[Zensur] Wetten, dass es klappt?

Das leidige Thema Zensur.

Natürlich schauen wir in Deutschland erstmal von ganz Oben auf die Länder, die Zensur betreiben, all die Undemokratischen, die Achsen des Bösen, die Kommunisten, die Anderen. All dene, bei denen wir mit dem Finger deuten können und für uns das Gefühl haben „Uns geht es gut!“.

Nun, natürlich haben wir auch unsere Probleme, unsere Staatsfeinde und Angstmacher. Rechts/Linksradikale, Terroristen, Kinderschänder, Raubkopierer, Menschen mit Religionen und Verhaltensweisen die wir nicht verstehen können und der gleichen. „Böse Menschen“ halt. Davor haben wir A N G S T! Das wollen wir N I C H T! Das ist nicht N O R M AL!

Nun, dieses Jahr ist Wahljahr, da greift die Obrigkeit zu Polemik, billigem Aktionismus und macht das, was sie die restlichen Jahre machen, nur noch viel extremer und schlimmer. Von der unsäglichen, umweltschädlichen „Abwracksteuer“ rede ich gar nicht mal mehr, das begreift eh keiner, warum funktionierende Fahrzeuge wahllos der Verschrottung entgegen kommen, um ein neues zu erwerben. Nein, damit rettet man nicht automatisch die Umwelt. Vielleicht eher mal den Wagen stehen lassen oder das Licht aus machen, dürfte bei dem Deutschen Seppel effektiver sein als diese BullShit-Prämie.

Aber ich wollte ja auf Zensur zu sprechen kommen. Nun, die absolut nicht zentral gesteuerten, nicht polemischen und gradewegs nicht hasserfüllten Medien berichten natürlich kaum etwas. Das Thema um das es geht, ist Wikileaks. Für diejenigen, die es nicht kennen: Das ist ungefähr so etwas wie Wikipedia, nur das dort Informationen veröffentlicht werden sollen, die so nie jemand sehen dürfte. Geheime Dokumente quasi, wie Kürzungspläne und Entlassungspläne einer großen deutschen Eisenbahngesellschaft, Informationen über Schwarzgeldkonten oder auch Internetseiten-Zensurlisten verschiedener Länder. Letzteres wurde nun dem Inhaber der Domain wikileaks.de zum Verhängnis.

Ein kurzer Einschub für die technisch nicht so versierten. Eine Domain ist ungefähr so etwas wie eine Telefonnummer oder Straßenadresse für eine Internetseite. Dies bedeutet nicht das dort auch direkt das Telefon oder das Haus steht. Es ist grob genommen ein Verweis/Hinweis, wo der Inhalt zu finden ist. Diese Domains gibt es, damit man sich nicht immer Adressen in der Form 85.13.130.173 merken muss, sondern einfach http://www.sehr-böse.de tippen kann. Etwas vereinfacht gesagt. Dazu sei noch gesagt, das diese „Nummern“  die sogenannten IP-Adressen, in ihrer Anzahl beschränkt sind, und man mehrere Domains auf eine IP-Adresse umleiten kann, und so mehrere Domains auf einem Server hat. Das ganze ist also nicht so einfach wie man sich das im ersten Moment vorstellen könnte. Eine Internetseite liegt nicht immer genau auf einem Server, und auf einem Server liegt nicht nur eine Internetseite. Aber ich werd nun nicht in die Details gehen, wer dort mehr wissen möchte sei auf Wikipedia verwiesen als Einstiegspunkt. Zusammenfassend lässt sich sagen, das eine Domain nicht direkt mit dem Inhalt zusammenhängt, und das diese ganzen Dinge, sowohl Domain, als auch der Inhalt der Seite meist auf Servern bei Dienstanbietern liegen, im aller seltesten Fall aber bei der Person direkt zu Hause. Bedeutet also, alles was mit Domains, und Inhalten auf Webseiten zu tun hat, und im Internet zu finden ist, liegt zu 90% in einem professionellen Rechenzentrum.

Nun, zurück zur Zensur und wikileaks. Auf dieser Seite wurden die Internetzensurlisten eines Staates veröffentlicht. Australien? Dänemark?. Nein, nicht Deutschland, nein, keine geheimen Informationen aus Deutschland. Auf diesen Listen war neben zahlreichen KiPo-Domains unter anderem auch ein Zahnarzt, eine Firma  und andere Dinge, die dort eigentlich nicht hingehörten. Ein nicht unbedeutender Anteil der Einträge war bereits abgestellt und nicht mehr gültig. Diese Liste wurde nun auf wikilieaks veröffentlicht, und die Domain wikileaks.de zeigte auf diesen Inhalt.

Was dann passiert ist, will ich erstmal anderen überlassen zu erzählen:

Ein paar Meinungen gibt es auch schon:

gesperrte Intelligenz

Kinderpornographie – Wahlkampfschlager, Aktionismus, Zensur

So geht Terror – eine Theorie

Nun, die Fakten haben wir nun geklärt, beim Lesen der Artikel (Bitte die Zeit nehmen und alle lesen, es lohnt sich, auch wenn es weh tut und man sich denkt „wo leben wir“) die ersten Fragen beantwortet wurden, kann ich ja inhaltlich in meine Kritik an solchen Aktionen, an solchem blinden Aktionismus, einsteigen.

Was bringt uns eine solche Aktion? Nun, der einfache Stammtischmensch denkt im ersten Moment „Durchsuchung wegen KINDER!!!!Pornographie, der muss Dreck am Stecken haben, dem geschieht das schon recht. Mir passiert ja nichts, ich hab ja nichts zu verstecken!“ Und so eine Seite (Wikileaks), die ist ja auch nicht richtig, wenn die Pornos veröffentlichen. So denkt halt die Masse. Und wer solche Leute auch noch schützen will, die da auf solchen Seiten arbeiten (und damit die Schweinereien großer Unternehmen, Regierungen, etc aufdecken), wird gleich zum Kinderficker degradiert, oder zumindest zu jemanden, der diese Leute schützen will.

Haben wir nicht den Kopf geschüttelt, als Bush sein „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“ Kredo in die Welt gesetzt und selbige mit Kriegen überzogen hat? Nun, inzwischen heisst es bei uns, wer gegen die Zensur ist, ist für Kinderficker!  Und wenn nach 3 Monaten irgend ein Ministerialrat oder Staatsekretär bei sich auf dem Schreibtisch die „aktuellen“ Internetausdrucke hat, und bei Google nach dem Begriff Kinderficker sucht, sind alle gefundenen Seiten gleich verdächtig und dürfen gesperrt werden.

Reden wir nicht davon, das Skandale (Massenentlassungen, Schwarzgeldkonten, Großbetrug, Gammelfleisch und Co.) aufgedeckt werden, reden wir von S I C H E R H E I T.

Reden wir nicht darüber, das wir die Server, (deren Adressen wir kennen!) abschalten wollen. Nein, wir wollen nur die Domains sperren. Ich verweise noch mal kurz auf den technischen Aufbau des Internets, dass diese Domains nur eine Art Abkürzung sind, zum eigentichen Inhalt, aber in keiner Art und Weise den Inhalt einer Seite beeinflussen. Es geht also nicht um die Inhalte, es geht nicht darum das wir versuchen sollten, die Inhalte aus dem Internet zu entfernen, es geht nur darum den Weg minimal zu erschweren. Denn ob nun eine Adresse in der Form www.bloedername.endung/komischer_ordner/Inhalte oder 123.123.123.321 per SMS, Mail oder schmierigen Zettel in der Eckkneipe weitergegeben wird, ändert nichts daran, das die Inhalte zu finden sind.  Wie gut solche Zensur-Listen geheim zu halten sind, haben wir ja nun schon gesehen. Profis am Werk halt. Nicht nur das wir nun alle BKA/BND/MAD IP-Adressen durch die Telekom bekommen haben, nein.. Irgendwer wird sicherlich auch dafür sorgen, die zukünftigen Sperrlisten zu besorgen.

Warum versucht man nun nicht, in Zusammenarbeit mit technischen Experten (Echten Experten, keine Parteibuch-Experten) in  Zusammenarbeit eine Lösung des Problems zu finden. Schauen wir nach Russland oder Estland, dort wissen die Leute wie man einen Server vom Netz nimmt. Es gibt genug talentierte und moralisch motivierte Leute, welche mit einer entsprechenden Infrastruktur und staatlicher Rückendeckung anfangen könnten die Server auszuschalten. Stück für Stück den Inhalt entfernen. Nur wäre das nicht so polemisch, nicht Wahljahr entsprechend und würde im schlimmsten Fall nach ein paar Monaten die Möglichkeiten zur Verbreitung kinderpornographischer Inhalte so schwer gestaltet haben, das sich die Bedürftigen für eine solche Sauerei vor ernsthaften Problemen sehen.

Aber nun genug meiner Naivität, es geht bei diesen Aktionen nicht um Kinder, es geht nicht um Schutz, es geht um die Möglichkeiten, Stück für Stück ein Abbau der sogenannten Freiheit zu begehen, die uns vorgegaukelt wird.

Erstmal die Verbrecher, Terroristen, Extremisten und Kriminellen. Dann die Abweichler, Andersdenkenden, die Protestierenden. Dann mal sehen wer noch über ist. Wir stehen sehr nahe an einem großen Konflikt, bei dem wir uns entscheiden müssen. Wandeln wir uns zu einer liberalen Informationsgesellschaft, etwas das natürlich nicht nur Vorteile halt. Oder gestalten wir unsere eigene „Mauer“, im Internet. Nur deutsches Internet für Deutsche. Wer ausländische Seiten besucht macht sich gleich verdächtig. So wie wir eine Vorratsdatenspeicherung erdulden müssen ,werden wir bald auch eine zentrale Zensur des „globalen, offenen“ Internets erleben dürfen.

Achja, schönes Detail am Rande: Wer sich auf den Webseiten des BKA die Fahndungsplakate angesehen haben soll, hat sich anscheinend auch schon verdächtig gemacht. Was auch immer man darunter verstehen soll…

[Hurricane 2009] pling pling…. rock you like a hurricane

Da fällt mir auf, das ich noch gar nichts über das kommende Hurricane geschrieben habe. Nun, natürlich vergesse ich mein Lieblingsfestival nicht, doch neben den gepfefferten Ticketpreisen und der Situation, das ich mir noch kein Ticket leisten konnte/wollte, hab ich einfach zu viel interessante Dinge in der Welt zu tun gehabt, als das ich mehr als einen kurzen Blick auf die Ankündigungen werfen konnte. Das wird nun aber anders, meine kleine aber feine Bewertung des diesjährigen Line-Ups:

Die Ärzte · Ok, da muss ich nicht viel zu schreiben. „Die bäste Bänd der Wält“, oder wie war es noch. Schon zig mal gesehen, aber immer wieder gerne genommen. Mal sehen wieviel Zensur diesmal durch MTV vorgenommen wird 😀

Anti-Flag · punk is punk is punk. and some politics. Geht ok, warum net…

Auletta · DeutschBritrock? Absolut Wetter/Getränke/Grillgut-abhängiger Auftritt.

Ben Harper and Relentless7 · Neues Jahr, neues Projekt. Aber Ben Harper verpassen, no way jose! Bitte dazu eine Portion kaltes Bier und heissen Sonnenschein 😀

Blood Red Shoes · Zeltbühne? Könnte interessant sein. Und sie mögen es nicht Indie genannt zu werden? Potentieller Zuhörer hier…

Bosse · No Gracias! Diese jungen „Deutschbands“ und Musiker rund um Tomte, Madsen und Co. erschliessen sich mir einfach net. Bin einfach zu alt, keine Missionierung bitte…

Brand New · Gibt es dieses Jahr eine Garagenbühne? Ok, „Guernica“ klingt gar nicht mal so übel, potentieller Kandidat für den Geheimtipp

Clueso · Siehe Bosse

Culcha Candela · Muhaha, Partymusik deluxe, mit gutem Wetter kombiniert was zum ansehen und tanzen.

Dendemann · Siehe Bosse (Sorry Stefan)

Disturbed · MUHAHAA! Geil, die fehlen mir noch. Definitiv ein Grund fürs Ticket. Wer spendet mir eins?

Duffy · Und hier der totale Gegensatz. Ok, Rockferry oder Warwick Avenue kann ich mir auch anhören. Bitte nachmittags bei gutem Wetter, schönste Chillmusik.

Eagles Of Death Metal · RocknfucknRoll. 50% QOTSA, 100% Spass dabei. Gekauft…

Editors · Müssten die nicht The Editors heissen? Klingt für mich wie so eine The band (siehe Hurricane 2008 hier im Blog). Brit-Pop-Rock-Net-mein-Bock…

Eskimo Joe · Aussie Rock! Pluspunkt, wenn ich noch den „klingt etwas wie Powderfinger“-Trip in den Griff bekomme, wunderbar. Aber den hier kann ich mir nicht nehmen lassen: Don’t you remember, don’t you know,
Don’t you remember Eskimo Joe? What did make you treat me so? I’d ‚a‘ been married forty year ago Ef it had n’t a-been for Eskimo Joe! *duck*

Faith No More · Nun, ein Argument mehr warum das Hurricane mein Lieblingsfestival ist. BACK INTO THE MONKEY CAGE, YEAH!

Fettes Brot · Neben den Ärzten auch ein gern gesehener Dauergast. Der Beat geht um….

Fleet Foxes · Sagt mir nix, Myspace klingt aber ganz passabel. Mal sehen. Chillmukke

Florence and the Machine · Dog Days Are Over? Ich geh mal neutral an die Sache, wenn schon Blur-Einfluss vorhanden.

Frank Turner · Dieses Jahr wird wirklich viel gutes Wetter benötigt. Ansonsten kann ich mir das kaum vorstellen. You Are My Sunshine auf Myspace anhören 😉

Franz Ferdinand · No You Guys Again! Scherz, nix was ich nicht sehen müsste, aber wenn es schon angeboten wird…

Friendly Fires · isn´t always friendly… Genug der Wortspiele, hört sich nun, nunja an. Mir fällt nicht mal was böses dazu ein. Net mein Ding.

Get Well Soon · Sagte mir nun auch direkt nix. Klingt etwas wie Tom Waits oder so. Also gar nicht mal schlecht. Müsste man sich mal überlegen, wenn Zeit dann Lust oder so…

Gogol Bordello · Noch ein sehr wichtiger Grund mir ein Ticket zu besorgen. rantarantarantaranta! HEY HEY!… Ja ich mag Gogol Bordello sehr 😀

Howling Bells · Ja, wenn Zeit und so und fort. Kann man sich anhören.

Johnossi · Nunja, wenn nix besseres zu tun ist. Steht auf meiner Liste der „Ach, die sind das..“ Bands

Just Jack · Sieht aus wie ein Kücken. Klingt wie ein Kücken. Ist Just Jack.

Karamelo Santo · Was für den Freund der Lateinamerikanischen Alternativen Musik (also für mich!) Ein weiterer Zum-Hurricane-Fahr-Grund.

Katy Perry · Was soll ich davon halten? Kaytay Paray uffm ´cane? Naja, könnte lustig werden, je nach Publikum.

Kings Of Leon · Ich weiss, ich sollte sie mir inzwischen mal angehört haben, aber irgendwie kam es dazu noch net. Sollen ja ganz gut sein.

Kraftwerk · Hihihi… Autobahn! Kraftwerrrk! Ok, ich geb es zu, ich freu mich irgendwie drauf die zu sehen

Ladyhawke · Klingt irgendwie wie Miami Vice, die Serie.. Also 80er, den man heut noch lustig findet.

Less Than Jake · Pksank? Skpenk? Ska-Punk halt, aber guter…

Lykke Li · Elektkro-Dings ohne Bums. Net schlecht, aber auch nicht packend. Mal sehen..

Moby · Der mal wieder. Ok, angehört wird er, bitte mit netter Lightshow!

Nick Cave And The Bad Seeds · Der Nick, der Cave, und sein böses Saatgut. Is gebucht, wird gesehen. Ticketkaufgrund.

Nine Inch Nails · Wenn das mal kein weiterer Grund ist, ja, wir fahrn zum Hurricane (If SpareMoney > Ticketprice)

Nneka · Die Mukke hat was.

No Use For A Name · Immer mitten in die… Punk-Schiene…

Paolo Nutini · Hab ich eigentlich schon mal gesagt das ich auch grillen werde?

Pixies · Ochja, warum nicht. Solange die noch laufen können…

Portugal. The Man · Ok, nicht nur Skandinavier haben einen an der Waffel, Alaskiten auch…

SKA-P · Mehr Sonne, mehr Spass, mehr Spanisch üben 😉

Social Distortion · Papapapapappapppuunkk!

The Asteroids Galaxy Tour · Kenn ich net, klingt aber so: Klingeltingeltingtingtingelkling und Tüdel. Wiese, Sonne, Getränke und das geht klar.

The Gaslight Anthem · New Jersey, hm? Werden bischen gehyped, aber sonst geht es wohl…

The Living End · Aussies, zwar mit einem The, aber ansonsten wohl Ohr-Tauglich.

The Mars Volta · Es gibt ja noch gute The Bands. wie The Mars Volta. The gefallen mir wohl. Mal Theen…

The Sounds · Grillen oder nicht Grillen, das ist hier die Frage…

The Ting Tings · Lacht mich aus, aber inzwischen finde ich die haben was. Eingängige Düdelei, aber mir gefällt es.

The Whip · Noch eine The Band. Electropoperei. Net so ganz interessant im Moment. Vielleicht später noch mal anhören.

The Wombats · Mir fällt auch mal nix ein. Net mein Ding, feuert den Grill an!

Tomte · Siehe Bosse. Sonntag als letzte Band? Würd mir die Abfahrt erleichtern

So, das als erstes kurzes Review meiner absolut subjektiven Meinung zu dem diesjährigen LineUp. Mit mehr Zeit gibt es auch noch mehr Infos 😉

[ITG on tour] Der erste Tag in Havanna

2. Tag  – Havanna bei Tag

Sorry, mit viel verspätung nun der erste eigentliche Bericht:
Duschen, Frühstück, erste Termine, mal sehen.
So war die Planung.

Schön fing der Tag an, gemeinsam Wach werden mit Havanna. 6:30 Local Time, frische Luft (In einer solchen Millionenstadt, mitten in der Altstadt, WOW!), Vögel und die Sonne die durch die alten Fensterläden scheint.

Kuba Charisma +3 um es in Geekspeek auszudrücken. Grade beim Schreiben blicke ich auf das Nationaltheater, wo sich auf der Putte einer ehemaligen Schönheit/Göttin zwei kleine Vögel prügeln, unten wird noch schön klassisch gefegt (Kein Laubsaugerterror, Yeah!), und auch die Lufttemperatur ist sehr angenehm im Moment.

Frühstück
Nun, wenig erwarten, dann wird man nicht überrascht. Rapido war das Stichwort, so schnell kann man kaum sehen da wird der Teller abgeräumt. Die Auswahl war erwartungsgemäß nicht so extrem wie in den reinen Touristenhotel, das frische Obst war natürlich Klasse, der Rest übersichtlich. Zum sättigen reicht es allemal. Morgen sollte ich wirklich mal früher zum Frühstück gehen, das dürfte die Auswahlmöglichkeiten stark erweitern.
Danach noch schnell den Termin mit dem $FirmaIrgenddwas-Reiseleiter wahrgenommen, war eine gute Entscheidung, wollte man mich doch um einen Gutschein über ein gratis Abendessen im Hotel berauben. Nun, es ist eh eine Dienstreise und ich will nicht wie ein pedantischer Deutscher wirken, aber das hat mein Reiseleiter schon geschafft. Mal sehen ob ich ihn noch mal wieder sehe, evtl. um mir am Mittwoch ein neues Hotel zu suchen, wobei ich da auch auf die Kontakte vor Ort bauen würde. Die sind, nun etwas „unparteiischer“ bei ihrer Wahl.
In einer guten halben Stunde geht dann auch schon fast der Ernst des Lebens wieder los. Ein wenig Input über „compesatory fuzzy logic ontologies“ mitnehmen und irgendwie auch unter Leute kommen. Memo an mich: Kuba alleine geht natürlich auch, aber das „No, Gracias! No necesitar $Alkohol/Drogen/Frauen/Zigarren…!“ Kann ich mir durch Anwesenheit weiterer Menschen, insbesondere Kubaner sparen.

Muse am großen Theater

Muse am großen Theater

Achja, Frauen und Drogen sind schon mal so zwei Punkte die mir stark aufgefallen sind. Zum einen riecht es unterhalb meines Balkon wie ein auf 5qm² komprimiertes Festival, irgendwer scheint hier sehr heftig dem Konsum des Grünen Krautes zu fröhnen. Dafür das die Polizei dagegen vorgehen will läuft sie aber auch sehr oft daran vorbei. Nun, bringt wohl auch irgendwie Devisien. Frauen, nun das ist ein Thema für sich. Ich bin ja schon vorgewarnt worden und falle auch wohl nicht wirklich ins Beute-Schema (zumindest gestern konnte ich relativ unbehelligt spazieren gehen), aber das Muster „alternder europäischer Mann mit junger kubanischer Schönheit“ ist doch recht häufig anzutreffen. Leider. Wenn man sich den Monatsverdienst eines Normalverdieners überlegt natürlich ein Teufelskreis, das was die jungen Damen spendiert bekommen, kaufen können etc. ernährt halt die halbe Verwandschaft, alles nicht schön und auch ein Grund jeden Alleinreisenden kritisch zu beäugen (Wie gesagt, ich falle nicht ins Beuteschema : Zu Jung, zu Hübsch, zu Arm und zu Vergeben ;-))
Ansonsten versuchen die Straßenhändler wirklich ihr bestes, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, und das ganze wohl auch sehr erfolgreich. Wenn man aber die Tipps nichts auf der Straße zu tauschen, kaufen und zu tätigen (Von festen Ständen und Buden mal abgesehen) berücksicht, ist man schon auf der sicheren Seite.
Achja, eine Runde fremdschämen konnte ich mich auch schon wieder, vorallem für Deutsche Gäste (Da geh ich ja fast lieber als Ami durch, die sind ja schon sowas wie Rebellen wenn sie hier sind…). Viel zu kurze und zu enge Hosen und Oberteile bei beiderlei Geschlecht mögen ja für den Ballermann ok sein, aber in der Hotellobby eines über 130 Jahre alten Hotels ist ein wenig Stil doch angebracht. Mein kurzer Blick vom Balkon grade eben zeigt mir, das das musster „Jung, halbwegs attraktiv, aus Kuba“ mit „Älter, unattraktiv aber viel Geld dabei, aus Europa“ auch in der anderen Richtung funktioniert. So, genug für die erste Tageshälfte, mal sehen wann ich ans Internet komme. Entzug habe ich noch keinen aber irgendwie will man ja auch mal Bloggen wenn man hier ist 😉
(Zwischenbemerkung: Nun ist Dienstag und ich bereite die Texte auf die ich an den Tagen geschrieben habe ;))

Havanna bei Tag
Zwei Dinge zeichnen die Kubaner definitiv aus: Einfallsreichtum und Flexibilität. Aus dem kurzen Meeting wurd eine unglaubliche ganztägige Stadtführung durch Havanna und Alt-Havanna. Drei Buchstaben die da bei mir hängen geblieben sind: W O W
Vorneweg: Ich hatte zwar die Kamera mit, aber in vielen Situationen wollte ich nicht oder hatte ich nicht daran gedacht zu knipsen. Es fing an mit einem kleinen Abstecher zur Wohnung meines Kontaktes, raus aus dem Touristenviertel und rein ins richtige Leben von Havanna. Beschreiben lässt sich das ganze nur schwer, aber die Freundlichkeit und Wärme mit der man hier aufgenommen wird ist vorbildlich. Die kleine Tour mit etwas Geschichte, Anektdoten und Hintergrundwissen war schon die halbe Reise wert. Dieser Abstecher führte auch zum ersten Rum in Havanna, den ich geniessen durfte ;). Nun, ich versuch mal die Stadttour in wirren Stichwörtern zusammen zu fassen, um den Text nicht ins unendliche auszubreiten:

  • Havanna hinter den Kulissen – Abseits der Renovierten und für Touristen aufbereiteten Fronten
  • Havanna Chinatown – Ja, richtig gelesen, es bildet sich hier ein richtiges kleines Viertel asiatischer Ausprägung
  • Malecon – 7km Straße/Promenade direkt am Wasser, toll zum spazieren gehen. malecon
  • Geschichte – davon wimmelt es hier überall, jede Schritt und Tritt den man macht wird von Ihr begleitet. Viele Erinnerungen an die kürzere Vergangenheit, politisch geprägt aber nicht unverständlich oder willkürlich plaziert.
  • Flaggen/Botschaft: Am Ende das Malecon zur neuen „modernen“ Innenstadt gerichtet, die Interessenvertretung der USA, umgeben von vielen schwarzen Flaggen auf Halbmast. Sieht und klingt im ersten Moment provokativ, wenn man aber die andere Seite hört, verständlich (Innerhalb des Gebäudes wurde wohl versucht mit Leuchtschriften (regierungskritische) Botschaften zu verbreiten, wohl gemerkt: aus einer Interessenvertretung, die ja eigentlich halbwegs neutral bleiben sollte. usofa
  • Platz des Protestes – So nenn ich ihn mal, wenn die Kubaner gegen die USA demonstrieren, haben sie dafür einen nett vorbereiteten Platz, mit Bühne usw 😉 – natürlich direkt vor der, na wer kommmt drauf?
  • Der „neue Teil“ von Havanna – nunja, nur kurz gesehen, erinnert an jede halbwegs moderne Großstadt. Lässt aber den Flair vermissen den es hier in anderen Teilen gibt.
  • Hotel National – Mal wieder ein W O W, gut aufbereitetes, prunkvolles Hotel in Staatshand (direkt, indirekt ja eh alles), hier ist das Sehen und Gesehen werden wichtig. Viele englischsprachige Gäste, und billig ist der Laden definitiv nicht. Hat aber einen wunderbaren Garten/Terasse mit Blick aufs Meer und die Hafeneinfahrt von Havanna.

    Blick vom Innenhof des Hotel National

    Blick vom Innenhof des Hotel National

  • Essen am Malecon: Wieder so etwas wie ein Geheimtipp – kleine unaufällige Läden, im ersten Stock dann mit großer Terasse und Blick aufs Meer. Wunderbares Essen, schöne Musik, leckeres Bier (Bucanero, rote Dose mit Pirat/Bucaneer drauf) und fesches Personal, um es mal so zu fassen.

Dann ging es ab nach Alt-Havanna, die renovierte und aufbereitete Zone der Stadt. Hier ist wirklich sehr viel Zeit, Mühe und Geld reingeflossen, um die alten Gebäude zu renovieren und wieder herzustellen. Der Bereich ist mit Kanonen und Kanonenkugeln „umzäunt“,  und wirkt ein wenig wie aus einer anderen Zeit. Ein bekannter Laden neben dem anderen, Hemingway, Hotel Florida usw – Alles was man mal gesehen haben sollte gibt es hier. Die Bars und Kneipen leben natürlich auch von Klischees, so gibt es ein relativ bekanntes Bild einer älteren Kubanerin, mit grellen Perlenketten und dicker Zigarre, witziger ist da schon das Motiv der ganzen Touris die sie (gegen Entgeld) knipsen.  Musik an jeder Ecke, der Geruch von Montecristos und halt sehr viele Touristen. Aber ruhiger und entspannter als meine momentane Unterkunft neben dem Teatro Nacional und einem Nachtklub. Durfte mir dann gleich auch mal eine potentielle Unterkunft für die kommenden Tage ansehen, denke mal das wird das sein, wonach die Abteilung sucht. Zentral, ruhig und mit eigenem Charme.

Die Macken meines Katers

Ok, mal wieder ein katzenlastiger Post, aber ohne Bilder 😉 Da ich eben grade wieder mit eiskaltem Wasser bespritzt wurde werd ich einfach ein paar Macken von Gypsy veröffentlichen, das hat er nun davon:

  1. Auf dem Rücken schlafen mit ausgestreckten Pfoten,
  2. Schnatternd/Redend so liegen, wenn er wach ist,
  3. Statt Fleisch und Innereien Quark zu bevorzugen (nagut, nicht immer…),
  4. Jede annähernd feste Teppichähnliche Fläche aufzurollen (mit sich in der Mitte),
  5. Jede, sei sie noch so bekloppte Aktion immer auch mal um 4h nachts auszuprobieren, vorzugsweise mit einem Versuchsobjekt Mensch,
  6. Stundenlang auf etwas fixiert zu sein, wie ein Schnürsenkel. Auch wenn man den Kater und/oder den Schuh in getrennte Räume gebracht hat und stundenlang getrennt hält, lässt man ihn wieder frei ist er spätestens 5 Sekunden später wieder dabei das zu machen, was vor der Zwangspause gemacht hat.
  7. Die Flüssigkeit aus einem Glas/einer Karaffe stundenlang ignorieren, um dann gezielt in einer „Tarnen-Täuschen-und-Verpissen“ Aktion ranzuspringen, mit der Pfote reinzulangen, den nächstbesten Menschen nass zu spritzen und dann wieder zu verschwinden…
  8. EISWÜRFEL! ER IST HEISS AUF EISWÜRFEL! ABER NUR AUF DIE IN MEINEM GLAS. Und er versucht das bei 7. erlernte anzuwenden *sich-erstmal-abtrocknet*

Cowabunga, über das Wachstum red ich gar nicht mehr, wenn der noch ein paar Monate so weiter wächst kann ich zumindest auf ihm zur Arbeit reiten…

dROMNESSAM dROMNESSAM dROMNESSAM: ELEIPSRELLIK!!!111elf

So, damit hab ich jedenfalls vor den Suchmaschinene etwas Ruhe und den ganz großen Moralaposteln.

Disclaimer: Mein Mitgefühl und Bedauern den Betroffenen, so wenig Worte in diesen Momenten auch helfen mögen, ich kann nur sagen das es ich es mir nicht vorstellen kann, wie ich mich fühlen würde und wie unbegreiflich die Situation ist.

On Topic:

Amoklauf. Ich will nicht schreiben schon wieder, auch nicht mal wieder. Es ist halt passiert. Es liegt inzwischen auch an unserer guten Vernetzung das wir so direkt davon erfahren und es verbreiten. Ich will mich auch gar nicht weit zu den ganzen Thesen äussern, die nun schon spekuliert werden, ich will nur eins loswerden:

Mögen all diejenigen „Experten“, die nun wieder Musik, Killerspiele, Computer, die Technik, das Fernsehen oder sonst welche äusseren Umstände verantwortlich machen BITTE EINFACH MAL EINE WOCHE DIE KLAPPE HALTEN?

Danke

[ITG onTour] Stimme auf Kuba: Die Anreise

Die Anreise – Franzosenchaos, Cubanercoolness und Havanna bei Nacht
So, mal schnell den ersten Tag zusammen fassen, bevor ich den zweiten beginne. Angefangen hat das ganze bei schönem Oldenburger Wetter (Regen, Regen, Regen…), was durch leichte Nieselschauer unterbrochen wurde. Ein nicht passender Amerika-Adapter, vergessene Dinge (ich weiss bis jetzt noch nicht was, aber ich bin mir sicher etwas vergessen zu haben) und leichte Nervösität ob ich denn auch all mein Gepäck mitbekommen würde machten sich breit.

In Bremen dann das übliche Prozedere: KLM/Air France hat so wenig Kunden das man auch sofort an den Elite Plus Schalter kann, um abgefertigt zu werden. Mein Koffer passte und alles andere (@Liane: es waren 23,3 Kg…) ging auch mit. Mein mitreisender kubanischer Freund hatte auch sehr viel Glück, entweder die Schalterdame mochte ihn oder war noch nicht ganz wach. Nach dem ich dank der Securitiy erfahren hab das meine Schuhe Metallsohlen haben (wird für Paris noch sehr wichtig) durfte ich dann auch zum Flieger. Der Flug (EMB 145) war nicht weiter der Rede wert, Air France typisches Magerfrühstück (Käffche und Keks) überbrückten die Wartezeit.

Apropo Wartezeit, das ist so eine Sache für sich. Geplante Ankunft in CDG war 12:15, geplanter Check-In Schluss unseres Anschlussfluges nach HAV war 12:45 (diese Zeit war schon verschoben, ursprünglich war es 12:30). Also nicht viel Zeit um vom Terminal 2G(Schengen-Flüge) zu 2C (Interkontinental) zu kommen, zudem man auch noch auf einen Bus angewiesen war. Der kam auch direkt, brachte uns nach einem kleinen Eindruck Pariser Verkehrschaos dann auch direkt zu 2C wo geschätzte 600-800 weitere Passagiere auf den Security Check warteten. Nebenbei war es da schon 12:45. Vorlassen war nicht (warum auch, ist ja auch nur unser Flug, nicht der der Security), also haben wir halbwegs brav in der Schlange gewartet. Nach einer halben Stunde waren wir dann auch mal durch die Security, nur war inzwischen wohl das Terminal der Maschine verlegt, aber immerhin war der Vogel noch nicht weg (geplanter Abflug 13:30, um 20 nach war er noch beim Check-In). Lange Rede kurzer Sinn: Wir hatten sehr viel Glück und haben noch im passenden Moment den Flieger bekommen. Achja, der Flieger: Das dreckigste Stück Hochtechnologie das ich seit langer Zeit gesehen hatte. Ich weiss ja das Air-France seine 747 umrüstet, aber das ich ausgerechnet die älteste Klapperkiste bekomme, mal sehen was der Rückflug so bietet. Der Flug war nicht sonderlich spektakulär, einige Turbolenzen, langeweilige Mitreisende (Touris des Modell Lande-Klatscher) und halbwegs gutes Essen. Aber defekte Kopfhörerbuchsen. Nunja, um 18h Ortszeit (24h Oldenburger Uhr) landeten wir dann auch auf dem Jose Marti International, Hola!. Scheiss Landung, bei Windstille die Maschine ins Wanken zu bringen ist echt hohe Kunst. Nach weiteren 2 Stunden ging es dann auch mal mit dem Taxi zum Hotel (Inglaterra, Bilder folgen, Google sagt mehr). Die 2 Stunden waren gefüllt von Immigration Service (NOTE AN MICH: Das nächste mal nicht die Lieblingssportjacke tragen (Gogol Bordello – Immigrant Punks)!), Security, Gepäck, Zoll, Suchen der Kontaktperson, Familien usw… Zwar mit Wartezeit und langen Wegen aber deutlich schneller, freundlicher und effektiver als in Paris oder Bremen. Gleich schon den ersten positiven Eindruck gesammelt. Das Taxi (Fahrstil Emsländer Jugendlicher auf Koks) beschwerte mir dann auch die ersten wichtigen Eindrücke (Leider keine Bilder): Alte Amischlitten ohne Ende, keine Werbung aber Partei- und Motivationssprüche über all, wunderschöne alte Bauten, verfallen aber mit Charme, Fahrradkonstruktionen jenseits von Gut und Böse, flexible Straßenordnungen, kurz: Havanna bei Nacht.

Dann kurz noch zum Hotel: Wunderschöner alter Bau von aussen, tolle Lobby und tolle Flure, in den Zimmern dann schon etwas einfacher. Aber ich will und darf hier nicht mit europäischen Standards messen. Das Zimmer ist halbwegs sauber, nicht zu klein, hat das notwendige (Tisch, Minibar, TV, AC) und schöne (Balkon zum Nationaltheater), schöne Fliesen auf dem Boden. Leider ein sehr weiches Bett und insgesamt kann man zum Inglaterra sagen: Aussen Hui, innen…
Nun, das ganze hätte ich gern auch am ersten Tag geschrieben, aber nach dem ich mich noch kurz mit jemanden aus der Uni hier getroffen hatte, einmal zum Kapitol geschlendert bin war die überlegung: noch etwas essen und trinken oder dann doch mal ins Bett (23h Ortszeit macht dann auch mal 4h morgens nach Oldenburger Zeit). Also in die Federn, dank Air France konnt ich auch gut schlafen, die Ohrstöpsel halfen (es ist sehr laut hier, Nachteil der „guten Lage“). Nun werd ich gleich mal die Dusche probieren und dann das Frühstück begutachten, ich hab einen riesen Durst und das Wasser aus der Leitung werd ich dann doch nicht nehmen. Aber das ganze gehört ja schon zu Tag 2 und findet sich dann dort.

Sodele, nun haben wir schon Mittwoch, und  zwar eine ganze Woche später. Leider hat mir Postie das halbwegs live bloggen versaut, daher gibt es nun die Eindrücke Stück für Stück. Den ersten Tag habe ich noch ohne Kamera überstanden, also warten wir mit den Bildern auch etwas 😉