thema, so gut das ich sie bei Zeiten in einem eigenen Beitrag besprechen werde. Nur soviel dazu: „Früher“ war es Gang und gebe eine Vorratskammer zu haben. Meine Oma hat eine, meine Eltern haben eine doch in den jüngeren Generationen scheint dieses Modell wieder aus der Mode gekommen zu sein. Ein Grund dürfte sicherlich die Möglichkeit sein, direkt alles zu erhalten und eine gute Versorgung mit frischen Waren zu genießen. Wie lange so etwas in einer Krise sichergestellt ist fraglich. Also warum nicht einfach ein paar Vorräte anlegen? Nicht gerade die Markenkäsepackung die nur 3 Wochen hält, aber ein solider Grundvorrat für einige Monate an lang haltbaren Lebensmitteln ist nicht sonderlich teuer und momentan noch in Ruhe zusammenstellbar. Mehl, Salz, Zucker, Reis, Konserven, Wasser, Tütensuppen etc. alles was sich länger als 2! Jahre hält wird eingelagert. Ehrlichgesagt ist dafür aber auch ein etwas komplexeres System notwendig. Mit einem Einkauf hat sich das Problem nicht erledigt, der Vorrat will ja auch gepflegt werden. Mehr dazu auf Wunsch in einem gesonderten Beitrag in den kommenden Tagen.

  • · Und damit überleb ich dann die Krise?

Keine Ahnung. Vielleicht wirst du gleich vom Blitz erschlagen, morgen explodiert ein Terrorist neben dir oder dein nächster Flug stürzt ab. Vielleicht wirst du auch noch mit 95 mein Blog lesen und über die lächerliche Panik schmunzeln, die zu Beginn des 21. Jhd. herrschte. Vielleicht haben dir die Hinweise geholfen oder dich dazu gebracht über das Thema nachzudenken.

Viel wahrscheinlicher ist aber das es nicht zu einer solchen Krise kommen wird. Nur die Panik die so langsam aufkommt stimmt mich etwas bedenklich. Zum einen, weil sich so etwas immer aus dem Internet ins richtige Leben übertragen kann. („Schau mal was ich im Internet gelesen hab, das ist ja richtig schlimm!“), zum andern weil ein panikhafter Run auf die Banken ums Bargeld wirklich nicht ideal ist. Vielleicht sorgt die momentane Krise der Banken aber auch mal dafür das einzelne über ihr Weltbild nachdenken und dies etwas „optimieren“. Leben auf Pump war und ist nie eine gute Idee, wenn es mal anhand der Banken deutlich wird, muss es doch auch von der Masse verstanden werden.

6 thoughts on “Paapaaaaapaaaaaaaniiik!!! Bankenkrise – Reaktionen. Waffen. Kopfkissenkonten und mehr

  1. Wenn die Werwolfzombie-Bänker auf den Straßen heulen werden wir zu dir eilen, größere Zinn- und Bleivorräte innerhalb Oldenburg kenne ich sonst nicht 😉 Und Silber hilft bei denen ja nicht, das spekulieren die nur weg

  2. Maria says:

    Schade, daß die Regierung noch keine Maßnahmen unternommen hat, um seine Bevölkerung aufzuklären, was man sich in solchen Zeiten an Vorräten zulegen soll, so wie es aussieht, kann sich die Regierung einen solchen Zustand selbst nicht vorstellen. Da überlegen sie, wie man der Autointustrie hilft, anstatt für das Volk Vorsorge zu treffen!!! Wenn kein Auto mehr gekauft wird und auch das Benzin zurückgeht, werden sie dann wach werden? Wir hatten doch all die Situation schon einmal und wenn man überlegt, wie alles anfing, braucht man doch nur in die Bücher zu sehen um nachzuschlagen, wie alles anfing, es ist ja nicht das ErsteMal! Es kann auch sein, daß der Überblick verloren gegangen ist, wenn man die Summen hört, kann man es mit der Angst bekommen, kein normaler Bürger, der sein Geld schwer verdienen muß, kann sich das alles vorstellen. Wie will denn ein Mensch, der nur immer Geld hatte und sich keine Sorgen machen mußte, mit so einer Situation umgehen, er kannte ja keine Versorungsängste?

    • Oh, immerhin gibt es einige Informationen im Rahmen der Krisenvorsorge und des Katastrophenschutzes, auch was das Vorhalten von Vorräten betrifft. Nur kennt die niemand und die sind auch leider sehr gut versteckt, sonst würde ich hier direkt den Link kopieren.
      Aber es gibt sie.

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