Hurricane 2008 – Rückblick, Weitblick, Ausblick | 5/5 |

So schnell wie es begonnen hat ist es auch schon wieder vorbei. Neben meinen Eindrücken findet ihr auch hier bei den Minusfreun.de oder bei Linemandez.de (für jeden Tag einen Beitrag:  #1 | #2 | #3 | #4 ).

Die gute Nachricht: Für ein Festival sind wir noch lange nicht zu alt, die schlechte: Wenn sich das LineUp weiterhin so ändert wird die Musik zu Jung. Da gehts gar nicht um die Musikrichtung an sich, eher um die Tendenz „trendige“ Bands zu Headlinern zu machen und somit ein noch nichtmal volljähriges Publikum anzulocken. Das letztere leider nicht unbedingt mit dem Alkohol umgehen können und somit auch meine Festivalfreude senken und den Ticketpreis steigen lassen ist ein weiterer Kritikpunkt fürs diesjährige Hurricane. Auch kann ich persönlich auf solche Meta-Bands wie Radiohead verzichten und die Kosten etwas senken. Und auch wenn ich es nicht gern sage:

Ein paar Bands weniger oder den Plan etwas mehr entzerren täte dem ganzen auch gut, so eng gepackt wie es manchmal war konnte man gar nicht von einer Bühne zur anderen wechseln.

Der weite Weg hatte neben dem Nachteilen (ich habe es an einem! Tag geschafft in zwei paar Chucks die Einlegesohlen zu zerlegen) auch einige Vorteile, weniger prollige Nachbarn, kein Vandalismus und gestohlen wurde uns auch nichts.

Weniger schön war die allgemeine Inflation der Preise. Weder die Tickets, noch die Merchandise-Shirts sind sonderlich billig gewesen, man könnte fast von teuer sprechen. Voll war es zwar, aber nicht extrem voll. Hätte mir allerdings jemand vorher erzählt das 75.000 Menschen aufs Hurricane kommen wäre ich wohl nicht hin gefahren, all zu große Festivals mag ich eigentlich nicht (Solch ein Kommentar von jemanden der noch zum Sziget will).

Kommendes Jahr wird es wohl zeitlich interessant ob es noch möglich ist, und auch das LineUp wird schwerer wiegen als sonst, bei diesen Kosten kann man halt mit anderen Festivals leichter vergleichen und sich auch mal auf einen weiteren Weg begeben.

Mit der steigenden Anzahl an Festivals steigt auch die Erfahrung, inzwischen sind wir ja doch recht gut ausgerüstet und vorbereitet, die Zeiten von kalten Würstchen und lauwarmen Ravioli sind lange vorbei, kalte Getränke und heisse Steaks die treuen Begleiter. Und es wird garantiert nicht das letzte Festival gewesen sein, und hoffentlich auch nicht in der grandiosen Reisekombination die mir geboten wurde.

Hurricane 2008 – Final Festivalday | 4/5 |

Irgendwann von unseren neuen Nachbarn und leichtem Sonnebrand geweckt, erstere an unserem Tisch und unseren Grill befeuernd, letzterer an jeder Stelle unbedeckter Haut, ging es wie üblich los. Frühstück viel diesmal aus bis auf ein leichtes Stück getoastetes Fladenbrot, zuviel der Würstchen und des Bieres, zuwenig Lust nochmal damit zu frühstücken. Cindy Chemniz und Co waren nicht wirklich auf dem Plan, und die vorläufige Unwetterwarnung die uns aus der Heimat erreichte sorgte für ein zügiges Einpacken und Abbauen.

Gruß an den Nurpel-Leser der mich erkannt hat 😉

Insgesamt brauchten wir auch ne gute Stunde weniger, kamen also passend auf den Platz um noch etwas Calexico zu hören (Verdammt, schon wieder Panteón Rococó verpasst, bitte kommt wieder nach Oldenburg auf den Schlossplatz!) und uns zu überlegen wie wir die Zeit bis zu Flogging Molly überbrücken könnten.

Das Rock Cocktail(?) Zelt war da der richtige Punkt, zumal es kurze Zeit später schüttete wie aus Eimern. Die Stimmung im Zelt hingegen war bombig, der DJ hat alles gespielt was irgendwie mit Unwetter zu tun hatte und einen gewissen Mitsingfaktor hatte (OK, Thunderstruck, It´s Raining Man oder Rock You Like a Hurricane sind eher Schützenfestmusik, aber lustig war es allemal..). Dazu noch ein paar gute Mix-Versionen verschiedener Lieder und schon war der Regen vorbei.

Mit einer riesen Portion Thai-Nudeln bewaffnet ging es dann zur Flogging Molly.

Power. Spass. Gute Mukke. Ok, wenn man sie einmal gesehen hat kennt man das Programm, aber Flogging Molly kann man als grundsolide Band sehen deren Auftritte immer lohnen. Man muss sich nicht immer in die erste Reihe drängen, aber sie sind live einen Blick wert. Also Yeah!

Das Zelt war wieder voll. Also nochmal eine Runde über den Basar, leider kein passendes Mister Tea Shirt mehr für Stefan da 🙂 Dann kam die Sonne und Black Rebel Motorcycle Club haben grundsolide guten dreckigen Rock geliefert. Mit dem Wissen im Hinterkopf das es leider schon fast wieder vorbei ist, das Festival genoss man dann die Sonne und die gute Musik.

Leider spielten Sigur Ros gleichzeitig, zwar hörenswert aber zum Wetter und der Stimmung passten die Rebellen doch besser. (Ausserdem muss man als Guerilla ja immer die Rebellen unterstützen)

Eine Stunde Aufbaupause für Radiohead.

War es das wirklich wert? Ich weiss ja nicht. Ok, deren Musik hat mich nie wirklich begeistert, ich hab sie auch nicht abgeschaltet im Radio oder so, besitze aber (wissend) kein Stück von ihnen.

Gut, den Anfang betrachteten wir das ganze dann von der Tribüne, wir wollten ja nicht unbedingt in die Masse der Fans.

Die blieb dann aber irgendwie aus, so konnten wir nach einigen Liedern problemlos bis in Höhe des Turms gehen ohne irgendwie viele Besucher zu sehen, auch dahinter war es nicht wirklich dicht gedrängt oder voll. Das kennt man von den großen Gigs doch irgendwie anders. Umgehauen hat mich der Auftritt dann auch nicht wirklich, eher ein „passt schon“. Wohlgemerkt: es geht nicht ums Spielerische, noch die Qualität oder Sonstige objektive Punkte: Es war einfach nur langweilig und leicht depressiv. Gut gelant wie wir waren, wollten wir uns das natürlich nicht lange antun und nahmen uns vor zu Nada Surf zu wechseln.

Hier noch ein kleiner Videobeweis für die freien Flächen 😉 :

(Kleine Entschuldigung am Rande an alle depressiven Radiohead-Fans die zwischen dem Turm und dem Übergang zur anderen Bühne standen hockten: Die Chaoten die fröhlich zwischen euch rumgesprungen sind, das waren wir…)

Bei Nada Surf angekommen wussten wir auch wo die restlichen Besucher der 75.000 hin wollten die nicht mit Radiohead trauerten: Ins Zelt.

Also 1-2 Lieder gehört, der Sound war ja draussen davor auch recht gut, doch der letzte Bassdrum Schlag war dann doch etwas zu tief. Der Himmel war nur noch einseitig sonnig hell und schönen pastellfarben, auf der anderen Seite war es tiefschwarz und blitzte.

Das Gehirn schaltete sofort auf 2006 um und die Beine gingen in den Fluchtmodus. Diese Idee hatten zudem auch viele Leute, so dauerte es noch einen kleinen Moment bis wir wieder am (umgeparkten und fast ins Industriegebiet verbrachten) Auto waren und die Rückfahrt antreten konnten.

Hier mal noch ein kleiner Eindruck vom Himmel:

Ok, das Filmen und Kommentieren mit dem Handy übe ich dann auch nochmal, das klingt ja grausam aber was solls 😉
Kleinere Zwischenstopps in Sittensen, Bremen und Oldenburg später konnte ich mir dann auch endlich die wohlverdiente Dusche gönnen und meine Füße wieder säubern, und in ein warmes trockenes Bett springen.

Ein kleines Fazit kommt dann auch noch.

Hurricane 2008 – Footag | 3/5 |

Wir schreiben Samstag, Tag der Foos.

Ok, wir wollten den Tag nicht auf eine Band limitieren, aber irgendwie hat es sich fast so ergeben.

Reduzieren wir mal den Ablauf auf das erwartbare:

Aufstehen, über die lange Schlange vor dem Wasser-WC/Duschen/Waschbecken ärgern, Warten…

Irgendwann dann mal das übliche: Frühstücken, Grillen, den Platz erkunden.

Dann gabs auch Musik, mehr oder weniger nebenbei erlebten wir Millencolin, Rise Against (Klassiker!), The Subways und die Kaiser Chiefs und machten uns rechtzeitig vor Billy Talent wieder aus dem Staub um nochmal den Grill anzuwerfen. Meinen diesjährigen Erwerb werde ich noch auf einem Bild nachreichen 😉

Ok, musikalisch war dieser Tag bis zu dem Punkt eher mau, natürlich musste man auch etwas „entspannen“ vom Freitag, direkt verpasst leider einiges von der „will ich wohl hören“ Liste, aber direkt auflösen wird sich wohl niemand von denen.

Zurück zum Zelt, weitere Herzkasperl-Würstle (Berner Würstchen heissen die im Original ;-)) zu vertilgen, noch einige Steaks, Salat… Das übliche halt. Dazu etwas Gerstensaft und so gestärkt ging es schnell zurück zur Bühne, irgendwo in die Nähe des ersten Wellenbrecher denn es kam der Favorit für dieses Jahr:

Die Foo Fighters!

Yeah sag ich Yeah sag ich Yeah.

Ok, Dave Grohl war leicht desorientiert oder entsprechend angeheitert, „Big Festival“ mit „Big Festival People“ aber was einem geboten wurde war Weltklasse. Ok, die angekündigten 50 Lieder und 2,5 Stunden wurden es nicht aber inkl. verschiedener Soli (Drums kam schon gut, Triangel war der Hit „ding dididing didi ding.“) waren es gute 90 Minuten klassische Rockmusik. Ok, etwas unterhaltsames Radiohead-Bashing gab es auch noch 😉

Zum Ausklang kurz gesehen das es bei Maximo Park echt voll war und das man zu Digitalism leider nicht mehr ins Zelt kam, klang aber doch interessant.

Das Partyzelt war vergleichbar voll, die Schlange jedenfalls jenseits von Gut und Böse, so ging es über einen kleinen Wanderteil (Mal alle Zeltplätze der vergangenen Jahre besucht und auch den Fröschen hallo gesagt) zurück an den eigenen Platz um mal etwas ungesunder den mitgeschleppten Süßkram und weiteres Bier zu vernichten, der kommende Tag war ja schon Rückreise und damit Alkoholfrei (für mich jedenfalls ;-). Irgendwann wurde es wieder hell, wir bekamen sogar noch Besuch von bändchen und leicht merkbefreiten Nachbarn, aber da sind wir schon mit unangenehmeren Zeitgenossen aufeinander getroffen. Und Straussenfarm und Krokodilfleisch bespricht man ja auch nicht alle Tage 😉

Nachdem das Bier und die letzte Energie auch verbraucht war ging es dann wieder ins Zelt, schliesslich sollte der Sonntag auch noch überbrückt werden.