Armbanduhren: Technisch überflüssig – Emotional sehr wichtig

Angeregt durch einen Beitrag in der Gay Bar habe ich auch mal wieder über das Thema Armbanduhr nachgedacht. Ich besitze mindestens ein Dutzend davon, die meisten Analog, einige zum Aufziehen, manche mit Batterien oder Automaten. Eine recht moderne Taschenuhr mit digitalem Background gibt es auch noch, eine Swatch Internet Time Uhr (Kennt überhaupt noch jemand diese Beat-Geschichte?) und wenn ich mal meine Archive durchsuchen würde kämen bestimmt noch einige Uhren mehr zum Vorschein.

Tragen tu ich sie leider nur noch selten, aus ähnlichen Gründen wie Tante es schon erwähnt hat. Mein Mobiltelefon habe ich die meiste Zeit bei mir, das dient alls All-in-One-Gerät: Telefon, Uhr, MP3 Spieler, Kalender, Kamera usw. Nötig wär das tragen einer Armband oder Taschenuhr somit nicht mehr.

Ich beschränke mich auf besondere Anlässe oder einfach Tage an denen ich Lust auf eine Uhr habe. Auswahl gibt es ja genug. Doch auf Flohmärkten oder manchmal bei eBay schau ich nach dem ein oder anderen Schnäppchen. Die Uhren werden nicht weniger, sie können viele Geschichten erzählen, eine Bedeutung haben.

So besitze ich je eine Uhr meiner Großväter oder eine alte russische Uhr die aus den frühen Zeiten des eisernen Vorhangs stammt. Eine seltene Seiko, vor langer Zeit als Schnäppchen in einem kleinen Uhrengeschäft gekauft. Eine von 1000 zu einem verbotem günstigen Preis. Meine erste wertige Armbanduhr gibt es auch noch. Leider nicht überlebt haben die zahllosen Swatch und Billiguhren, erst war es das Armband, dann die Uhr ansich die ihren Geist aufgab. Früher gab es auch viele einfache digital Uhren als Werbegeschenk, ausser den Burger King Star Wars Uhren fällt mir auf Anhieb nichts aus den letzten Jahren ein.

Beispiel gefällig? Hier eine Brevet Compressor II:

Brevet Compressor II - Golana Automatic 25 Jewels

Eine Automatik ist es. Mit Datum und Tagesanzeige, bedeutet natürlich häufiges Nachstellen wenn man die Uhr nicht regelmässig trägt. Dafür absolut unabhängig von einer Batterie, kein Aufzug der überspannt werden kann und eine wunderbare Ganggenauigkeit. Das Gute Stück dürfte gut 40-50 Jahre auf dem Buckel haben, vielleicht ein paar mehr oder weniger nagelt mich nicht fest. An der Uhrzeit könnt ihr sehen wie lahm ich gerade bin, aber ein wenig die Reflektionen vom Fotolicht mussten noch raus. Wunderschön direkte Form, leider schon ein paar Kratzer im Glas und auf dem Rahmen. Das Armband hätte der Uhrmacher beinahe schon ausgetauscht, doch ist es noch das erste und passt einfach sehr gut. Die zeitlose Optik gefällt mir, leichte nerd-Optik, aber nicht so verspielt das man lange nach der Uhrzeit sehen müsste.

Natürlich gibt es wertvollere oder seltenere Uhren. Doch irgendwie ist das die Uhr die ich im Moment am ehesten trage, neben der Taschenuhr.

Uhren können auch eine Wertanlage sein, sind die Auflagen bei manchen Uhren doch sehr gering, der Kreis der Sammler schrumpft nicht und eine qualitativ gute Uhr ist nichts was mit der Zeit vergeht *g*

Nunja, vielleicht bring ich ab und zu ein paar Beiträge über Uhren, aber zuerst muss ich noch den Festival-Guide, Asche auf mein Haupt fertigstellen. Also ich hoffe ihr bleibt dabei.