Ich stell mich mal naiv…

aber, bei dem gesamten Überwachungswahn (absolute Kontrolle über all das was wir denken, sagen und fühlen wäre SSchäuble wohl noch nicht genug) und der Angst vor den angeblichen Terroristen hierzulande (die mit den althergebrachten Ermittlungsmethoden erwischt werden, soviel zu nicht ausreichenden Mitteln), bei der ganzen Rederei von den bösen Internetverbrechern (die unsere Wirtschaft schädigen weil sie sich Lieder von drittklassigen Sternchen runterladen), bei all diesen bösen Menschen rings um uns herum stelle ich mir eine Frage:

Wie kann es sein, das all die Fälle sinnloser und brutaler Gewalt die momentan geschehen von „mehrfach und langfristig bekannten Straftätern“ ausgeübt werden? Ich mein, das sind sicherlich keine V-Leute die engagiert werden, 60 jährigen von Hinten den Schädel einzuschlagen. Von mangelnder Beschäftigung kann sicherlich auch keine Rede sein, also warum passiert es das immer wieder die gleichen Gestalten dafür verantwortlich sind?

Ich hab nun keine Lust auf Diskussionen über demokratische Werte, den Sinn von Therapien oder der Auslastung von Gerichten und Gefängnissen, aber auf der einen Seite „jammert“ der Staat uns hier einen vor wie schlimm es doch alles ist um uns nach und nach die letzten Freiheiten zu rauben, die uns vorgespielt werden. Auf der anderen Seite ist man aber nicht mal in der Lage mehrfach vorbestrafte und rückfällig gewordene Menschen soweit im Blick zu haben das man solche Probleme verhindern kann?

Klar, es gibt nie eine optimale Lösung, ich will mich auch nicht als Moralapostel hinstellen, aber irgendwie nervt mich dieser Punkt momentan gewaltig. Drücken wir es mal formal aus:

Statt sich um etwaige High-Level-Probleme zu kümmern wäre es doch eher mal sinnvoll die Basis in den Griff zu bekommen.

Schuldig im Sinne der hetzenden Meute

Der Holzklotz-Fall von Oldenburg:

Es wird ja gerade im Moment viel darüber diskutiert, ob der „Trick“ der Polizei und die Weise wie es zum Geständnis kam so ganz nach den rechtmäßigen Prinzipien und wünschen der Justiz geschah. Wenn sich diese Mensch nun einen trickreichen Anwalt nimmt kann es gut sein das alle Aussagen wiederrufen werden und das Verfahren somit auf nicht mehr ganz so festen Beinen steht. Sicherlich könnte man der Presse noch den Unterschied zwischen Behauptungen, Indizien und Beweisen erklären, doch das „Ziel“ ist ja nun erreicht: Man hat einen bösen schlechten Menschen gefunden der es war und der nun mit aller Härte des Gesetzes verurteilt werden muss. Aussenseiter, hartdrogenabhängig. Gesellschaftlich nicht eingegliedert. Manche werden auch sehr leicht das „Ist ja nichtmal von hier.“ Argument bringen. Die Opfer darf man auch nicht vergessen. Da werden nicht unbedingt viele aufstehen und Fragen stellen. Wird schon alles seine Richtigkeit haben.

Es liegt nun an der Judikativen den Fall abzuschließen. Die vorgelegten Indizien und Beweise zu deuten und ein richtiges Urteil zu fällen. Die Zeit der Hexenverbrennungen und Opfergaben ist vorbei. Auch wenn manch großes Medium aus Berlin und Hamburg das anders sieht, Urteile werden Gott sei Dank nicht von der Journallie gefällt.