Warum ich Micropayment fĂŒr Blogs nicht mag

Hi, ich schreib mal wieder was 😉

Flattr, Kachingle, Tipjoy, Paypal… Teilweise unterschiedliche Konzepte mit dem gleichen Ziel: Geld fĂŒr „Dienstleistungen“ von Privatpersonen zu ĂŒbermitteln. Grade Flattr wird im Moment ja wie die neueste Sau durch das Dorf getrieben, doch so richtig begeistern kann mich das nicht.

Warum lese ich Blogs? Mich interessieren die Meinungen, Comics, Bilder oder was auch immer gebloggt wird der Autoren. Ich lese sie oft nur oberflĂ€chlich. Will ich etwas kommentieren, tu ich das. Finde ich einen Artikel sehr beeindruckend/wichtig/diskussionsfĂ€hig erstelle ich einen eigenen Artikel mit einem Trackback. NatĂŒrlich könnte ich dem Autor auch einen kleinen Obolus zukommen lassen, Ă€hnlich wie dem Geigenspieler in der FußgĂ€ngerzone oder dem Wechselgeld fĂŒr die $Spendengesellschaft_hier_einfĂŒgen-Dose in einem GeschĂ€ft. Doch warum fĂŒgt jemand einen solchen Button bei sich auf der Seite ein? Weil er unbedingt Geld mit seinem Blog verdienen möchte! Damit verĂ€ndert sich fĂŒr mich der Ansatz, ein Blog zu betreiben. Es gibt sicherlich genug Blogger, die mit ihrem Bloggen (teilweise) Geld verdienen. Promillewerte verdienen ihren Lebensunterhalt mit dieser TĂ€tigkeit. Doch die wenigsten hatten diesen Vorsatz, sie haben einfach wĂ€hrend des Bloggens gemerkt, dass mehr und mehr Leute ihre BeitrĂ€ge lesenswert fanden und das Geld verdienen hat sich damit quasi „entwickelt“.
Diese Micro-Payment-Buttons sind fĂŒr mich aber eher etwas wie der 16-jĂ€hrige Punk, der mir am Samstagmorgen den Pappbecher unter die Nase hĂ€lt. Quasi die „Haste ma ne Mark?“ des Web 2.0. Zudem macht es unkreative Wohlwollens-Bekundungen leichter. War es ein halbwegs guter Artikel? Naja, dann spende ich der Seite etwas Geld. Und hoffe natĂŒrlich darauf dass mehr Artikel der Art und Weise geschrieben werden, die ich mag. Ich will nun nicht von einer Kommerzialisierung der nicht existenten BlogosphĂ€re schwadronieren, doch mir gefĂ€llt die mögliche Richtung nicht, in die sich das ganze System bewegen könnte. Ich mag eher die Blogs, die so schreiben wie sie wollen. Mal gefĂ€llt mir ein Artikel, mal nicht. Nichts bewegt den Autor Artikel in eine gewisse Richtung zu schreiben, außer vielleicht die Diskussion in den Kommentaren. Und grade diese Verbundenheit, dieses letzte QuĂ€ntchen Graswurzel war mir an Blogs wichtig.

Nun werde ich wohl abwarten und zu sehen, wie sich dieses Thema entwickelt und wie es genutzt wird. Notfalls werde ich halt Wege publizieren wie man Autoren danken kann, ohne gleich auf solche direkten Geld-abhĂ€ngigen Methoden zurĂŒckgreifen zu mĂŒssen. Beispiele gefĂ€llig? Seite des Bloggers durchstöbern. Mag er Ninja-Piraten-Orang-Utans? Schickt ihm eine entsprechende lustige Postkarte. Sammelt er jedes StĂŒck einer Krimi-Serie aus den 60er Jahren? Sendet ihm doch ein passendes Buch zu! Lieber mal eine Stunde mehr investieren und etwas Eigenes machen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies vielen besser gefĂ€llt als ein paar Euro. Ich hoffe es zumindest.