Akute Obamaritis – Yes he can!

Sicherlich, Politik hängt nicht an einer einzelnen Person. Und das politische System in den Staaten ist grundlegend unterschiedlich als unseres (und als Europäer kann man es ja eh nie verstehen bla bla blupp) und es gibt ja noch sicherlich viel mehr (Pseudo)-Gründe aus denen man Kritik an der Wahl Barack Hussein Obama Jr. (der gerade im Moment Indiana gewonnen hat) ziehen könnte.

Nun, wer das machen möchte, kann dafür gerne sein eigenes Blog oder Klopapier nutzen, ich sehe nach diese Wahl  die USA nun so positiv wie lange nicht mehr. Und ich bin damit nicht alleine. Zum einen ist der Charismatiker Obama jemand, den man mögen kann. Bush ist ja böse, Bush ist „dumm“ und „gefährlich“, aber Obama :Jung, dynamisch, Hoffnung.  Also doch eine reine Personenentscheidung?

Nun, ein ganzes Land feiert nach der Wahl (Wann war das hierzulande das letzte mal so? 1991?). Nicht nur Parteimitglieder, auch normale Wähler feiern den Sieg Obamas. Eine Wahlbeteiligung wie lange nicht mehr. Und da der kleine aber feine Unterschied zu uns besteht, das man sein Wahlrecht aktiv ergreifen muss ein noch deutlicheres Zeichen. Glückwünsche aus der ganzen Welt. Nicht nur die formalen Floskeln, ernstgemeinte inhaltliche Glückwünsche. Zuwachs im Senat und Kongress für die Demokraten. Swing states oder „republikanische Hochburgen“ wechseln zu den Demokraten. Da ist der Verlust der CSU bei der letzten Landtagswahl in Bayern kaum ein guter Vergleich. America can Change. Sicherlich nicht von heute auf morgen, doch der erste und mit der wichtigste Schritt ist getan. Aussenpolitisch wird es nun ein „leichtes“, den behobenen Image-Schaden der Regierung Bush zu beheben. Innenpolitisch? Schweres Pflaster. Immerhin geht Obama diese Situation realistisch an: Schwer wird es, sehr schwer und nicht angenehm. Aber die Situation wird nicht mehr ignoriert.

Und die Person Obama? Nun, ich möchte mal sagen so amerikanisch wie man amerikanisch sein kann. The American Dream. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Selfmade-Men and Women sind gefragt. Obama ist ein gutes Beispiel. Sein Vater war kein Amerikaner? Vor nicht all zu langer Zeit war es noch „in“ und „kultiviert“ als US-Bürger die Wurzeln der Familie zu kennen. Und da kamen nun mal viele „irgendwann“ vor 60-160 Jahren als Immigranten an.  Und ich habe kaum einen Native American gesehen der sich über Obamas mangelnden Amerikanischen Hintergrund beschwert hat.

Und was bringt uns das Obamarama? Der gewählte Wechsel, der dann irgendwann im Januar beginnen wird, dürfte auch größere Auswirkungen auf den Rest der Welt haben. Ökonomisch, ökologisch, sozialpolitisch. Sicherlich nicht so wie wir das wollen und alles von alleine, aber in ganz anderen Dimensionen als unter der Regierung Bush. Multiliteralismus dürfte das Stichwort für die kommenden Wochen werden. Transatlantische Brüderschaften werden wieder aufgelebt. Spannende Themen dürften der Iran und die vielen Konfliktherde in Afrika werden.

Ganz persönlich freu ich mich auf die Bewegung und Energie an, die nun in den Klimaschutz gesteckt werden. Sicherlich besteht da noch viel Aufholbedarf aber das vorhandene Potential wird jeden konservativen Klimakritiker aus dem Weg fegen wenn es einmal genutzt wird. Und wer momentan einen Vorsprung oder einen Leuchtturm in Deutschland bei dem Thema Klimaschutz/Erneuerbare Energie/Umwelttechnik sieht, sollte das in ein paar Monaten erneut sehen. Aber nicht jeder Verlust ist ein schlechter Verlust…