Zensursula – oder wie man ein Land dem Wahn näher bringt

Ja, ich wollte eigentlich nichts zu den Auswüchsen unserer momentanen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen,schreiben.

Ja, ich habe irgendwie auch etwas gehofft, das sich dieser polemische Auftritt, der einfach nur ein blinder Aktionismus in Hinblick auf die kommende Wahl darstellt, von selbst erledigt.

Ja, ich war so freundlich und naiv.

Nun geht es aber um solche Aussagen:

„Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft“

Nun, Frau von der Leyen. Wen kenne ich, der solche Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Geschätzte 95% meiner Arbeitskollegen. Geschätzte 95% meiner Studenten. Und grob geschätzt 70% meines restlichen Umfeldes. Ja, die sind alle schon deutlich versierter. Nur bewegen die sich nicht in „ganz anderen Foren“, und die sind alles andere als „zum Teil schwer Pädokriminelle“ (Was für eine b-ssene Wortwahl btw).Wenn sie ein ganzes forschendes Umfeld diskriminieren wollten: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben jeden Forscher der ansatzweise etwas mit Informatik zu tun hat oder sich 5 Minuten Zeit nimmt etwas über das Thema DNS-Server zu erfahren beleidigt und in ein Umfeld gerückt das nicht im mindestens auf diese Gruppe passt. Wie pervers muss man Ihrer Meinung denn sein, um zu verstehen das www.it-guerilla.de nichts anderes ist als eine Weiterleitung auf 85.13.130.173? Oder wie muss der Geist eines Menschen verformt sein, um sich einfach einen anderen DNS Server einzurichten (Einen aus dem Ausland zum Beispiel, der gar nicht von Ihnen kontrolliert werden kann..)?

Liebe Frau von der Leyen,

ich weiss, wir haben ein Wahljahr. Ich weiss, sie wollen den Stammtisch hinter sich bringen. Und ich nehme nun einfach mal an, das sowohl Sie als auch Ihr gesamtes Umfeld zu den sogenannten „Emailausdruckern“ gehören, und die technischen Experten die Ihnen zur Verfügung stehen wohl auch mehr Zeit in diversen Arbeitsgruppen oder Besprechungen verbracht haben, als wirklich im aktiven betrieblichen oder wissenschaftlichen Feld aktiv gewesen sein dürften.

Bitte wenden Sie Ihre Aktivität, Ihre Kraft und Ihre Mittel doch dafür auf, die wirklichen Probleme des Kindermissbrauches zu bekämpfen. Stärken sie die Jugendämter! Geben Sie diesen mehr Möglichkeiten, mehr Befugnisse, steigern sie die Qualifikation der dort vorhandenen Personen. Bekämpfen Sie den Missbrauch an der Wurzel, in den betroffenen Familien. Geben Sie betroffenen Kindern die Möglichkeit, schnell und ohne Probleme in sichere Einrichtungen fliehen zu können, ebenso deren Familienangehörige. Geben sie Aufklärungs- und Info-material für Schulen und Kindergärten heraus, die den Kindern erklären was „normal“ und was „nicht normal“ ist.

Sie wissen wo die Server stehen, auf denen ein solches Material gespeichert wird? Üben sie Druck aus, auf die Betreiber dieser Server, wenn sie in Deutschland sind. Üben sie Druck auf die Regierungen der Länder, auf denen die Server im Ausland stehen. Ignorieren sie das Problem nicht, denn „Was ich nicht sehe, interessiert mich nicht!“ KANN und SOLLTE keine Antwort sein, auf solche Machenschaften. Sie sprechen den Tätergruppen eine hohe technische Qualifikation und den Willen zur organisierten Kriminalität zu. Diese Gruppe wird sich auf andere Vertriebs und Organisationswege verlegen, wenn sie es nicht schon gemacht haben sollte.

Nutzen sie die Möglichkeiten Ihres Ministeriums, aktiv und zielführend gegen Kindesmissbrauch, Kinderpornographie und deren Verbreitung vorzugehen. Fragen sie die richtigen Experten, denn mit genug Potenzial und Material sollte es möglich sein, die Vertriebswege in kürzester Zeit dauerhaft zu demontieren, die Verantwortlichen zu identifizieren und die gesamten Netzwerke still zu legen.

Für mich wirken diese Versuche des „Filterns“, diese Ansätze einer Zensur wie nichts anderes wie ein Zeichen der Hilflosigkeit. Diese Aktionen sagen für mich nur aus, dass sie keine andere Lösung sehen, die Verbreitung von Kinderpornographie einzuschränken, als den Zugriff auf der obersten Ebene minimal zu erschweren. Sie kriminialisieren mit Ihren Aussagen Millionen Bundesbürger, Sie warnen und wecken die Täterkreise zur Aufmerksamkeit! Ihre gesamte Aktivität im Moment sorgt meiner Meinung nach nur zu einem:

  • Die Täter bereiten sich vor, sie schützen sich, suchen neue Wege.
  • Der normale Bürger wird durch fehlendes Verständnis der Materie beruhigt, eine Beruhigung die den tatsächlichen Taten mehr Freiraum gibt.
  • Technische Experten werden durch Ihre Aussagen kriminalisiert, informationsrechtliche Freiheiten eingeschränkt.

Ich weiss, diese Worte werden nicht viel Ausrichten können, doch an irgend einem späteren Zeitpunkt will ich mir einfach nicht sagen lassen, „Warum hast du dann nichts gesagt?“. Doch wenn ich sehe, wie Menschen aus Angst, fehlendem Verständnis und unzureichendem Wissen über die Thematik „Computer“ handeln, fühle ich mich schnell an Zeiten erinnert, wo aus Angst das unbekannte bekämpft, angegriffen und ausgerottet wurde. Und ich hoffe anständig, das jeder der nur halbwegs weiss, worum es bei diesem Umfeld geht, all seine von Vater Staat gegebenen Rechte nutzt, und mit allen erlaubten und gegebenen Mitteln dagegen ankämpft, je wieder einen solchen Zensur-Staat der Angst zu errichten. Abgesehen davon, dass neben den wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Vorteilen, die ein unzensierter, freier Informationsaustausch über das Internet uns allen ermöglicht viele weitere positive Aspekte mit dem Bereich „Internet“ verbunden sind, fürchte ich mich einfach vor Menschen, die ihre Entscheidungen aus Angst, Unweissenheit und Verblendung treffen, wenn diese Entscheidungen mich beeinflussen.

Dear non-german readers, this article deals with the current development in germany on internet-censorship. this is carried out under the disguise of child-abuse, but leads  technical as well as logical to a totaly misguided activity, which may be connected to the upcoming elections. as this mainly is of interest for my german readers, the article will be not translated directly, but you can comment in any language you want!

[ITG on tour] Der erste Tag in Havanna

2. Tag  – Havanna bei Tag

Sorry, mit viel verspätung nun der erste eigentliche Bericht:
Duschen, Frühstück, erste Termine, mal sehen.
So war die Planung.

Schön fing der Tag an, gemeinsam Wach werden mit Havanna. 6:30 Local Time, frische Luft (In einer solchen Millionenstadt, mitten in der Altstadt, WOW!), Vögel und die Sonne die durch die alten Fensterläden scheint.

Kuba Charisma +3 um es in Geekspeek auszudrücken. Grade beim Schreiben blicke ich auf das Nationaltheater, wo sich auf der Putte einer ehemaligen Schönheit/Göttin zwei kleine Vögel prügeln, unten wird noch schön klassisch gefegt (Kein Laubsaugerterror, Yeah!), und auch die Lufttemperatur ist sehr angenehm im Moment.

Frühstück
Nun, wenig erwarten, dann wird man nicht überrascht. Rapido war das Stichwort, so schnell kann man kaum sehen da wird der Teller abgeräumt. Die Auswahl war erwartungsgemäß nicht so extrem wie in den reinen Touristenhotel, das frische Obst war natürlich Klasse, der Rest übersichtlich. Zum sättigen reicht es allemal. Morgen sollte ich wirklich mal früher zum Frühstück gehen, das dürfte die Auswahlmöglichkeiten stark erweitern.
Danach noch schnell den Termin mit dem $FirmaIrgenddwas-Reiseleiter wahrgenommen, war eine gute Entscheidung, wollte man mich doch um einen Gutschein über ein gratis Abendessen im Hotel berauben. Nun, es ist eh eine Dienstreise und ich will nicht wie ein pedantischer Deutscher wirken, aber das hat mein Reiseleiter schon geschafft. Mal sehen ob ich ihn noch mal wieder sehe, evtl. um mir am Mittwoch ein neues Hotel zu suchen, wobei ich da auch auf die Kontakte vor Ort bauen würde. Die sind, nun etwas „unparteiischer“ bei ihrer Wahl.
In einer guten halben Stunde geht dann auch schon fast der Ernst des Lebens wieder los. Ein wenig Input über „compesatory fuzzy logic ontologies“ mitnehmen und irgendwie auch unter Leute kommen. Memo an mich: Kuba alleine geht natürlich auch, aber das „No, Gracias! No necesitar $Alkohol/Drogen/Frauen/Zigarren…!“ Kann ich mir durch Anwesenheit weiterer Menschen, insbesondere Kubaner sparen.

Muse am großen Theater

Muse am großen Theater

Achja, Frauen und Drogen sind schon mal so zwei Punkte die mir stark aufgefallen sind. Zum einen riecht es unterhalb meines Balkon wie ein auf 5qm² komprimiertes Festival, irgendwer scheint hier sehr heftig dem Konsum des Grünen Krautes zu fröhnen. Dafür das die Polizei dagegen vorgehen will läuft sie aber auch sehr oft daran vorbei. Nun, bringt wohl auch irgendwie Devisien. Frauen, nun das ist ein Thema für sich. Ich bin ja schon vorgewarnt worden und falle auch wohl nicht wirklich ins Beute-Schema (zumindest gestern konnte ich relativ unbehelligt spazieren gehen), aber das Muster „alternder europäischer Mann mit junger kubanischer Schönheit“ ist doch recht häufig anzutreffen. Leider. Wenn man sich den Monatsverdienst eines Normalverdieners überlegt natürlich ein Teufelskreis, das was die jungen Damen spendiert bekommen, kaufen können etc. ernährt halt die halbe Verwandschaft, alles nicht schön und auch ein Grund jeden Alleinreisenden kritisch zu beäugen (Wie gesagt, ich falle nicht ins Beuteschema : Zu Jung, zu Hübsch, zu Arm und zu Vergeben ;-))
Ansonsten versuchen die Straßenhändler wirklich ihr bestes, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, und das ganze wohl auch sehr erfolgreich. Wenn man aber die Tipps nichts auf der Straße zu tauschen, kaufen und zu tätigen (Von festen Ständen und Buden mal abgesehen) berücksicht, ist man schon auf der sicheren Seite.
Achja, eine Runde fremdschämen konnte ich mich auch schon wieder, vorallem für Deutsche Gäste (Da geh ich ja fast lieber als Ami durch, die sind ja schon sowas wie Rebellen wenn sie hier sind…). Viel zu kurze und zu enge Hosen und Oberteile bei beiderlei Geschlecht mögen ja für den Ballermann ok sein, aber in der Hotellobby eines über 130 Jahre alten Hotels ist ein wenig Stil doch angebracht. Mein kurzer Blick vom Balkon grade eben zeigt mir, das das musster „Jung, halbwegs attraktiv, aus Kuba“ mit „Älter, unattraktiv aber viel Geld dabei, aus Europa“ auch in der anderen Richtung funktioniert. So, genug für die erste Tageshälfte, mal sehen wann ich ans Internet komme. Entzug habe ich noch keinen aber irgendwie will man ja auch mal Bloggen wenn man hier ist 😉
(Zwischenbemerkung: Nun ist Dienstag und ich bereite die Texte auf die ich an den Tagen geschrieben habe ;))

Havanna bei Tag
Zwei Dinge zeichnen die Kubaner definitiv aus: Einfallsreichtum und Flexibilität. Aus dem kurzen Meeting wurd eine unglaubliche ganztägige Stadtführung durch Havanna und Alt-Havanna. Drei Buchstaben die da bei mir hängen geblieben sind: W O W
Vorneweg: Ich hatte zwar die Kamera mit, aber in vielen Situationen wollte ich nicht oder hatte ich nicht daran gedacht zu knipsen. Es fing an mit einem kleinen Abstecher zur Wohnung meines Kontaktes, raus aus dem Touristenviertel und rein ins richtige Leben von Havanna. Beschreiben lässt sich das ganze nur schwer, aber die Freundlichkeit und Wärme mit der man hier aufgenommen wird ist vorbildlich. Die kleine Tour mit etwas Geschichte, Anektdoten und Hintergrundwissen war schon die halbe Reise wert. Dieser Abstecher führte auch zum ersten Rum in Havanna, den ich geniessen durfte ;). Nun, ich versuch mal die Stadttour in wirren Stichwörtern zusammen zu fassen, um den Text nicht ins unendliche auszubreiten:

  • Havanna hinter den Kulissen – Abseits der Renovierten und für Touristen aufbereiteten Fronten
  • Havanna Chinatown – Ja, richtig gelesen, es bildet sich hier ein richtiges kleines Viertel asiatischer Ausprägung
  • Malecon – 7km Straße/Promenade direkt am Wasser, toll zum spazieren gehen. malecon
  • Geschichte – davon wimmelt es hier überall, jede Schritt und Tritt den man macht wird von Ihr begleitet. Viele Erinnerungen an die kürzere Vergangenheit, politisch geprägt aber nicht unverständlich oder willkürlich plaziert.
  • Flaggen/Botschaft: Am Ende das Malecon zur neuen „modernen“ Innenstadt gerichtet, die Interessenvertretung der USA, umgeben von vielen schwarzen Flaggen auf Halbmast. Sieht und klingt im ersten Moment provokativ, wenn man aber die andere Seite hört, verständlich (Innerhalb des Gebäudes wurde wohl versucht mit Leuchtschriften (regierungskritische) Botschaften zu verbreiten, wohl gemerkt: aus einer Interessenvertretung, die ja eigentlich halbwegs neutral bleiben sollte. usofa
  • Platz des Protestes – So nenn ich ihn mal, wenn die Kubaner gegen die USA demonstrieren, haben sie dafür einen nett vorbereiteten Platz, mit Bühne usw 😉 – natürlich direkt vor der, na wer kommmt drauf?
  • Der „neue Teil“ von Havanna – nunja, nur kurz gesehen, erinnert an jede halbwegs moderne Großstadt. Lässt aber den Flair vermissen den es hier in anderen Teilen gibt.
  • Hotel National – Mal wieder ein W O W, gut aufbereitetes, prunkvolles Hotel in Staatshand (direkt, indirekt ja eh alles), hier ist das Sehen und Gesehen werden wichtig. Viele englischsprachige Gäste, und billig ist der Laden definitiv nicht. Hat aber einen wunderbaren Garten/Terasse mit Blick aufs Meer und die Hafeneinfahrt von Havanna.

    Blick vom Innenhof des Hotel National

    Blick vom Innenhof des Hotel National

  • Essen am Malecon: Wieder so etwas wie ein Geheimtipp – kleine unaufällige Läden, im ersten Stock dann mit großer Terasse und Blick aufs Meer. Wunderbares Essen, schöne Musik, leckeres Bier (Bucanero, rote Dose mit Pirat/Bucaneer drauf) und fesches Personal, um es mal so zu fassen.

Dann ging es ab nach Alt-Havanna, die renovierte und aufbereitete Zone der Stadt. Hier ist wirklich sehr viel Zeit, Mühe und Geld reingeflossen, um die alten Gebäude zu renovieren und wieder herzustellen. Der Bereich ist mit Kanonen und Kanonenkugeln „umzäunt“,  und wirkt ein wenig wie aus einer anderen Zeit. Ein bekannter Laden neben dem anderen, Hemingway, Hotel Florida usw – Alles was man mal gesehen haben sollte gibt es hier. Die Bars und Kneipen leben natürlich auch von Klischees, so gibt es ein relativ bekanntes Bild einer älteren Kubanerin, mit grellen Perlenketten und dicker Zigarre, witziger ist da schon das Motiv der ganzen Touris die sie (gegen Entgeld) knipsen.  Musik an jeder Ecke, der Geruch von Montecristos und halt sehr viele Touristen. Aber ruhiger und entspannter als meine momentane Unterkunft neben dem Teatro Nacional und einem Nachtklub. Durfte mir dann gleich auch mal eine potentielle Unterkunft für die kommenden Tage ansehen, denke mal das wird das sein, wonach die Abteilung sucht. Zentral, ruhig und mit eigenem Charme.

Ich packe meinen Koffer und…

Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen. Ich kann das sogar bevor ich verreise.

Zum Beispiel die Geschichte von „Der eine Anzug“. Genau dieser eine Anzug der im Schrank neben den anderen Anzügen hängt, von dem man immer denkt „Achnee, den hatte ich ja das letzte mal an, nehm ich mal einen der anderen…“. Nun genau diesen einen hab ich gerade in meinen Koffer gelegt. Rein provisorisch natürlich auch mal vorher durch die Taschen gesehen, da ich keine all zu unangenehmen Überraschungen mit ins Handgepäck schleppen will. Und heutzutage kann ja ein Nagelknipser schon arge Probleme bereiten.  Nun, ich hab nun nichts kritisches gefunden, dafür aber ein lange vermisstes Headset fürs Handy, eine lange vermisste Bandana, eine lange vermisste Sonnebrille, einen ganzen Stapel (nicht gerade lange vermisster aber schon als fehlendbemerkter) Visitenkarten. Grade diese Kombination macht mir doch ein wenig Sorgen, da ich nie für irgendwelche Plattenfirmen Promotion gemacht habe. Wann verdammt habe ich diesen Anzug das letzte Mal angehabt? Allein das Headset vermisse ich seit 2 Jahren…

Kinder: hier ist Tempo 30…

Folgendes habe ich gerade gesehen und halte es für eine grandiose Idee.

An meiner Straße (für Ortskundige: Höhe kurz vor der Ausfahrt des Uni-Parkhauses) standen zwei Mädchen, so irgendwo um die 6-7 Jahre alt mit 2 selbstgebastelten Schildern. Die beiden beobachteten den laufenden Verkehr und hielten dann jeweils ein Schild hoch. Als ich in der Nähe war konnt ich den Text lesen:

„Du fährst super!“, garniert von kleinen Blümchen und Herzchen. Da ich knapp unter 30 rollte kann ich mir denken was auf dem anderen Schild stand. Tolle Idee. Besser als jedes Display, jede Stichprobe oder wütende Rentner mit dem Stock (die einem schon aufgrund des Motorengeräuschs drohen).

Wirkt vielleicht nicht bei jedem, aber ich fand die Idee der beiden, sich einfach mal mit den Schildern an die Straße zu stellen und den Autofahren mal die Meinung zu sagen zu zeigen besser als 95% der sogenannten Web-Projekte die momentan am Start sind. Wär ich Business Angel, ich würd investieren 😉

So hab ich mir meinen Abend nicht vorgestellt…

So hätte ich mir den Abend nicht gedacht.

Es regnet, ist schon dunkel und man sieht relativ wenig.Gegen 21h auf der Stedinger Straße gefahren (worden), der Fahrer vor uns weicht aus, auf der Strasse liegt „was“.

Das „was“ war eine ältere Frau samt Rad die bewegungsunfähig auf der Strasse lag. 112 per Handy ist schon fast ein Automatismus, Straße viel mir nicht ein, aber dem Mann am anderem Ende. Der Fahrer des ausweichenden Autos fährt dann einfach schon mal weg, kümmern sich ja andere drum. Arschloch, die Nummer natürlich nicht gemerkt….

Jedenfalls war neben uns noch eine Frau auf der nahe gelegenen Tankstelle so nett bis zum Eintreffen des Krankenwagens die deutlich verwirrte Frau zu betreuen und dafür zu sorgen das sie sich nicht einfach wieder aufs Rad setzt oder wieder im Regen umkippt. Jedenfalls war das kein Zustand in dem man jemanden alleine lässt.

Das die Leute im Happy Tank Shop nicht mal eine Sekunde überlegt haben zu helfen, eine Decke zu bringen oder vielleicht auch einen Notruf an die 110 oder 112 abzusetzen, nunja…

So bin ich jedenfalls erstmal gar für den Rest des Abends, das reicht für dieses Quartal an Ersthelfer imho :-/