Mein Post der hat drei Sichten, drei Sichten hat mein Post…

…und hät er nicht drei Sichten, so wär das nicht so gut!

Der aktuellste Fall einer Abmahnung hat noch nicht so die großen Kreise gezogen, es fängt grad aber an.

Jemand lässt sich eine Marke eintragen.

Dieser Jemand nutzt diese Marke um sein Informationsangebot ins Netz zu stellen.

Nennt man nun einem Internet affinen Menschen diesen Begriff, so wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Angebot des Markenbesitzers damit verbunden.

Die Marke besteht übrigens schon über 3. Jahre.

Dieser Jemand bemerkt das unter diesem Begriff Firma X vergleichbare Angebote ins Netz stellt.

Vergleichbar grob, denn Firma X nutzt diesen Begriff auch, um direkt etwas zu verdienen.

Nun passiert folgendes:

Markenbesitzender denkt sich: „Mh, der Begriff ist wegen mir relativ bekannt, warum sollte ich nun zusehen wie jemand anders damit den Reibach macht. Zumal es ja meine Leistung ist, und die Marke habe ich ja auch noch.“

Schreibt einen ersten Versuch den Konflikt zu belegen. Dieser endet anscheinend fruchtlos. Dann gibt es wohl einen weiteren, nicht mehr ganz so netten Versuch diesen Konflikt zu belegen. Der wird wohl auch nicht ganz so nett beantwortet. Nun wird diese Firma abgemahnt.

(Nebenbei ganz sinnvoll, wenn man solch ein Problem schnell aus der Welt bekommen will sollte man Abmahnen, wenn man den langen „normalen“ Weg eingeht kann leicht behauptet werden es sei nicht wichtig gewesen)

1. Sicht: „Neutral alá Stimme“

Fazit: Ich finde die Reaktion so ok. Grade im Web 2.0 Bereich wird vielfach versucht auf dem Erfolg anderer mitzuschwimmen. Die Namen und Begriffe bekannter Seiten werden übernommen, als Meta-Tags gesetzt um etwas von dem Erfolg in Suchmaschinen abzugraben. Wer es nicht glaubt muss sich doch nur die unzähligen SEO-Blogs und Seiten ansehen die es inzwischen gibt (BTW: Sind das die ganzen Webdesigner aus dem Jahr 2000? Evil).

Hier wurde eine Marke geschützt, wenn man so etwas nicht macht dann verfällt das Recht auf die Marke auch recht schnell. Abgemahnt wurde keine Privatperson aka. armer kleiner Hans Blogwurst sondern ein Unternehmen das profitorientiert eine Internetdienstleistung anbietet. Und dies vielleicht auch wohlwissend unter dem positivem Effekt der Marke.

Das der Inhalt und der Ablauf der Abmahnung nicht öffentlich gestaltet wurde hat damit ja auch nichts zu tun, niemand hat ein Anspruch darauf so etwas zu erfahren.

2. Sicht: „Wütend wie die Meute“

Unglaublich!!!!1111elf. Abmahnungen unter Bloggern!!!!111elf. !!!!111elf.

Sowas von !!!111elf.

Also Blogger und Abmahnungen vertragen sich ja gar nicht. Egal das es hier nicht um eine Abmahnung an eine Privatperson gibt. Wenn ein Blogger abmahnt hat er seine Street-Credibility verspielt. Naja, Don Alphonso darf abmahnen, aber der mahnt ja fast nur Firmen ab, und macht das öffentlich, und hat dabei immer so coole Sprüche drauf. Aber dieser Markenbesitzer war doch vorher immer so cool und nett in seinem Blog und hat uns davon erzählt wie andere mit den Dingen die wir nicht verstehen (Rechtsprechung) umgehen. Und auch über die bösen Abmahner hat er gesprochen. Und nun macht er selber sowas. Nun will ich gleich mal der ganzen Welt verkünden wie schlimm ich das finde, und das ich diesen Blog nun bestimmt nicht mehr lese und aus meinem Feedreader nehme. Und den großen bekannten anderen Bloggern die das auch so sehen stimme ich zu, vielleicht linken die mich dann ja auch zurück.

3. Sicht: „Modell angeschossenes Reh“

Mist, Abmahnung kassiert.

Hmm, Marke anfechten? Naja, nach 3 Jahren… man kanns ja mal versuchen. Aber erstmal nennen wir das um und gehen drauf ein oder? Naja, die Seite muss weiter laufen, wäre schon schlecht wenn die nun durch eine einstweilige Verfügung gestört würde. Nee, da können wir sonst nix machen. Halt doch: Schreib das doch eben noch mal ins Blog, wird sich schon bestimmt jemand finden der drauf antwortet und das ganze weiterträgt. Soll er sich mal wundern, wenn das die Runde macht. Geben wir uns wieder Grasnarbennah und offen, dann haben die bestimmt alle Mitleid mit uns.

Noch nen Fazit:

Klar sollte man nicht allgemeine Begriffe als Marke verwenden. Ob die Marke zulässig ist hätte man seit 2005 klären können, so lange gibt es die schon. Menschenskinder: Selbst ich schau schon lange in der DPinfo nach bevor ich eine Domain anmelde! Dann kann man das von einem Unternehmen das auch noch im rechtlichen Bereich schwimmt doch auch erwarten! Einfach den bekannten Begriff mitbenutzen und auf dem Erfolg anderer schwimmen geht halt nicht.

Ob Law Blog oder Blog Bar oder Basic Thinking oder Netz Politik. Es sind alles erstmal allgemeine Begriffe, ist Micro und Soft auch. Das Zusammenspiel und die Nutzung sind dann eine andere. Und wenn es eine Marke gibt, kann man das innerhalb von 5 Minuten feststellen und sich so dem ganzen Ärger entziehen.

Nun war der Fall auch noch so das (nach Aussage von U.V.) _2_ mehr oder weniger freundliche, kostenfreie Mails der Abmahnung vorausgegangen sind. So warum aufregen?