[ITG on tour] Der erste Tag in Havanna

2. Tag  – Havanna bei Tag

Sorry, mit viel verspätung nun der erste eigentliche Bericht:
Duschen, Frühstück, erste Termine, mal sehen.
So war die Planung.

Schön fing der Tag an, gemeinsam Wach werden mit Havanna. 6:30 Local Time, frische Luft (In einer solchen Millionenstadt, mitten in der Altstadt, WOW!), Vögel und die Sonne die durch die alten Fensterläden scheint.

Kuba Charisma +3 um es in Geekspeek auszudrücken. Grade beim Schreiben blicke ich auf das Nationaltheater, wo sich auf der Putte einer ehemaligen Schönheit/Göttin zwei kleine Vögel prügeln, unten wird noch schön klassisch gefegt (Kein Laubsaugerterror, Yeah!), und auch die Lufttemperatur ist sehr angenehm im Moment.

Frühstück
Nun, wenig erwarten, dann wird man nicht überrascht. Rapido war das Stichwort, so schnell kann man kaum sehen da wird der Teller abgeräumt. Die Auswahl war erwartungsgemäß nicht so extrem wie in den reinen Touristenhotel, das frische Obst war natürlich Klasse, der Rest übersichtlich. Zum sättigen reicht es allemal. Morgen sollte ich wirklich mal früher zum Frühstück gehen, das dürfte die Auswahlmöglichkeiten stark erweitern.
Danach noch schnell den Termin mit dem $FirmaIrgenddwas-Reiseleiter wahrgenommen, war eine gute Entscheidung, wollte man mich doch um einen Gutschein über ein gratis Abendessen im Hotel berauben. Nun, es ist eh eine Dienstreise und ich will nicht wie ein pedantischer Deutscher wirken, aber das hat mein Reiseleiter schon geschafft. Mal sehen ob ich ihn noch mal wieder sehe, evtl. um mir am Mittwoch ein neues Hotel zu suchen, wobei ich da auch auf die Kontakte vor Ort bauen würde. Die sind, nun etwas “unparteiischer” bei ihrer Wahl.
In einer guten halben Stunde geht dann auch schon fast der Ernst des Lebens wieder los. Ein wenig Input über “compesatory fuzzy logic ontologies” mitnehmen und irgendwie auch unter Leute kommen. Memo an mich: Kuba alleine geht natürlich auch, aber das “No, Gracias! No necesitar $Alkohol/Drogen/Frauen/Zigarren…!” Kann ich mir durch Anwesenheit weiterer Menschen, insbesondere Kubaner sparen.

Muse am großen Theater

Muse am großen Theater

Achja, Frauen und Drogen sind schon mal so zwei Punkte die mir stark aufgefallen sind. Zum einen riecht es unterhalb meines Balkon wie ein auf 5qm² komprimiertes Festival, irgendwer scheint hier sehr heftig dem Konsum des Grünen Krautes zu fröhnen. Dafür das die Polizei dagegen vorgehen will läuft sie aber auch sehr oft daran vorbei. Nun, bringt wohl auch irgendwie Devisien. Frauen, nun das ist ein Thema für sich. Ich bin ja schon vorgewarnt worden und falle auch wohl nicht wirklich ins Beute-Schema (zumindest gestern konnte ich relativ unbehelligt spazieren gehen), aber das Muster “alternder europäischer Mann mit junger kubanischer Schönheit” ist doch recht häufig anzutreffen. Leider. Wenn man sich den Monatsverdienst eines Normalverdieners überlegt natürlich ein Teufelskreis, das was die jungen Damen spendiert bekommen, kaufen können etc. ernährt halt die halbe Verwandschaft, alles nicht schön und auch ein Grund jeden Alleinreisenden kritisch zu beäugen (Wie gesagt, ich falle nicht ins Beuteschema : Zu Jung, zu Hübsch, zu Arm und zu Vergeben ;-))
Ansonsten versuchen die Straßenhändler wirklich ihr bestes, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, und das ganze wohl auch sehr erfolgreich. Wenn man aber die Tipps nichts auf der Straße zu tauschen, kaufen und zu tätigen (Von festen Ständen und Buden mal abgesehen) berücksicht, ist man schon auf der sicheren Seite.
Achja, eine Runde fremdschämen konnte ich mich auch schon wieder, vorallem für Deutsche Gäste (Da geh ich ja fast lieber als Ami durch, die sind ja schon sowas wie Rebellen wenn sie hier sind…). Viel zu kurze und zu enge Hosen und Oberteile bei beiderlei Geschlecht mögen ja für den Ballermann ok sein, aber in der Hotellobby eines über 130 Jahre alten Hotels ist ein wenig Stil doch angebracht. Mein kurzer Blick vom Balkon grade eben zeigt mir, das das musster “Jung, halbwegs attraktiv, aus Kuba” mit “Älter, unattraktiv aber viel Geld dabei, aus Europa” auch in der anderen Richtung funktioniert. So, genug für die erste Tageshälfte, mal sehen wann ich ans Internet komme. Entzug habe ich noch keinen aber irgendwie will man ja auch mal Bloggen wenn man hier ist ;)
(Zwischenbemerkung: Nun ist Dienstag und ich bereite die Texte auf die ich an den Tagen geschrieben habe ;))

Havanna bei Tag
Zwei Dinge zeichnen die Kubaner definitiv aus: Einfallsreichtum und Flexibilität. Aus dem kurzen Meeting wurd eine unglaubliche ganztägige Stadtführung durch Havanna und Alt-Havanna. Drei Buchstaben die da bei mir hängen geblieben sind: W O W
Vorneweg: Ich hatte zwar die Kamera mit, aber in vielen Situationen wollte ich nicht oder hatte ich nicht daran gedacht zu knipsen. Es fing an mit einem kleinen Abstecher zur Wohnung meines Kontaktes, raus aus dem Touristenviertel und rein ins richtige Leben von Havanna. Beschreiben lässt sich das ganze nur schwer, aber die Freundlichkeit und Wärme mit der man hier aufgenommen wird ist vorbildlich. Die kleine Tour mit etwas Geschichte, Anektdoten und Hintergrundwissen war schon die halbe Reise wert. Dieser Abstecher führte auch zum ersten Rum in Havanna, den ich geniessen durfte ;). Nun, ich versuch mal die Stadttour in wirren Stichwörtern zusammen zu fassen, um den Text nicht ins unendliche auszubreiten:

  • Havanna hinter den Kulissen – Abseits der Renovierten und für Touristen aufbereiteten Fronten
  • Havanna Chinatown – Ja, richtig gelesen, es bildet sich hier ein richtiges kleines Viertel asiatischer Ausprägung
  • Malecon – 7km Straße/Promenade direkt am Wasser, toll zum spazieren gehen. malecon
  • Geschichte – davon wimmelt es hier überall, jede Schritt und Tritt den man macht wird von Ihr begleitet. Viele Erinnerungen an die kürzere Vergangenheit, politisch geprägt aber nicht unverständlich oder willkürlich plaziert.
  • Flaggen/Botschaft: Am Ende das Malecon zur neuen “modernen” Innenstadt gerichtet, die Interessenvertretung der USA, umgeben von vielen schwarzen Flaggen auf Halbmast. Sieht und klingt im ersten Moment provokativ, wenn man aber die andere Seite hört, verständlich (Innerhalb des Gebäudes wurde wohl versucht mit Leuchtschriften (regierungskritische) Botschaften zu verbreiten, wohl gemerkt: aus einer Interessenvertretung, die ja eigentlich halbwegs neutral bleiben sollte. usofa
  • Platz des Protestes – So nenn ich ihn mal, wenn die Kubaner gegen die USA demonstrieren, haben sie dafür einen nett vorbereiteten Platz, mit Bühne usw ;) – natürlich direkt vor der, na wer kommmt drauf?
  • Der “neue Teil” von Havanna – nunja, nur kurz gesehen, erinnert an jede halbwegs moderne Großstadt. Lässt aber den Flair vermissen den es hier in anderen Teilen gibt.
  • Hotel National – Mal wieder ein W O W, gut aufbereitetes, prunkvolles Hotel in Staatshand (direkt, indirekt ja eh alles), hier ist das Sehen und Gesehen werden wichtig. Viele englischsprachige Gäste, und billig ist der Laden definitiv nicht. Hat aber einen wunderbaren Garten/Terasse mit Blick aufs Meer und die Hafeneinfahrt von Havanna.

    Blick vom Innenhof des Hotel National

    Blick vom Innenhof des Hotel National

  • Essen am Malecon: Wieder so etwas wie ein Geheimtipp – kleine unaufällige Läden, im ersten Stock dann mit großer Terasse und Blick aufs Meer. Wunderbares Essen, schöne Musik, leckeres Bier (Bucanero, rote Dose mit Pirat/Bucaneer drauf) und fesches Personal, um es mal so zu fassen.

Dann ging es ab nach Alt-Havanna, die renovierte und aufbereitete Zone der Stadt. Hier ist wirklich sehr viel Zeit, Mühe und Geld reingeflossen, um die alten Gebäude zu renovieren und wieder herzustellen. Der Bereich ist mit Kanonen und Kanonenkugeln “umzäunt”,  und wirkt ein wenig wie aus einer anderen Zeit. Ein bekannter Laden neben dem anderen, Hemingway, Hotel Florida usw – Alles was man mal gesehen haben sollte gibt es hier. Die Bars und Kneipen leben natürlich auch von Klischees, so gibt es ein relativ bekanntes Bild einer älteren Kubanerin, mit grellen Perlenketten und dicker Zigarre, witziger ist da schon das Motiv der ganzen Touris die sie (gegen Entgeld) knipsen.  Musik an jeder Ecke, der Geruch von Montecristos und halt sehr viele Touristen. Aber ruhiger und entspannter als meine momentane Unterkunft neben dem Teatro Nacional und einem Nachtklub. Durfte mir dann gleich auch mal eine potentielle Unterkunft für die kommenden Tage ansehen, denke mal das wird das sein, wonach die Abteilung sucht. Zentral, ruhig und mit eigenem Charme.

Stimme in Kuba – weitere Eindrücke in Bildern

Nunja, was soll ich sagen. Eigentlich wollte ich schon viel mehr gebloggt haben, aber kaum ist man mal drei Tage in dem schönen Deutschland erwischt einen eine übelste Magen-Darm-Infektion.

Nun, als kleines “Tschuldigng!” hier ein paar erste Bildeindrücke, mehr folgt hoffentlich die Tage:

Die schnelle Truppe vom VZ: fast 2 Jahre Reaktionszeit, Yeah!

Vor langer langer Zeit, in einem Blog nicht weit entfernt….

Schrieb ich mal ein paar Worte zum VZ-Konglomerat und den Folgen der neuen AGB. Unter anderem bin ich auch auf das Thema ImageVZ eingegangen, und das alle Bilder, die dort mal vorhanden sind/waren auch extern aufrufbar sind/waren. Dazu reichte allein die Adresse des Bildes, was technisch ein gut angreifbarer Punkt war.

Doch Obacht! Wie VZ-erfahrene Quellen melden, haben sie nach fast 2 Jahren sich dieses nicht grade unkritischen Problems angenommen! Applaus! Helau! Alaaf!

Hey, ich hab lange kein VZ Bashing mehr betrieben ;)