09.05.2010 – Das Rollenspielverbot wird umgesetzt – Ergebnisse der Beschlagnahme sind schockierend

Presse aus der Zeitmaschine

Deutschland, Berlin: die staatliche Zentralleitagentur für Urheberrechtsverletzungen, Kindesmissbrauch und Widerstandsbekämpfung unter dem Führungs-Triumverat „Kalle“,“Uschi“ und „der, dessen Name nicht genannt werden soll“ gibt das sofortige Verbot der sogenannten Rollenspiele bekannt.

Nach der Umsetzung der von der Bevölkerung sehnlichst erwarteten Kontroll- und Filterfunktionalität für das weltweit geächtete Internet im Spätsommer 2009, entdecken Chefanalytiker und Politexperten weitere Zusammenhänge, die durch die perfiden Machenschaften (Geheimhaltung persönlicher Interessen, Bildung subversiver Interessensgruppen und Verschleierung der eigentlichen Aktivitäten durch Scheinhobbys) der Täter bisher verborgen geblieben sind. Die durch umfangreiche Analysen festgestellten Verdachtsmomente bestätigen den Verdacht, dass es sich bei diesen Aktivitäten um schwerwiegende, dem Umsturz vorbereitende Aktionen handeln muss, in denen die Täter unter dem Anschein einer „Parallelwelt“ ihren undemokratischen Phantasien freien Lauf lassen konnten.

Das Verbot bezieht sich in seiner ersten Stufe auf folgende Elemente, wobei diese Aufzählung ausdrücklich keine Beschränkung darstellen soll.
Online-Rollenspiele (Szene-Codename MMORPG):

Die Analyse der beschlagnahmten Rechengeräte zeigt, das auf über 40 % der untersuchten 2.623.234  Geräte sogennante „Massive-Multispieler-Onlinespiele“ zu finden waren. In diese Klasse, in die auch das indizierte Kriegspiel „World of Warcraft“ fällt, üben die vornehmlich jungen Rekruten die notwendigen Kentnisse der militärischen und taktischen Übernahme. Durch das Medium Internet konnten sie diese Tätigkeiten verdeckt und dezentralisiert ausüben. Die technisch versierten Aktivisten der Online-Rollenspiele konnten die aufgebauten Internetsperren für Zensur in den Bereichen Urhebrrechtsverletzung, Terrorismusbekämpfung, Plagiatserkennung, Staatsverleumdung und Kindesschutz durch ihre langjährige Erfahrung und kriminelle Energie umgehen, um ihre Pläne weiter zu verfolgen. Dabei erhielten sie Unterstützung aus demokratie-fernen Ländern, die in Ihren Internetzen die benötigten Informationen und Dateien anbieten. Neben einer Mehrzahl an kriegerisch orientierten Spielvarianten zeigten die Analysen der beschlagnahmten Rechengeräte auch einzelne Varianten auf, in denen die Spieler ökonomische oder soziale Schwerpunkte gesetzt haben, was die gesellschaftliche Breite der drohenden Gefahr verdeutlicht.

Live-Rollenspiel (Szene-Codename LARP):

Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Tatverdächtigen trafen die Ermittler zum Teil auf realistische Abbildungen aktueller und antiker Kriegswaffen, sowie entsprechender Rüstungen oder Einheitsabzeichen. Zusätzlich wurde Organisationsmaterial geheimer Wehrübungen gefunden, sogennanter „Cons“. Auf diesen Wehrübungen sollte anscheinend die virtuell erlernte Kenntnisse mit praktischen Beispielen vertieft werden. Die deutliche Organisationstruktur und die vertieften Hierachien zeigen dabei die Brisanz auf, die in diesen antidemokratischen Aktivitäten steckt. Die eher geringe Überschneidungsmenge zur MMORPG-Szene lässt vermuten, dass hier eher eine Elite oder ein Sondereinsatzkommando aufgebaut werden sollte. Die Beschlagnahme und das Festsetzen der LARP-Aktivisten konnte nur durch massive Beihilfe der zentralen Amtskräfte der Zentralleitagentur sowie der integrierten Bundesministerien durchgeführt werden.

Konservatives Rollenspiel (Szene-Codename Pen&Paper):

Die gefährlichste und auf den ersten Blick auch harmloseste Variante der sogenannten Rollenspiele scheint die Bundesrepublik schon seit Mitte der 80er Jahre zu unterwandern. Der komplette Verzicht auf das Medium Internet für die Ausführung erschwerte die Ermittlungen in diesem Bereich, konnte jedoch durch die langfristige Echtzeit-Analyse der Internetkommunikation der Verdächtigen die weitläufigen Täterkreise aufdecken und das Verdachtsmoment belegen. Zusätzliche Überschneidungen mit den beiden anderen Gruppen ermöglichen eine klare Identifizierung der Kerngruppe. Eine Vielzahl an festgestellten und beschlagnahmten Literaturquellen, sogenannten „Szenario-Bändern“ belegt die detailierte und gründliche Planung, die durch „Rollenspiel“ Gruppen vorgenommen werden. Aus Gründen der Tarnung verteilen sich die Aktivisten dabei auf verschiedenste scheinbare Themen und Interessenbereiche, um der automatischen Analyse zu entgehen. Die zur Deckung angenommenen Berufe und aufgebauten Identitäten streuen sich dabei quer durch die Gesellschaft, sind aber insbesondere auch bei jüngeren höhergebildeten Mitbürgern anzutreffen gewesen. Die Ausweitung dieser Bewegung wurde ebenfalls zentral durch diese Szene-Gruppe vorangetrieben. So wurden potentielle Mittäter zu sogenannten „Spieleabenden“ eingeladen, wo sie nach der anfänglichen Blendung mit historischen, futuristischen oder fantastischen Themen immer tiefer in die Szene integriert wurden, bis sie keinen Ausweg mehr sehen konnten.

Fazit der Ermittlungen

Die Untersuchungsergebnisse und einzelne Befragungen haben ergeben, dass eine Vielzahl der Verdächtigen in ihrer frühkindlichen Erziehung vorgeprägt wurden. So haben „Spiele“ wie Cowboy und Indianer oder Räuber und Gendarm einprägsam die erste Vorarbeit geleistet, und die späteren Heranwachsenden und jungen Erwachsenen empfänglicher für diese subversiven Tätigkeiten gemacht. Stichproben in Bildungseinrichtungen haben aufgezeigt, das diese Indoktrinierung weiterhin ausgeübt wird. So wurde in einem Kinderhort in Elsterberg eine Gruppe 5 Jähriger bei aktivem Ausüben von „Räuber und Gendarm“ angetroffen. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an, die Befragung der Verdächtigen und Ihrer Erziehungsberechtigten wird sicherlich weitere Erkenntnisse erbringen.

Weil manche es sicherlich sonst nicht verstehen: das war ein Scherz. Allerdings ist so etwas nur so lange lustig, wie es nicht real wird. Erst versuchen wir das Internet zu zensieren, dann zensieren wir die Hobbys der Leute, die wir nicht verstehen (Paintball, nein ich spiel es nicht…), als nächstes suchen wir uns ein weiteres Mysterium aus. Vielleicht sind auch bald die Schützenvereine dran, wobei.. da sind zuviele in den Parteien. Also liebe leser: Werdet Politisch Aktiv!

Zensursula – oder wie man ein Land dem Wahn näher bringt

Ja, ich wollte eigentlich nichts zu den Auswüchsen unserer momentanen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen,schreiben.

Ja, ich habe irgendwie auch etwas gehofft, das sich dieser polemische Auftritt, der einfach nur ein blinder Aktionismus in Hinblick auf die kommende Wahl darstellt, von selbst erledigt.

Ja, ich war so freundlich und naiv.

Nun geht es aber um solche Aussagen:

„Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft“

Nun, Frau von der Leyen. Wen kenne ich, der solche Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Geschätzte 95% meiner Arbeitskollegen. Geschätzte 95% meiner Studenten. Und grob geschätzt 70% meines restlichen Umfeldes. Ja, die sind alle schon deutlich versierter. Nur bewegen die sich nicht in „ganz anderen Foren“, und die sind alles andere als „zum Teil schwer Pädokriminelle“ (Was für eine b-ssene Wortwahl btw).Wenn sie ein ganzes forschendes Umfeld diskriminieren wollten: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben jeden Forscher der ansatzweise etwas mit Informatik zu tun hat oder sich 5 Minuten Zeit nimmt etwas über das Thema DNS-Server zu erfahren beleidigt und in ein Umfeld gerückt das nicht im mindestens auf diese Gruppe passt. Wie pervers muss man Ihrer Meinung denn sein, um zu verstehen das www.it-guerilla.de nichts anderes ist als eine Weiterleitung auf 85.13.130.173? Oder wie muss der Geist eines Menschen verformt sein, um sich einfach einen anderen DNS Server einzurichten (Einen aus dem Ausland zum Beispiel, der gar nicht von Ihnen kontrolliert werden kann..)?

Liebe Frau von der Leyen,

ich weiss, wir haben ein Wahljahr. Ich weiss, sie wollen den Stammtisch hinter sich bringen. Und ich nehme nun einfach mal an, das sowohl Sie als auch Ihr gesamtes Umfeld zu den sogenannten „Emailausdruckern“ gehören, und die technischen Experten die Ihnen zur Verfügung stehen wohl auch mehr Zeit in diversen Arbeitsgruppen oder Besprechungen verbracht haben, als wirklich im aktiven betrieblichen oder wissenschaftlichen Feld aktiv gewesen sein dürften.

Bitte wenden Sie Ihre Aktivität, Ihre Kraft und Ihre Mittel doch dafür auf, die wirklichen Probleme des Kindermissbrauches zu bekämpfen. Stärken sie die Jugendämter! Geben Sie diesen mehr Möglichkeiten, mehr Befugnisse, steigern sie die Qualifikation der dort vorhandenen Personen. Bekämpfen Sie den Missbrauch an der Wurzel, in den betroffenen Familien. Geben Sie betroffenen Kindern die Möglichkeit, schnell und ohne Probleme in sichere Einrichtungen fliehen zu können, ebenso deren Familienangehörige. Geben sie Aufklärungs- und Info-material für Schulen und Kindergärten heraus, die den Kindern erklären was „normal“ und was „nicht normal“ ist.

Sie wissen wo die Server stehen, auf denen ein solches Material gespeichert wird? Üben sie Druck aus, auf die Betreiber dieser Server, wenn sie in Deutschland sind. Üben sie Druck auf die Regierungen der Länder, auf denen die Server im Ausland stehen. Ignorieren sie das Problem nicht, denn „Was ich nicht sehe, interessiert mich nicht!“ KANN und SOLLTE keine Antwort sein, auf solche Machenschaften. Sie sprechen den Tätergruppen eine hohe technische Qualifikation und den Willen zur organisierten Kriminalität zu. Diese Gruppe wird sich auf andere Vertriebs und Organisationswege verlegen, wenn sie es nicht schon gemacht haben sollte.

Nutzen sie die Möglichkeiten Ihres Ministeriums, aktiv und zielführend gegen Kindesmissbrauch, Kinderpornographie und deren Verbreitung vorzugehen. Fragen sie die richtigen Experten, denn mit genug Potenzial und Material sollte es möglich sein, die Vertriebswege in kürzester Zeit dauerhaft zu demontieren, die Verantwortlichen zu identifizieren und die gesamten Netzwerke still zu legen.

Für mich wirken diese Versuche des „Filterns“, diese Ansätze einer Zensur wie nichts anderes wie ein Zeichen der Hilflosigkeit. Diese Aktionen sagen für mich nur aus, dass sie keine andere Lösung sehen, die Verbreitung von Kinderpornographie einzuschränken, als den Zugriff auf der obersten Ebene minimal zu erschweren. Sie kriminialisieren mit Ihren Aussagen Millionen Bundesbürger, Sie warnen und wecken die Täterkreise zur Aufmerksamkeit! Ihre gesamte Aktivität im Moment sorgt meiner Meinung nach nur zu einem:

  • Die Täter bereiten sich vor, sie schützen sich, suchen neue Wege.
  • Der normale Bürger wird durch fehlendes Verständnis der Materie beruhigt, eine Beruhigung die den tatsächlichen Taten mehr Freiraum gibt.
  • Technische Experten werden durch Ihre Aussagen kriminalisiert, informationsrechtliche Freiheiten eingeschränkt.

Ich weiss, diese Worte werden nicht viel Ausrichten können, doch an irgend einem späteren Zeitpunkt will ich mir einfach nicht sagen lassen, „Warum hast du dann nichts gesagt?“. Doch wenn ich sehe, wie Menschen aus Angst, fehlendem Verständnis und unzureichendem Wissen über die Thematik „Computer“ handeln, fühle ich mich schnell an Zeiten erinnert, wo aus Angst das unbekannte bekämpft, angegriffen und ausgerottet wurde. Und ich hoffe anständig, das jeder der nur halbwegs weiss, worum es bei diesem Umfeld geht, all seine von Vater Staat gegebenen Rechte nutzt, und mit allen erlaubten und gegebenen Mitteln dagegen ankämpft, je wieder einen solchen Zensur-Staat der Angst zu errichten. Abgesehen davon, dass neben den wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Vorteilen, die ein unzensierter, freier Informationsaustausch über das Internet uns allen ermöglicht viele weitere positive Aspekte mit dem Bereich „Internet“ verbunden sind, fürchte ich mich einfach vor Menschen, die ihre Entscheidungen aus Angst, Unweissenheit und Verblendung treffen, wenn diese Entscheidungen mich beeinflussen.

Dear non-german readers, this article deals with the current development in germany on internet-censorship. this is carried out under the disguise of child-abuse, but leads  technical as well as logical to a totaly misguided activity, which may be connected to the upcoming elections. as this mainly is of interest for my german readers, the article will be not translated directly, but you can comment in any language you want!

[Zensur] Wetten, dass es klappt?

Das leidige Thema Zensur.

Natürlich schauen wir in Deutschland erstmal von ganz Oben auf die Länder, die Zensur betreiben, all die Undemokratischen, die Achsen des Bösen, die Kommunisten, die Anderen. All dene, bei denen wir mit dem Finger deuten können und für uns das Gefühl haben „Uns geht es gut!“.

Nun, natürlich haben wir auch unsere Probleme, unsere Staatsfeinde und Angstmacher. Rechts/Linksradikale, Terroristen, Kinderschänder, Raubkopierer, Menschen mit Religionen und Verhaltensweisen die wir nicht verstehen können und der gleichen. „Böse Menschen“ halt. Davor haben wir A N G S T! Das wollen wir N I C H T! Das ist nicht N O R M AL!

Nun, dieses Jahr ist Wahljahr, da greift die Obrigkeit zu Polemik, billigem Aktionismus und macht das, was sie die restlichen Jahre machen, nur noch viel extremer und schlimmer. Von der unsäglichen, umweltschädlichen „Abwracksteuer“ rede ich gar nicht mal mehr, das begreift eh keiner, warum funktionierende Fahrzeuge wahllos der Verschrottung entgegen kommen, um ein neues zu erwerben. Nein, damit rettet man nicht automatisch die Umwelt. Vielleicht eher mal den Wagen stehen lassen oder das Licht aus machen, dürfte bei dem Deutschen Seppel effektiver sein als diese BullShit-Prämie.

Aber ich wollte ja auf Zensur zu sprechen kommen. Nun, die absolut nicht zentral gesteuerten, nicht polemischen und gradewegs nicht hasserfüllten Medien berichten natürlich kaum etwas. Das Thema um das es geht, ist Wikileaks. Für diejenigen, die es nicht kennen: Das ist ungefähr so etwas wie Wikipedia, nur das dort Informationen veröffentlicht werden sollen, die so nie jemand sehen dürfte. Geheime Dokumente quasi, wie Kürzungspläne und Entlassungspläne einer großen deutschen Eisenbahngesellschaft, Informationen über Schwarzgeldkonten oder auch Internetseiten-Zensurlisten verschiedener Länder. Letzteres wurde nun dem Inhaber der Domain wikileaks.de zum Verhängnis.

Ein kurzer Einschub für die technisch nicht so versierten. Eine Domain ist ungefähr so etwas wie eine Telefonnummer oder Straßenadresse für eine Internetseite. Dies bedeutet nicht das dort auch direkt das Telefon oder das Haus steht. Es ist grob genommen ein Verweis/Hinweis, wo der Inhalt zu finden ist. Diese Domains gibt es, damit man sich nicht immer Adressen in der Form 85.13.130.173 merken muss, sondern einfach http://www.sehr-böse.de tippen kann. Etwas vereinfacht gesagt. Dazu sei noch gesagt, das diese „Nummern“  die sogenannten IP-Adressen, in ihrer Anzahl beschränkt sind, und man mehrere Domains auf eine IP-Adresse umleiten kann, und so mehrere Domains auf einem Server hat. Das ganze ist also nicht so einfach wie man sich das im ersten Moment vorstellen könnte. Eine Internetseite liegt nicht immer genau auf einem Server, und auf einem Server liegt nicht nur eine Internetseite. Aber ich werd nun nicht in die Details gehen, wer dort mehr wissen möchte sei auf Wikipedia verwiesen als Einstiegspunkt. Zusammenfassend lässt sich sagen, das eine Domain nicht direkt mit dem Inhalt zusammenhängt, und das diese ganzen Dinge, sowohl Domain, als auch der Inhalt der Seite meist auf Servern bei Dienstanbietern liegen, im aller seltesten Fall aber bei der Person direkt zu Hause. Bedeutet also, alles was mit Domains, und Inhalten auf Webseiten zu tun hat, und im Internet zu finden ist, liegt zu 90% in einem professionellen Rechenzentrum.

Nun, zurück zur Zensur und wikileaks. Auf dieser Seite wurden die Internetzensurlisten eines Staates veröffentlicht. Australien? Dänemark?. Nein, nicht Deutschland, nein, keine geheimen Informationen aus Deutschland. Auf diesen Listen war neben zahlreichen KiPo-Domains unter anderem auch ein Zahnarzt, eine Firma  und andere Dinge, die dort eigentlich nicht hingehörten. Ein nicht unbedeutender Anteil der Einträge war bereits abgestellt und nicht mehr gültig. Diese Liste wurde nun auf wikilieaks veröffentlicht, und die Domain wikileaks.de zeigte auf diesen Inhalt.

Was dann passiert ist, will ich erstmal anderen überlassen zu erzählen:

Ein paar Meinungen gibt es auch schon:

gesperrte Intelligenz

Kinderpornographie – Wahlkampfschlager, Aktionismus, Zensur

So geht Terror – eine Theorie

Nun, die Fakten haben wir nun geklärt, beim Lesen der Artikel (Bitte die Zeit nehmen und alle lesen, es lohnt sich, auch wenn es weh tut und man sich denkt „wo leben wir“) die ersten Fragen beantwortet wurden, kann ich ja inhaltlich in meine Kritik an solchen Aktionen, an solchem blinden Aktionismus, einsteigen.

Was bringt uns eine solche Aktion? Nun, der einfache Stammtischmensch denkt im ersten Moment „Durchsuchung wegen KINDER!!!!Pornographie, der muss Dreck am Stecken haben, dem geschieht das schon recht. Mir passiert ja nichts, ich hab ja nichts zu verstecken!“ Und so eine Seite (Wikileaks), die ist ja auch nicht richtig, wenn die Pornos veröffentlichen. So denkt halt die Masse. Und wer solche Leute auch noch schützen will, die da auf solchen Seiten arbeiten (und damit die Schweinereien großer Unternehmen, Regierungen, etc aufdecken), wird gleich zum Kinderficker degradiert, oder zumindest zu jemanden, der diese Leute schützen will.

Haben wir nicht den Kopf geschüttelt, als Bush sein „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“ Kredo in die Welt gesetzt und selbige mit Kriegen überzogen hat? Nun, inzwischen heisst es bei uns, wer gegen die Zensur ist, ist für Kinderficker!  Und wenn nach 3 Monaten irgend ein Ministerialrat oder Staatsekretär bei sich auf dem Schreibtisch die „aktuellen“ Internetausdrucke hat, und bei Google nach dem Begriff Kinderficker sucht, sind alle gefundenen Seiten gleich verdächtig und dürfen gesperrt werden.

Reden wir nicht davon, das Skandale (Massenentlassungen, Schwarzgeldkonten, Großbetrug, Gammelfleisch und Co.) aufgedeckt werden, reden wir von S I C H E R H E I T.

Reden wir nicht darüber, das wir die Server, (deren Adressen wir kennen!) abschalten wollen. Nein, wir wollen nur die Domains sperren. Ich verweise noch mal kurz auf den technischen Aufbau des Internets, dass diese Domains nur eine Art Abkürzung sind, zum eigentichen Inhalt, aber in keiner Art und Weise den Inhalt einer Seite beeinflussen. Es geht also nicht um die Inhalte, es geht nicht darum das wir versuchen sollten, die Inhalte aus dem Internet zu entfernen, es geht nur darum den Weg minimal zu erschweren. Denn ob nun eine Adresse in der Form www.bloedername.endung/komischer_ordner/Inhalte oder 123.123.123.321 per SMS, Mail oder schmierigen Zettel in der Eckkneipe weitergegeben wird, ändert nichts daran, das die Inhalte zu finden sind.  Wie gut solche Zensur-Listen geheim zu halten sind, haben wir ja nun schon gesehen. Profis am Werk halt. Nicht nur das wir nun alle BKA/BND/MAD IP-Adressen durch die Telekom bekommen haben, nein.. Irgendwer wird sicherlich auch dafür sorgen, die zukünftigen Sperrlisten zu besorgen.

Warum versucht man nun nicht, in Zusammenarbeit mit technischen Experten (Echten Experten, keine Parteibuch-Experten) in  Zusammenarbeit eine Lösung des Problems zu finden. Schauen wir nach Russland oder Estland, dort wissen die Leute wie man einen Server vom Netz nimmt. Es gibt genug talentierte und moralisch motivierte Leute, welche mit einer entsprechenden Infrastruktur und staatlicher Rückendeckung anfangen könnten die Server auszuschalten. Stück für Stück den Inhalt entfernen. Nur wäre das nicht so polemisch, nicht Wahljahr entsprechend und würde im schlimmsten Fall nach ein paar Monaten die Möglichkeiten zur Verbreitung kinderpornographischer Inhalte so schwer gestaltet haben, das sich die Bedürftigen für eine solche Sauerei vor ernsthaften Problemen sehen.

Aber nun genug meiner Naivität, es geht bei diesen Aktionen nicht um Kinder, es geht nicht um Schutz, es geht um die Möglichkeiten, Stück für Stück ein Abbau der sogenannten Freiheit zu begehen, die uns vorgegaukelt wird.

Erstmal die Verbrecher, Terroristen, Extremisten und Kriminellen. Dann die Abweichler, Andersdenkenden, die Protestierenden. Dann mal sehen wer noch über ist. Wir stehen sehr nahe an einem großen Konflikt, bei dem wir uns entscheiden müssen. Wandeln wir uns zu einer liberalen Informationsgesellschaft, etwas das natürlich nicht nur Vorteile halt. Oder gestalten wir unsere eigene „Mauer“, im Internet. Nur deutsches Internet für Deutsche. Wer ausländische Seiten besucht macht sich gleich verdächtig. So wie wir eine Vorratsdatenspeicherung erdulden müssen ,werden wir bald auch eine zentrale Zensur des „globalen, offenen“ Internets erleben dürfen.

Achja, schönes Detail am Rande: Wer sich auf den Webseiten des BKA die Fahndungsplakate angesehen haben soll, hat sich anscheinend auch schon verdächtig gemacht. Was auch immer man darunter verstehen soll…

dROMNESSAM dROMNESSAM dROMNESSAM: ELEIPSRELLIK!!!111elf

So, damit hab ich jedenfalls vor den Suchmaschinene etwas Ruhe und den ganz großen Moralaposteln.

Disclaimer: Mein Mitgefühl und Bedauern den Betroffenen, so wenig Worte in diesen Momenten auch helfen mögen, ich kann nur sagen das es ich es mir nicht vorstellen kann, wie ich mich fühlen würde und wie unbegreiflich die Situation ist.

On Topic:

Amoklauf. Ich will nicht schreiben schon wieder, auch nicht mal wieder. Es ist halt passiert. Es liegt inzwischen auch an unserer guten Vernetzung das wir so direkt davon erfahren und es verbreiten. Ich will mich auch gar nicht weit zu den ganzen Thesen äussern, die nun schon spekuliert werden, ich will nur eins loswerden:

Mögen all diejenigen „Experten“, die nun wieder Musik, Killerspiele, Computer, die Technik, das Fernsehen oder sonst welche äusseren Umstände verantwortlich machen BITTE EINFACH MAL EINE WOCHE DIE KLAPPE HALTEN?

Danke

Ich bin jetzt Experten-Experte

Experten. Überall gibt es sie, sie tauchen an jeder Ecke auf. Doch wie kann man diese Spezies am besten definieren?

Nun, die Medien ziehen immer denjenigen aus dem Hut, den sie erreichen können. Ob dies dann nun auch wirkliche Experten sind, oder nur diejenigen die am lautesten „HIER!“ gerufen haben, man weiss es nicht.  Da gibt es Wirtschafts-Experten, oder Sicherheits-Experten. Man fragt halt jemanden den man kennt der einen kennt der einen Bekannten hat. Andere sagen sich, „Hey wir brauchen noch einen Umweltartikel, google nim mal eine Suchmaschine und such mal nach jemanden der sich da auskennt und frag mal ob der was neues macht“.  Achja, hallo ftd oder so…

In der Wissenschaft gibt es ja das klassische Ranking über Veröffentlichungen, Gewichtung in Anschlägen pro Journal oder so. Projekte machen sich auch ganz gut, sind aber eine ganze Ecke mehr Arbeit als irgendwelche Paper auf Konferenzen. Natürlich ist das System für Nicht-Wissenschaftler weniger interessant. Da geht es mehr um die Medienpräsenz oder die Nutzung eben dieser als Sprachrohr.

Dann gibt es noch die sogenannten $Schlagwort-Experten. Schlagworte wie Society, Medien, Sicherheit, Europa, Vogelpest, Umweltschutz, Internet, Blog, Gesellschaft, bessere Gesellschaft und so fort. Meist werden sie im Proletariats-TV entsprechend untertitelt und kommen auch nur dort zu Wort.

Wozu dient dieser Beitrag? Nun, ich erkläre mich damit offiziell zum Experten-Experten. Immerhin hab ich medienwirksam bewiesen, das ich eine genaue Einstufung von Experten in die wesentlichen Kategorien vornehmen kann. Natürlich werde ich auch Coaching und E-Learning Initiativen zu Experten-Experten Schulungen durchführen, Anfragen werden zu einem seperaten Zeitpunkt gesammelt.

Ich stell mich mal naiv…

aber, bei dem gesamten Überwachungswahn (absolute Kontrolle über all das was wir denken, sagen und fühlen wäre SSchäuble wohl noch nicht genug) und der Angst vor den angeblichen Terroristen hierzulande (die mit den althergebrachten Ermittlungsmethoden erwischt werden, soviel zu nicht ausreichenden Mitteln), bei der ganzen Rederei von den bösen Internetverbrechern (die unsere Wirtschaft schädigen weil sie sich Lieder von drittklassigen Sternchen runterladen), bei all diesen bösen Menschen rings um uns herum stelle ich mir eine Frage:

Wie kann es sein, das all die Fälle sinnloser und brutaler Gewalt die momentan geschehen von „mehrfach und langfristig bekannten Straftätern“ ausgeübt werden? Ich mein, das sind sicherlich keine V-Leute die engagiert werden, 60 jährigen von Hinten den Schädel einzuschlagen. Von mangelnder Beschäftigung kann sicherlich auch keine Rede sein, also warum passiert es das immer wieder die gleichen Gestalten dafür verantwortlich sind?

Ich hab nun keine Lust auf Diskussionen über demokratische Werte, den Sinn von Therapien oder der Auslastung von Gerichten und Gefängnissen, aber auf der einen Seite „jammert“ der Staat uns hier einen vor wie schlimm es doch alles ist um uns nach und nach die letzten Freiheiten zu rauben, die uns vorgespielt werden. Auf der anderen Seite ist man aber nicht mal in der Lage mehrfach vorbestrafte und rückfällig gewordene Menschen soweit im Blick zu haben das man solche Probleme verhindern kann?

Klar, es gibt nie eine optimale Lösung, ich will mich auch nicht als Moralapostel hinstellen, aber irgendwie nervt mich dieser Punkt momentan gewaltig. Drücken wir es mal formal aus:

Statt sich um etwaige High-Level-Probleme zu kümmern wäre es doch eher mal sinnvoll die Basis in den Griff zu bekommen.