Das Fenster zum Hof

Irgendwann, Irgendwo in einer kleinen Großstadt.

Aus dem Fenster, über den Zaun gesehen liegt er.

„Der Bäcker um die Ecke“. Immer lecker, nicht gerade günstig aber was ist das heutzutage noch. Zumal die Bedienungen zu 99% freundlich sind, zuvorkommend und gerne auch mal etwas extra in die Tüte fallen lassen. Kundenbindung der klassischen Art, wie ich es mag. Scheiss auf Rabattmarken, gebt mir einfach ein Bagel oder eine Semmel mehr und ich freu mich. Aber wir wollen zurück zu unserer Geschichte.

Kurz nach der vollen Stunde, ein kleines Mädchencabrio mit schrecklicher Mädchenmusik. Laut. In der Qualität die sagt: „Hey, Papi hat viel Geld für mein Cabrio gezahlt, und die teuerste (Werks)Anlage war auch dabei.“ Nichts womit man einen DB-Drag oder einen FastFood-Parkplatz beschallen könnte, aber genug um in der besseren Gegend das Bild von Jung und Wild zu prägen. Natürlich in Maßen und nie so sehr das es wirklich jemanden aufregen würde. Zumal zum nächsten Geburtstag das Cabrio natürlich durch ein etwas größeres Exemplar ersetzt wird. Mit der Raute oder dem Stern. Vielleicht auch mit den Ringen, wenn der Spender etwas auffallen will.

Diesem Volks-Cabrio entsteigt nun Modell „Tochter $$$“. Der Wagen läuft weiter, der iPod hängt um den Hals, eine doppelte musikalische Belastung scheint modisch zu sein. Schnell das Täschchen von Gucci und die Brille von D&G zurecht gerückt und in der Bäckerei entschwunden.

Um es kurz zu machen: Nein, der Wagen wurde nicht gestohlen, niemand hat ob der grausamen Musik den Schlüssel gezogen und kurze Zeit später war der Spuk auch schon wieder beendet, Tochter $$$ war beladen mit blauen Papiertüten, nahm noch einem Taxi die Vorfahrt und düste fort, in feinere Gegenden, mit vermögenderen Wesen.

Happy End? Nein nicht ganz, denn einige Zeit später Schlug das Imperium zurück.

Ein Krüppel-SUV deLuxe, ebenfalls mit etwas lauterem Radioemfpang hielt schwungvoll vor der Bäckerei an. Fast jedenfalls, denn er ist beim ersten Versuch vorbei geschossen und musste die Bremse etwas fester betätigen. Ein Krüppel-SUV deLuxe nebenbei geschreiben ist ein Fahrzeug, das weder ansatzweise ins Gelände kommt, noch die Variabilität der restlichen Modepanzer mit sich führt. Ein Coupe mit hochbeinigem Untersatz quasi, Automobilinteressierte werden an dieser Stelle wissen welches Auto gemeint war.

Dem Wagen entsteigt Tochter $$$, immernoch mit iPod, aber diesmal ohne Tasche und Brille, dafür mit einer Brötchentüte. Begleitet wird sie anscheinend von ihrem Erzeuger und Versorger, oder von ihrem Versorger und Verführer, lassen wir das die Phantasie entscheiden. Da Karneval schon war, Halloween noch kommt und die Schweiz die EM nicht gewonnen hat, dürfte er sich den Kopf nicht Rot bemalt haben. Der steigende Blutdruck, das wirklich nicht mehr vorhandene Haar und ein modisches rosa Polohemd bilden einen interessanten Kontrast von Blond und Fleischtönen. Mit $$$ im Schlepptau wird die Bäckerei gestürmt.

Nun, für die folgende Situation hätte ich doch gerne Mäuschen gespielt, leider war meine Musik zu laut und die Bäckerei ist nur in Sicht- und nicht in Hörweite. Diesmal blieb der Schlüssel auch nicht stecken, die Versuchung einer Probefahrt blieb mir erspart.

Relativ schnell muss der Dialog im inneren der Bäckerei gewesen sein, ob nun ein Brötchen zu viel oder zu wenig, die Falsche Sorte oder nicht genug Schokopudding im Crossaint?

Wir werden es wohl nie erfahren.

Sicher ist nur das sie laut gestikulierend, er mit tiefdunkelrotem Hals fort aus der Welt der normalen entschwunden sind. Hin in ihre bessere Welt. Vollgas vorraus, nur hier raus!

Auch wenn es ein schwerer Schlag für den Bäcker sein wird diese treuen Kunden zu verlieren, ich vermute man wird sie hier nie wieder sehen.

Achja, bei dem Wetter hetze ich eh ungern, und als ich mir ein Brötli holte habe ich die werte Bedienung ihr (offenkundig dienstliches) Telefonat zu Ende führen lassen. Gab natürlich für meine Geduld natürlich gleich ein extra Brötchen. Für 40 Sekunden warten kein all zu schlechter Preis.

Und sie „menscheln“ doch…

Wir sind nicht allein. Bei der Sache mit der Intelligenz, dem Lernen, Wissen und so fort. Einfach mal diesen Artikel hier lesen.

Bei mir kamen gerade Erinnerungen an den Religionsunterricht hoch (lange her), so 11. Klasse müsste das gewesen sein. Diskurs ist nicht ganz der richtige Begriff, die damalige „Lehrerin“ (Religionsunterricht an Gymnasien ist wohl mit die vornehmste Methode sich um ein vernünftiges Zweitfach zu drücken?) war nicht nur felsenfest von ihrer Meinung überzeugt das der Mensch das höchste der Gefühle und wichtigste Schöpfung Gottes sei, sondern das Tieren auch solche Dinge wie Vernunft, Wissen, Erfahrung und natürlich Intelligenz abzusprechen sei. Das war mit das letzte mal das ich mir so etwas wie Religionsunterricht gegeben hatte, furchtbar² solche &%§&$%“!

Foo Bar!

Zurück zum Artikel (Endlich mal wieder was gut lesbares auf SpOn):

Mal abgesehen davon das wir hier auch noch mit menschlichen Größen messen (Ist Hunden sowas wie ein Hochhaus wichtig oder eher eine möglichst effektive Methode der Reviermarkierung?) sind die Ansätze doch klar erkennbar: Auch wenn die Spezies Homo Sapiens momentan relativ dominierend ist, sind wir noch lange nicht die Krone der Schöpfung, bei weitem nicht die effektivste Ausgestaltung der Entwicklungsgeschichte und lange nicht so besonders wie manch einer von sich denkt.

Sicherlich werden klassische westliche oder nahöstliche Religionen mit solchen Berichten ihre grossen Probleme haben, aber das haben sie ja auch mit anderen „neumodischen“ Ideen.

Nicht wirklich damit verbunden, aber für all jene die an die enorme Wichtigkeit der menschlichen Spezies und unsere tolle Entwicklung der letzten 10.000 Jahre glauben hier (nochmal verlinkt für alle die nicht regelmäßig mitlesen) mal ein Gedankenspiel „was wäre wenn die Menschen verschwinden würden“. Life after People. Einfach mal die Seite und nach Möglichkeit auch die Sendung ansehen.