Bloggen aus Kuba geht doch!
Das entsprechende Hotel mit WiFi vorrausgesetzt, aber es geht.
Ja, ich lebe noch ;-), habe ein sehr volles Programm und den Gerüchten nach bin ich indirekt bis direkt schon in der Presse und im Hörfunk erwähnt worden. Nunja, den mitreisenden Reporter bin ich bislang wohlgesinnt gewesen, und er wird mich wohl nicht präsentieren. Ansonsten würde ich allen Interessierten raten, am Freitag den NDR (Genaueres folgt noch) zu lauschen, da wird genaueres über meine Reise berichtet, grobes Thema ist Landfunk oder so 😉

[ITG on tour] Der erste Tag in Havanna

2. Tag  – Havanna bei Tag

Sorry, mit viel verspätung nun der erste eigentliche Bericht:
Duschen, Frühstück, erste Termine, mal sehen.
So war die Planung.

Schön fing der Tag an, gemeinsam Wach werden mit Havanna. 6:30 Local Time, frische Luft (In einer solchen Millionenstadt, mitten in der Altstadt, WOW!), Vögel und die Sonne die durch die alten Fensterläden scheint.

Kuba Charisma +3 um es in Geekspeek auszudrücken. Grade beim Schreiben blicke ich auf das Nationaltheater, wo sich auf der Putte einer ehemaligen Schönheit/Göttin zwei kleine Vögel prügeln, unten wird noch schön klassisch gefegt (Kein Laubsaugerterror, Yeah!), und auch die Lufttemperatur ist sehr angenehm im Moment.

Frühstück
Nun, wenig erwarten, dann wird man nicht überrascht. Rapido war das Stichwort, so schnell kann man kaum sehen da wird der Teller abgeräumt. Die Auswahl war erwartungsgemäß nicht so extrem wie in den reinen Touristenhotel, das frische Obst war natürlich Klasse, der Rest übersichtlich. Zum sättigen reicht es allemal. Morgen sollte ich wirklich mal früher zum Frühstück gehen, das dürfte die Auswahlmöglichkeiten stark erweitern.
Danach noch schnell den Termin mit dem $FirmaIrgenddwas-Reiseleiter wahrgenommen, war eine gute Entscheidung, wollte man mich doch um einen Gutschein über ein gratis Abendessen im Hotel berauben. Nun, es ist eh eine Dienstreise und ich will nicht wie ein pedantischer Deutscher wirken, aber das hat mein Reiseleiter schon geschafft. Mal sehen ob ich ihn noch mal wieder sehe, evtl. um mir am Mittwoch ein neues Hotel zu suchen, wobei ich da auch auf die Kontakte vor Ort bauen würde. Die sind, nun etwas „unparteiischer“ bei ihrer Wahl.
In einer guten halben Stunde geht dann auch schon fast der Ernst des Lebens wieder los. Ein wenig Input über „compesatory fuzzy logic ontologies“ mitnehmen und irgendwie auch unter Leute kommen. Memo an mich: Kuba alleine geht natürlich auch, aber das „No, Gracias! No necesitar $Alkohol/Drogen/Frauen/Zigarren…!“ Kann ich mir durch Anwesenheit weiterer Menschen, insbesondere Kubaner sparen.

Muse am großen Theater

Muse am großen Theater

Achja, Frauen und Drogen sind schon mal so zwei Punkte die mir stark aufgefallen sind. Zum einen riecht es unterhalb meines Balkon wie ein auf 5qm² komprimiertes Festival, irgendwer scheint hier sehr heftig dem Konsum des Grünen Krautes zu fröhnen. Dafür das die Polizei dagegen vorgehen will läuft sie aber auch sehr oft daran vorbei. Nun, bringt wohl auch irgendwie Devisien. Frauen, nun das ist ein Thema für sich. Ich bin ja schon vorgewarnt worden und falle auch wohl nicht wirklich ins Beute-Schema (zumindest gestern konnte ich relativ unbehelligt spazieren gehen), aber das Muster „alternder europäischer Mann mit junger kubanischer Schönheit“ ist doch recht häufig anzutreffen. Leider. Wenn man sich den Monatsverdienst eines Normalverdieners überlegt natürlich ein Teufelskreis, das was die jungen Damen spendiert bekommen, kaufen können etc. ernährt halt die halbe Verwandschaft, alles nicht schön und auch ein Grund jeden Alleinreisenden kritisch zu beäugen (Wie gesagt, ich falle nicht ins Beuteschema : Zu Jung, zu Hübsch, zu Arm und zu Vergeben ;-))
Ansonsten versuchen die Straßenhändler wirklich ihr bestes, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, und das ganze wohl auch sehr erfolgreich. Wenn man aber die Tipps nichts auf der Straße zu tauschen, kaufen und zu tätigen (Von festen Ständen und Buden mal abgesehen) berücksicht, ist man schon auf der sicheren Seite.
Achja, eine Runde fremdschämen konnte ich mich auch schon wieder, vorallem für Deutsche Gäste (Da geh ich ja fast lieber als Ami durch, die sind ja schon sowas wie Rebellen wenn sie hier sind…). Viel zu kurze und zu enge Hosen und Oberteile bei beiderlei Geschlecht mögen ja für den Ballermann ok sein, aber in der Hotellobby eines über 130 Jahre alten Hotels ist ein wenig Stil doch angebracht. Mein kurzer Blick vom Balkon grade eben zeigt mir, das das musster „Jung, halbwegs attraktiv, aus Kuba“ mit „Älter, unattraktiv aber viel Geld dabei, aus Europa“ auch in der anderen Richtung funktioniert. So, genug für die erste Tageshälfte, mal sehen wann ich ans Internet komme. Entzug habe ich noch keinen aber irgendwie will man ja auch mal Bloggen wenn man hier ist 😉
(Zwischenbemerkung: Nun ist Dienstag und ich bereite die Texte auf die ich an den Tagen geschrieben habe ;))

Havanna bei Tag
Zwei Dinge zeichnen die Kubaner definitiv aus: Einfallsreichtum und Flexibilität. Aus dem kurzen Meeting wurd eine unglaubliche ganztägige Stadtführung durch Havanna und Alt-Havanna. Drei Buchstaben die da bei mir hängen geblieben sind: W O W
Vorneweg: Ich hatte zwar die Kamera mit, aber in vielen Situationen wollte ich nicht oder hatte ich nicht daran gedacht zu knipsen. Es fing an mit einem kleinen Abstecher zur Wohnung meines Kontaktes, raus aus dem Touristenviertel und rein ins richtige Leben von Havanna. Beschreiben lässt sich das ganze nur schwer, aber die Freundlichkeit und Wärme mit der man hier aufgenommen wird ist vorbildlich. Die kleine Tour mit etwas Geschichte, Anektdoten und Hintergrundwissen war schon die halbe Reise wert. Dieser Abstecher führte auch zum ersten Rum in Havanna, den ich geniessen durfte ;). Nun, ich versuch mal die Stadttour in wirren Stichwörtern zusammen zu fassen, um den Text nicht ins unendliche auszubreiten:

  • Havanna hinter den Kulissen – Abseits der Renovierten und für Touristen aufbereiteten Fronten
  • Havanna Chinatown – Ja, richtig gelesen, es bildet sich hier ein richtiges kleines Viertel asiatischer Ausprägung
  • Malecon – 7km Straße/Promenade direkt am Wasser, toll zum spazieren gehen. malecon
  • Geschichte – davon wimmelt es hier überall, jede Schritt und Tritt den man macht wird von Ihr begleitet. Viele Erinnerungen an die kürzere Vergangenheit, politisch geprägt aber nicht unverständlich oder willkürlich plaziert.
  • Flaggen/Botschaft: Am Ende das Malecon zur neuen „modernen“ Innenstadt gerichtet, die Interessenvertretung der USA, umgeben von vielen schwarzen Flaggen auf Halbmast. Sieht und klingt im ersten Moment provokativ, wenn man aber die andere Seite hört, verständlich (Innerhalb des Gebäudes wurde wohl versucht mit Leuchtschriften (regierungskritische) Botschaften zu verbreiten, wohl gemerkt: aus einer Interessenvertretung, die ja eigentlich halbwegs neutral bleiben sollte. usofa
  • Platz des Protestes – So nenn ich ihn mal, wenn die Kubaner gegen die USA demonstrieren, haben sie dafür einen nett vorbereiteten Platz, mit Bühne usw 😉 – natürlich direkt vor der, na wer kommmt drauf?
  • Der „neue Teil“ von Havanna – nunja, nur kurz gesehen, erinnert an jede halbwegs moderne Großstadt. Lässt aber den Flair vermissen den es hier in anderen Teilen gibt.
  • Hotel National – Mal wieder ein W O W, gut aufbereitetes, prunkvolles Hotel in Staatshand (direkt, indirekt ja eh alles), hier ist das Sehen und Gesehen werden wichtig. Viele englischsprachige Gäste, und billig ist der Laden definitiv nicht. Hat aber einen wunderbaren Garten/Terasse mit Blick aufs Meer und die Hafeneinfahrt von Havanna.

    Blick vom Innenhof des Hotel National

    Blick vom Innenhof des Hotel National

  • Essen am Malecon: Wieder so etwas wie ein Geheimtipp – kleine unaufällige Läden, im ersten Stock dann mit großer Terasse und Blick aufs Meer. Wunderbares Essen, schöne Musik, leckeres Bier (Bucanero, rote Dose mit Pirat/Bucaneer drauf) und fesches Personal, um es mal so zu fassen.

Dann ging es ab nach Alt-Havanna, die renovierte und aufbereitete Zone der Stadt. Hier ist wirklich sehr viel Zeit, Mühe und Geld reingeflossen, um die alten Gebäude zu renovieren und wieder herzustellen. Der Bereich ist mit Kanonen und Kanonenkugeln „umzäunt“,  und wirkt ein wenig wie aus einer anderen Zeit. Ein bekannter Laden neben dem anderen, Hemingway, Hotel Florida usw – Alles was man mal gesehen haben sollte gibt es hier. Die Bars und Kneipen leben natürlich auch von Klischees, so gibt es ein relativ bekanntes Bild einer älteren Kubanerin, mit grellen Perlenketten und dicker Zigarre, witziger ist da schon das Motiv der ganzen Touris die sie (gegen Entgeld) knipsen.  Musik an jeder Ecke, der Geruch von Montecristos und halt sehr viele Touristen. Aber ruhiger und entspannter als meine momentane Unterkunft neben dem Teatro Nacional und einem Nachtklub. Durfte mir dann gleich auch mal eine potentielle Unterkunft für die kommenden Tage ansehen, denke mal das wird das sein, wonach die Abteilung sucht. Zentral, ruhig und mit eigenem Charme.

[ITG onTour] Stimme auf Kuba: Die Anreise

Die Anreise – Franzosenchaos, Cubanercoolness und Havanna bei Nacht
So, mal schnell den ersten Tag zusammen fassen, bevor ich den zweiten beginne. Angefangen hat das ganze bei schönem Oldenburger Wetter (Regen, Regen, Regen…), was durch leichte Nieselschauer unterbrochen wurde. Ein nicht passender Amerika-Adapter, vergessene Dinge (ich weiss bis jetzt noch nicht was, aber ich bin mir sicher etwas vergessen zu haben) und leichte Nervösität ob ich denn auch all mein Gepäck mitbekommen würde machten sich breit.

In Bremen dann das übliche Prozedere: KLM/Air France hat so wenig Kunden das man auch sofort an den Elite Plus Schalter kann, um abgefertigt zu werden. Mein Koffer passte und alles andere (@Liane: es waren 23,3 Kg…) ging auch mit. Mein mitreisender kubanischer Freund hatte auch sehr viel Glück, entweder die Schalterdame mochte ihn oder war noch nicht ganz wach. Nach dem ich dank der Securitiy erfahren hab das meine Schuhe Metallsohlen haben (wird für Paris noch sehr wichtig) durfte ich dann auch zum Flieger. Der Flug (EMB 145) war nicht weiter der Rede wert, Air France typisches Magerfrühstück (Käffche und Keks) überbrückten die Wartezeit.

Apropo Wartezeit, das ist so eine Sache für sich. Geplante Ankunft in CDG war 12:15, geplanter Check-In Schluss unseres Anschlussfluges nach HAV war 12:45 (diese Zeit war schon verschoben, ursprünglich war es 12:30). Also nicht viel Zeit um vom Terminal 2G(Schengen-Flüge) zu 2C (Interkontinental) zu kommen, zudem man auch noch auf einen Bus angewiesen war. Der kam auch direkt, brachte uns nach einem kleinen Eindruck Pariser Verkehrschaos dann auch direkt zu 2C wo geschätzte 600-800 weitere Passagiere auf den Security Check warteten. Nebenbei war es da schon 12:45. Vorlassen war nicht (warum auch, ist ja auch nur unser Flug, nicht der der Security), also haben wir halbwegs brav in der Schlange gewartet. Nach einer halben Stunde waren wir dann auch mal durch die Security, nur war inzwischen wohl das Terminal der Maschine verlegt, aber immerhin war der Vogel noch nicht weg (geplanter Abflug 13:30, um 20 nach war er noch beim Check-In). Lange Rede kurzer Sinn: Wir hatten sehr viel Glück und haben noch im passenden Moment den Flieger bekommen. Achja, der Flieger: Das dreckigste Stück Hochtechnologie das ich seit langer Zeit gesehen hatte. Ich weiss ja das Air-France seine 747 umrüstet, aber das ich ausgerechnet die älteste Klapperkiste bekomme, mal sehen was der Rückflug so bietet. Der Flug war nicht sonderlich spektakulär, einige Turbolenzen, langeweilige Mitreisende (Touris des Modell Lande-Klatscher) und halbwegs gutes Essen. Aber defekte Kopfhörerbuchsen. Nunja, um 18h Ortszeit (24h Oldenburger Uhr) landeten wir dann auch auf dem Jose Marti International, Hola!. Scheiss Landung, bei Windstille die Maschine ins Wanken zu bringen ist echt hohe Kunst. Nach weiteren 2 Stunden ging es dann auch mal mit dem Taxi zum Hotel (Inglaterra, Bilder folgen, Google sagt mehr). Die 2 Stunden waren gefüllt von Immigration Service (NOTE AN MICH: Das nächste mal nicht die Lieblingssportjacke tragen (Gogol Bordello – Immigrant Punks)!), Security, Gepäck, Zoll, Suchen der Kontaktperson, Familien usw… Zwar mit Wartezeit und langen Wegen aber deutlich schneller, freundlicher und effektiver als in Paris oder Bremen. Gleich schon den ersten positiven Eindruck gesammelt. Das Taxi (Fahrstil Emsländer Jugendlicher auf Koks) beschwerte mir dann auch die ersten wichtigen Eindrücke (Leider keine Bilder): Alte Amischlitten ohne Ende, keine Werbung aber Partei- und Motivationssprüche über all, wunderschöne alte Bauten, verfallen aber mit Charme, Fahrradkonstruktionen jenseits von Gut und Böse, flexible Straßenordnungen, kurz: Havanna bei Nacht.

Dann kurz noch zum Hotel: Wunderschöner alter Bau von aussen, tolle Lobby und tolle Flure, in den Zimmern dann schon etwas einfacher. Aber ich will und darf hier nicht mit europäischen Standards messen. Das Zimmer ist halbwegs sauber, nicht zu klein, hat das notwendige (Tisch, Minibar, TV, AC) und schöne (Balkon zum Nationaltheater), schöne Fliesen auf dem Boden. Leider ein sehr weiches Bett und insgesamt kann man zum Inglaterra sagen: Aussen Hui, innen…
Nun, das ganze hätte ich gern auch am ersten Tag geschrieben, aber nach dem ich mich noch kurz mit jemanden aus der Uni hier getroffen hatte, einmal zum Kapitol geschlendert bin war die überlegung: noch etwas essen und trinken oder dann doch mal ins Bett (23h Ortszeit macht dann auch mal 4h morgens nach Oldenburger Zeit). Also in die Federn, dank Air France konnt ich auch gut schlafen, die Ohrstöpsel halfen (es ist sehr laut hier, Nachteil der „guten Lage“). Nun werd ich gleich mal die Dusche probieren und dann das Frühstück begutachten, ich hab einen riesen Durst und das Wasser aus der Leitung werd ich dann doch nicht nehmen. Aber das ganze gehört ja schon zu Tag 2 und findet sich dann dort.

Sodele, nun haben wir schon Mittwoch, und  zwar eine ganze Woche später. Leider hat mir Postie das halbwegs live bloggen versaut, daher gibt es nun die Eindrücke Stück für Stück. Den ersten Tag habe ich noch ohne Kamera überstanden, also warten wir mit den Bildern auch etwas 😉

Old Town Havanna

Sodele, hier einmal die ersten Eindrücke aus Havanna, genauer gesagt aus Habana Vieja, der (wirklich schön restaurierten) Altstadt von Havanna. Diese Gruppe zog fast jeden Tag durch die gesamte Altstadt und führte eine Traube von Touristen und Kindern mit sich, die es bewundert/mitgetanzt/etc.. haben.

Das dient nun erstmal als Lückenfüller, bis ich die Bilder entsprechend den Texten zugeordnet habe 😉

Geniesst erstmal, zum Thema Kuba und Touristen sag ich später noch viel mehr.

Ich bin dann mal weg – Oder: Wie ich eine Erklärung fürs nicht bloggen habe…

So liebe Leser,

im Moment geniesse ich das letzte mal das heimische Internet, bevor ich morgen in eine andere (Online)-Welt aufbreche. Natürlich werde ich ab und an etwas fürs Blog (Artikel, Bilder) aufbereiten, doch die Chancen das ich blogge sind, sagen wir mal : Relativ gering. Aber wie man bei Daniel sehen konnte nicht total unwahrscheinlich. Also, seid gespannt und wartet auf das was kommt.Ansonsten geniesse ich es, weder auf Mails noch auf Internet reagieren zu müssen. Und denke nicht an den Tag nach meiner Rückkehr (Schätzungen für die Anzahl aufgelaufener Mails bitte in die Kommentare)

Ich hingegen freue mich einfach mal, dass mich die Arbeit nach Kuba bringt, hoffe das es mir gefällt und es nicht mein letzter Aufenhalt dort sein wird. Cohibas und Havanna Club, Mythos Che und Obervater Fidel, oder um es kurz zu fassen:

Möge ich in spannenden Zeiten reisen und leben 😉

Hasta la vista companeros bloggeros!