Was sind sie denn von Beruf? Joaaar, Businesskasper halt! Wirklich? Bin ich ja auch….

Ich sollte wieder vermehrt Live-Blogging betreiben, damit ich solche Perlen nicht vergesse.

Gestern abend in einem kleinen Oldenburger Lokal.  Genauer: Am Nachbartisch.

Manchmal kann man den Gesprächsthemen einfach nicht entkommen, vorallem dann wenn sie  mit einer nicht gerade niedrigen Lautstärke oder durch Besitzer besonders hässlicher (Neonfarben sind wohl erst ein Anfang) Krawatten vorgetragen werden.

Szene 1. Besagter Tisch. Businesskasper (m) und Businesskasper (w) ordern ihre Getränke. (m) verlangt Stilecht nach Chamus, (w) weicht auf Malzbier aus.

Gesprächsfetzen eins, eingeleitet durch (w):

(w):“Ja, und da hat sich dann mein Chef wohl doch aufgeregt und mir angeraten das nicht so oft zu machen.“

(m):“Was denn, wegen dem Surfen oder warum?“

(w): „Naja, vor allem wohl weil ich recht viel in einem Onlinekasino gespielt hatte. Dabei hab ich noch nicht mal um viel Geld gespielt, aber er meinte sowas sollte man nicht machen wenn man in einer Bank angestellt ist. Naja, hat sich nun ja eh erledigt.“

Ich hielt mich etwas fester an meiner Hopfenkaltschale fest als nötig und versuchte nicht zu lachen und auch das Handy in der Tasche zu lassen und diese Gesprächsperlen aufzuzeichnen. Der folgende Gesprächsverlauf lässt annehmen das (w) wohl nicht mehr in der Bank arbeitet bzw. arbeiten möchte und sich Tipps von (m) holen will. Kommen wir zu (m). Businesskasper in aufällig unaufälligen graublauem De-La-Stangenanzug mit schon erwähnten neonfarben gestreiften Büroschlänglein.  (m) ist, Achtung, Lachstufe Eins erreicht: Modelscout.

Tief Atmen. Modelscout. Mit dem stark gerötetem Gesicht ginge er auch als volltrunkener Abiturient durch, der sich gerade aufmacht „Lorett oder Mallotze“ flachzulegen. Besagter Modellscout, sagen wir ruhig mal weder optisch noch sonstig eine herrausragende Erscheinung fing dann im Verlaufe des Gespräches an, die Menschen „einzuteilen“. Schlaffis oder Sportis. Modells oder Fette. Etc und CoKG. Seiner Erfahrung nach sind „Modellwettbewerbe“ auf Wald&Wiesenfesten ja die besten „Lokations“ um neue  Opfer zu finden, da man an  dem besoffenen Publikum ja schon feststellen kann „wie gut die da dann kommen, also ankommen…“

(w) Tätigkeit bei diesem doch recht stumpfen Monolog beschränkte sich darauf eifrig einige Notizen in ein kleines Büchlein zu schreiben, vielleicht hat sie aber auch innerlich abgeschaltet und Galgenmännchen gespielt. Nachdem (m) dann noch von seinen grossartigen Kontakten in der Oldenburger Pressewelt anfing war der nächste Lachkrampf wirklich gefährlich nahe. Der Konzentration zu liebe bin ich sogar auf Bionade umgestiegen. Auch dem Personal im Laden schien dieses Gespräch schon grosse Freude zu bereiten.

(m) erheiterte dann noch mit seinen Erfahrungen, das man den Modells am Anfang eher mehr Geld abknöpfen kann als welchen die schon mehr Auftritte hatten. Oder das sich die weiblichen Modells ja immer, nunja…. Ab diesen Zeitpunkt wurde es Zeit das wir das Lokal verliessen um uns draussen erstmal einen entspannenden Lachkrampf zu ergeben.

Liebe Businesskaspere, bitte weicht nicht von euren Schickimicki Lokalen ab und seht von Besuchen in „normalen“ Läden ab, das kann nach hinten losgehen…